Soziale Roboter

Roboter soll Kita-Kindern Sprachen beibringen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Kinder lernen mit Robotern – Der menschenähnliche Roboter vom Typ Nao wird für die Sprachvermittlung mit einem Tablet-PC kombiniert und soll Kinder beim Lernen einer Zweitsprache unterstützen.
Kinder lernen mit Robotern – Der menschenähnliche Roboter vom Typ Nao wird für die Sprachvermittlung mit einem Tablet-PC kombiniert und soll Kinder beim Lernen einer Zweitsprache unterstützen. (Bild: CITEC/Universität Bielefeld)

Immer öfter sollen Kinder schon im Vorschulalter eine zweite Sprache erlernen. Neu ist das Konzept, das ein Roboter der Lehrer ist. Wissenschaftler erproben jetzt, inwiefern soziale Roboter als Sprachtrainer geeignet sind.

Bekanntlich lernt man als Kind am besten. Deshalb wollen viele Kitas auch schon früh eine Zweitsprache anbieten. Wissenschaftler forschen an einem Roboter, der Vorschulkindern beim Erlernen einer zweiten Sprache unterstützt.

Das Projekt läuft seit letztem Jahr und untersucht vorrangig, ob und wie soziale Roboter als Sprachtrainer geeignet sind. Jetzt veröffentlichen die Forscher das Zwischenfazit, dass der Roboter die Kinder zum Lernen motiviert und bewirkt, dass sie mehr Vokabeln behalten.

Interaktion zwischen Kind und Roboter funktioniert

Das Konsortium aus fünf Universitäten und zwei Unternehmen untersucht, wie Kinder zwischen vier und sechs Jahren auf die Roboter als Sprachtrainer reagieren. Kopp sieht mehrere Faktoren, warum in diesem Alter die Unterstützung durch Roboter als Sprachbegleiter sinnvoll ist: „Die frühe sprachliche Förderung von Kindern in den Kindertagesstätten hat an Bedeutung gewonnen – deshalb wollen viele Kitas Englisch vermitteln. Hinzu kommt, dass viele Kinder mehrsprachig aufwachsen – und dazu gehören insbesondere Kinder aus Familien von Einwanderern und Geflüchteten.“

Das deutsche Team kooperiert mit mehreren Kitas in Bielefeld und Umgebung. In den laufenden Tests geht es zum Beispiel darum, in Verbindung mit englischen Begriffen Haupt- und Verhältniswörter zu üben. Der Bielefelder Roboter namens Robin gibt eine Anweisung für die Anzeige auf einem Tablet-PC: „Setze den ,dog‘ hinter den Baum.“

Das Kind wählt aus mehreren Tieren aus. Wenn es korrekt den Hund hinter den Baum bewegt, bekommt es Lob vom Roboter und die nächste Übung folgt. „Wir hatten zuerst angenommen, dass die Interaktion zwischen Kindern und Robotern schwierig läuft“, sagt Kirsten Bergmann, die die Studie begleitet. „Das Gegenteil ist der Fall. Die Kinder sind bei der Sache und kommen gut mit den Aufgabenstellungen zurecht.“

Gesten wirken sich positiv auf Lernerfolg aus

Die Bielefelder Forschenden arbeiten in dem Projekt vor allem am Interaktionsmanagement. „Der Roboter soll verstehen, was in dem Kind vor sich geht und sein Verhalten danach ausrichten“, sagt Kopp.

Um Aufmerksamkeit und Motivation zu messen, registriert das System zum Beispiel, wohin das Kind guckt, wie schnell es reagiert und wie viele Fehler es macht. „Unsere bisherigen Studien zeigen, dass die Kinder die Fragen des Roboters in den meisten Fällen sehr konzentriert aufnehmen.“

Ebenfalls kann das Projekt belegen, dass Hand- und Armgesten des Roboters sich positiv auf das Lernen auswirken können. Der Roboter beschreibt den Kindern in ihrer Muttersprache Tiere, und sie sollen auf dem Tablet angeben, welches Tier gemeint ist. In einer Gruppe beschreibt der Roboter die Tiere nur mit Worten. In der anderen Gruppe setzt der Roboter Gestik ein:

Für „Chicken“ wackelt er seitlich mit den Armen, für „Monkey“ kratzt er sich am Kopf. Die Gesten scheinen einen vorteilhaften Effekt zu haben: „Die Kinder aus der Gruppe, der Gesten gezeigt wurde, haben eine Woche später mehr englische Wörter behalten als die Kinder aus der Kontrollgruppe“, sagt Bergmann.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44801853 / IoT)