Roboter spricht mit chronisch kranken Kindern

| Redakteur: Hendrik Härter

Der sprechende Roboter PAL unterstützt chronisch Kranke im Alltag. Speziell Kinder lernen, mit ihrer Krankheit im Alltag zurechtzukommen.
Der sprechende Roboter PAL unterstützt chronisch Kranke im Alltag. Speziell Kinder lernen, mit ihrer Krankheit im Alltag zurechtzukommen. (Bild: PAL)

Künftig werden chronisch erkrankte Kinder und Erwachsene von einem sprechenden Roboter unterstützt. Dieser hilft nicht nur bei der Medikation, sondern interagiert über einen cleveren Algorithmus mit den Patienten.

Eine chronische Erkrankung kann besonders bei Kindern problematisch sein, da sie überwacht werden müssen und auch die Einnahme von Medikamenten richtig dosiert werden muss. Im Rahmen des PAL-Projekts, das Akronym steht für Personal Assistant for a healthy Lifestyle, sollen Roboter zum Einsatz kommen, die als persönliche Assistenten für eine gesunde Lebensweise dienen.

Konkret sollen sie mit Patienten und im speziellen mit Kindern mit chronischen Krankheiten interaktiv agieren und als ein Schulungssystem zur Verfügung stehen, das vor allem die zukünftige Gesundheitsrisiken minimiert, die Autonomie im Umgang mit der Erkrankung verbessert und eine Zustandsübersicht für das medizinische Personal erleichtert. Unterstützt werden Kinder mit Typ 1 Diabetes im Alter von sieben bis 14 Jahren, deren Eltern und das involvierte Gesundheitspersonal (Diabetologen, Ernährungswissenschaftlerinnen, Pfleger, Psychologinnen), um das Selbstmanagement der Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung zu verbessern.

Roboter unterstützt spielerisch Kinder im Alltag

Die verschiedenen Anwendungen setzen auf den sozialen Kontakt zwischen dem virtuellen Assistenten und dem jungen Patienten, um die Affinität zu den zu vermittelnden Inhalten über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten. Das Akronym PAL kann hier auch als ein Kumpel (englisch pal) verstanden werden. Der Roboter-Assistent begleitet seinen Benutzer (Kumpel) sowohl beim Wissenserwerb als auch bei der konkreten Umsetzung der täglich notwendigen Messungen und Behandlungen. Das Roboter-System analysiert die über die Zeit anfallenden Daten und Interaktionen mit dem Nutzer und setzt verschiedene Motivationstechniken wie positive Verstärkung und Gamification ein, um die Autonomie des Patienten zu verbessern.

Vier Jahre Forschung und Entwicklung von elf Forschungsinstitutionen, Firmen und medizinischen Einrichtungen in vier EU-Ländern sind in das integrierte System geflossen. Das Resultat ist eine Cloud-basierte Lösung, die aus einem sozialen Roboter und dessen virtuellem Avatar besteht, der in mobilen Gesundheits-Apps eingesetzt wird. Verschiedene Informationspanels, die als Web-Applikationen implementiert sind stellen Statusinformationen für Patienten, Eltern und Gesundheitspersonal in kompakter Form bereit. Experimentell erprobt wurde PAL in jeweils dreimonatigen Praxistests mit über 40 Langzeitprobanden.

Roboter speichert Daten, Algorithmus wertet Daten aus

Im DFKI wurde die multimodale Kommunikation des Roboters bzw. Avatars mit dem Benutzer, insbesondere die Sprach- und Dialogfähigkeiten, entwickelt. Gerade der Einsatz des Roboter-Systems über einen längeren Zeitraum war für die Entwickler nicht einfach. Um den virtuellen Assistenten zu einem glaubwürdigen Begleiter zu machen, der sich auf vorangegangene Ereignisse und Interaktionen beziehen kann, wird eine intelligente Speicherung aller Daten benötigt, die es möglich macht, leicht Rückschlüsse anhand des zeitlichen Verlaufs ziehen zu können.

Diese Technologie wurde ebenfalls vom DFKI in Form einer spezialisierten Wissensbasis zur Verfügung gestellt, die effiziente Schlussfolgerungsalgorithmen auf zeitveränderlichen Daten erlaubt.

Deep Learning, Robotik und AR: Die Medizin der Zukunft

Deep Learning, Robotik und AR: Die Medizin der Zukunft

28.08.18 - Dass uns Dr. Algorithmus sagt, welche Krankheit wir haben, ist bislang noch Zukunftsmusik. Doch die Medizinforschung legte in den vergangenen Jahren gewaltig zu – nicht zuletzt mithilfe neuer Technologien. Dabei geht die Medizin mittlerweile weit über vernetzte Geräte hinaus. lesen

Künstliche Intelligenz in der Medizintechnik

Künstliche Intelligenz in der Medizintechnik

22.10.18 - Wie kann Künstliche Intelligenz die Arbeit des Mediziners verbessern und die Qualität der Diagnostik steigern? Im Rahmen einer Fachtagung beleuchteten Mediziner und Informatiker das Trendthema und zeigten praktische Beispiele aus der Anwendung. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45706608 / Drohnen & Roboter)