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Robotik-Spitzenforschung an der TU München feierlich eröffnet

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Zur Eröffnung der Munich School of Robotics and Machine Learning (MSRM) versammelten sich hochkarätige Spitzenforscher in der Pinakothek der Moderne in München. Neben Gästen aus Forschung und Politik standen auch die Maschinen selbst im Mittelpunkt.

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Die Roboterarme lernten im Kollektiv in Minutenschnelle, eine komplexe Aufgabe zu erledigen.
Die Roboterarme lernten im Kollektiv in Minutenschnelle, eine komplexe Aufgabe zu erledigen.
(Bild: Uli Benz / TU Muenchen)

Am 1. April ist der an der TU München berufene Spitzenforscher Prof. Sami Haddadin als MSRM-Gründungsrektor angetreten. Ein knappes Jahr später, am 26. Oktober, wurde die Gründung der Munich School of Robotics and Machine Learning gefeiert. Zum Kolloquium kamen zahlreiche Robotikexperten nach München. Unter anderem stellten Wissenschaftler wie Prof. Oussama Khatib, oft als „Vater der modernen Robotik“ bezeichnet und Prof. Masayuki Inaba, einer der bedeutendsten Robotik-Experten Japans, ihre Zukunftsvisionen und die neuesten Forschungsergebnisse vor. Zahlreiche Exponate zeigten verschiedene Robotik- und KI-Projekte der TUM.

Das interdisziplinäre Ziel der MSRM ist es, die Expertise in Robotik, Künstlicher Intelligenz und Wahrnehmungsforschung aus den verschiedenen Fakultäten der TUM unter einem Dach zusammenzubringen – nicht nur aus ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer, sondern auch aus Politik- und Gesellschaftswissenschaften mit der TUM School of Governance und dem Munich Center for Technology in Society (MCTS).

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Robotik und vernetztes maschinelles Lernen

Höhepunkt des Abends war eine weltweit erstmals gezeigte städteübergreifende Demonstration zur Verbindung von Robotik und vernetztem maschinellem Lernen. In einem „Roboter-Klassenzimmer“ im Foyer der Pinakothek sollen zwölf Roboterarme lernen, verschiedene Schlüssel in Schlösser zu stecken und diese zu öffnen. Die Lösung: neuartige Lernalgorithmen und Vernetzung über eine superschnelle von Vodafone zur Verfügung gestellte Mobilfunkverbindung.

So wurden die Roboter zu einem Team, das individuelle Lernerfolge verzögerungsfrei teilen konnte. Nicht nur in der Pinakothek: Weitere „Klassenzimmer“ im Gebäude der MSRM und im Düsseldorfer 5G-Lab von Vodafone waren über das Mobilfunknetz mit den Robotern verbunden und über Videoleinwände zugeschaltet. Gemeinsam hatten sie das Problem für mehr als 30 unterschiedliche Schlüssel innerhalb weniger Minuten gelöst.

Roboter als Werkzeuge für Menschen

„Es geht uns nicht darum, Maschinen zu vermenschlichen“, erläutert MSRM-Direktor Sami Haddadin das Experiment. „Roboter sollten vielmehr intelligente Werkzeuge für Menschen sein. Durch kollektive Künstliche Intelligenz können sie sich schnell an neue Aufgaben anpassen – ob in den Fabriken der Zukunft oder als Serviceroboter im Haushalt.“ Zukunftspreisträger Haddadin, der ebenso wie TUM-Honorarprofessor Wolfgang Ecker Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestags zu Künstlicher Intelligenz ist, sieht zahlreiche Anwendungsfelder für intelligente Maschinen. An der MSRM wird beispielsweise im „Leuchtturmprojekt Geriatronik“ erforscht, wie Roboter älteren Menschen ermöglichen können, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben.

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