Elektronik hilft Robo Wunderkind: Lernspielzeug für die Entwickler von morgen

Redakteur: Michael Eckstein

Coding und Curriculum kombiniert: Farbig kodierte Bausteine, die sich kreativ zu Robotern zusammenstecken und per App grafisch programmieren lassen, sollen den Erfindergeist nicht nur von Kindern wecken.

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Mit Spaß lernt es sich besser: Tüfteln, ausprobieren, geht nicht, geht! Robo Wunderkind spricht einen wichtigen Wesenszug an: die menschliche Neugierde.
Mit Spaß lernt es sich besser: Tüfteln, ausprobieren, geht nicht, geht! Robo Wunderkind spricht einen wichtigen Wesenszug an: die menschliche Neugierde.
(Bild: Robo Wunderkind)

Tablets, Smartphones, Social Media: Selbst für kleine Kinder sind das heute Selbstverständlichkeiten. Dieser Umstand bietet viele Chancen, früh Interesse etwa für Technik zu wecken – wenn Bildungsträger die Kleinsten geschickt an die richtige Handhabung von digitalen Tools heranführen. Neben dem passenden Curriculum sind praktische Erfahrungen dafür entscheidend. Die lassen sich beispielsweise mit Technik-Spielzeug vermitteln – vorausgesetzt, dieses lässt sich ganz einfach bedienen und erzeugt viele „Huch!“-Momente für positive Erkenntnisse.

„Wir müssen Kinder dazu befähigen, die Entwickler von morgen zu werden. Sie müssen Technik sinnvoll und adäquat einsetzen und auch gestalten können“, so Anna Iarotska, Gründerin und CEO von Robo Wunderkind. Sie hat ein auf Kinder zugeschnittenes Robotersystem entwickelt, dessen bunte Einzelteile – Sensoren, Aktoren, Anzeigen und mehr – sich nach dem Baukasten-Prinzip zusammenstecken lassen. Programmiert wird das „Robo Wunderkind“ genannte System über eine App mit grafischer Bedienoberfläche, die – natürlich – auf einem Tablet oder Smartphone läuft.

Ursache und Wirkung unmittelbar erfahren

Robo Wunderkind lässt sich laut Iarotska in viele Fächer und Projekte einbinden – nicht nur in den Mathe- und Informatik-Unterricht, sondern beispielsweise auch in Musik- und Kunststunden. Ein übersichtliches Handbuch führt in die Grundlagen ein und hält Stundenmaterial bereit. Neben Einführungsprojekten und ersten Schritten in der Robotik, finden sich darin Projektskizzen, die vom Bau einer Taschenlampe oder einem intelligenten Wecker bis hin zum Entwickeln von Tierrobotern reichen. „Unsere Tools werden im Sprachunterricht ebenso eingesetzt wie zum Erklären der Straßenverkehrsordnung. Die verständliche App-Oberfläche und Farbcodierung der Bauwürfel lassen auch Kids, die noch nicht Lesen und Schreiben können, zu Mini-Ingenieuren werden“ erklärt Iarotska.

So kann Robo Wunderkind Kinder im Kindergarten und in der Grundschule spielerisch an Coding und Robotic heranführen. Sogar in Fachhochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sind die Robos mittlerweile im Einsatz. Petra Ferrari, Direktorin der Galileo Grundschule in Stuttgart, arbeitet seit einem Jahr mit Robo Wunderkind: „Es ist ein tolles Tool, das wir in unserem Bildungshaus, sowohl bei unseren Schulforschern der Kita, als auch in der Grundschule einsetzen. Die Anregungen über die Projekt-Karten helfen den Kindern, Projekte nachzubauen. Sie können aber ganz frei und kreativ neue Dinge erfinden und programmieren.“

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 24/2020 (Download PDF)

Neugierde nutzen, Teamarbeit fördern

In der Kita Hoppetosse in Gummersbach lernen die Vorschulkinder Programmieren: „Wir arbeiten nun das zweite Kita-Jahr mit unseren Robo Wunderkind-Kits. In kleinen Gruppen tüfteln die Kinder, die sich in ihrem letzten Jahr bei uns befinden und im Folgejahr eingeschult werden, eigene Projekte aus und legen selbstständig drauf los. Das fördert nicht nur die Coding-Fähigkeiten, sondern auch den eigenen Erfindergeist,“ berichtet Manuel Broska, Erzieher der städtischen Kita. Ausprobieren, Scheitern und einen neuen Anlauf wagen sieht Iarotska als zentrale Elemente: „Das Lernen mit den Robos lebt von Teamarbeit, Austausch und dem Mut, auch mal etwas Neues auszuprobieren – gemeinsam und mit Spaß. Es darf auch mal etwas nicht auf Anhieb klappen oder anders funktionieren, als gedacht,“ so die 36-jährige Robo-Gründerin.

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