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Ethernet-Steckverbinder RJ45 für die Industrie

Redakteur: Kristin Rinortner

Weidmüller bringt mit IE-Line einen gigabitfähigen Ethernet-Steckverbinder auf den Markt. Das System basiert auf der STEADYTEC-Technologie und bietet durchgängige IP-67-Lösungen für Kupfer- und Lichtwellenleiter. Was sich dahinter verbirgt, erklärte Simon Seereiner, Portfoliomanager Industrial Ethernet.

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Die industrietauglichen RJ45-Steckverbinder verfügen über eine einfach zu handhabende Schnellanschlusstechnik. Ein robustes Zink-Druckguss-Gehäuse stellt eine durchgängige Schirmung und mechanische Stabilität sicher.
Die industrietauglichen RJ45-Steckverbinder verfügen über eine einfach zu handhabende Schnellanschlusstechnik. Ein robustes Zink-Druckguss-Gehäuse stellt eine durchgängige Schirmung und mechanische Stabilität sicher.
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Seereiner, was zeichnet Ihre neue Steckverbinder-Technologie für Industrial Ethernet aus?

Unser IE-Line-System steht für eine neue gigabitfähige Industrial-Ethernet-Steckverbinderfamilie mit STEADYTEC-Technologie. „STEADY“ steht dabei für zuverlässig und „TEC“ für Technologie. Die Reihe lässt sich mit den Worten „zuverlässig, einfach, schnell und lösungsorientiert“ beschreiben. Zudem sind die vollgeschirmten Steckverbinder Kat.6-fähig, kompakt gebaut und direkt im Feld konfektionierbar – und das werkzeuglos.

Welchen Nutzen hat der Anwender?

Wir setzen auf ein modulares Plattformkonzept, das gleich mehrere Vorteile in sich vereint. Erstmalig erhält der Kunde durchgängige IP67-Lösungen für die Kupfer- und LWL-Verkabelung. Außerdem ermöglicht die freie Kombination der Einsätze zahlreiche Ausführungen. Die RJ45-Gigabit-Steckverbinder sind – wie bereits erwähnt – ohne Spezialwerkzeug im Feld konfektionierbar.

Nicht zuletzt fasst das Plattformkonzept eine hohe Ausstattungsvielfalt bei Material und Anschluss zusammen. Zu nennen wären die robust ausgelegten, stabilen Kunststoff- oder Zinkdruckguss-Gehäuse.

Die hochwertige Kontakttechnologie mit mehr als 750 garantierten Steckzyklen für Stecker gemäß IEC 60603-7 komplettiert das Angebot.

Welchen Normen genügen die Steckverbinder, wo sind sie einzuordnen?

Unsere IE-Line-Steckverbinder sind in der IEC 61076-3-106 beschrieben. Die in der Norm genannten Steckverbinder der Varianten 4 (Ethernet/TCP/IP, Anm. d. Red.) und 5 (Profinet, Anm. d. Red.) sowie Variante 1 (Ethernet IP, Anm. d. Red.) sind darüber hinaus in den Normen für anwendungsneutrale Verkabelungen von Industriegebäuden ISO/IEC 24702 (FDIS), prEN50173-1:2006, IEC 61918 (Automation Island, Anm. d. Red.) sowie Feldbusinstallationen IEC 61784-5 vorgeschrieben. Diesen Normen entsprechen die Steckverbinder in vollem Umfang.

Steckverbinder sollten bei allem entwicklungstechnischen Fortschritt einfach bedienbar sein ...

Das stimmt. Zwei wesentliche Anforderungen an die RJ45-basierte Steckverbinderfamilie waren einfache Handhabung und Modularität. Dementsprechend wurde das industrietaugliche RJ45-System mit einer einfach handhabbaren Schnellanschlusstechnik für Leiterstärken von AWG 22 bis AWG 26 und Übertragungseigenschaften bis einschließlich Kategorie 6 entwickelt.

Komponenten für Industrial Ethernet lassen sich nicht einfach aus der Büro- in die Industriewelt übertragen. Was geben Sie Ihren Komponenten für industrielle Anwender mit?

Das industrietaugliche RJ45-System habe ich bereits erwähnt. Hinzu kommt das robuste Zink-Druckgussgehäuse der Steckverbinder, dies stellt eine durchgängige, solide Schirmung und hohe mechanische Stabilität sicher.

Unsere Steckverbinder verfügen über eine integrierte Erdung. So wird die Leitung für den Potenzialausgleich einfach via Flachstecker FS 2.8 an Modul oder Kupplung angeschlossen. Auch hierbei steht die einfache Handhabung an oberster Stelle: Der Anwender führt die Litzen des Kabels in das Ladestück ein, führt das Steckerunterteil mit dem Ladestück zusammen und drückt das Ladestück und Unterteil ineinander – fertig!

Welche Industrial-Ethernet-Varianten unterstützt das System?

Die RJ45-Steckverbinder in IP 67 unterstützen sämtliche Varianten der am Markt befindlichen Industrial Ethernet-Lösungen. Neben den RJ45-Einsätzen können auch LWL-Steckverbinder integriert werden. Die LWL-Steckverbinder besitzen ebenfalls eine Schnellanschlusstechnik und können für Plastic Optical Fibre, Plastic Cladded Fibre und Glass Optical Fibre in 50 und 62,5 µm verwendet werden.

Integriert werden Standard LC-Duplex- und SC-Steckverbinder. Für die IP-67-Umgebung werden für RJ45 und LWL dieselben Gehäuse verwendet. Dabei stellt eine spezielle Abdichttechnologie die Schutzart sicher.

Die Gehäuse besitzen eine axiale Rechteckdichtung und überlappende Verschraubung, sodass sich Schmutz im Verriegelungsmechanismus nicht ablagern kann. Selbst nach mehr als 750 Steckzyklen garantiert das System die Schutzart IP 67.

Das Portfolio umfasst neben den Kunststoff- auch Metallgehäuse für „harte“ Anforderungen.

Wie flexibel und zukunftssicher ist das System – auch im Wettbewerbsumfeld?

Wir haben die Wettbewerbsprodukte sehr genau hinsichtlich Stärken und Schwächen analysiert. Die Schwächen haben wir nicht eingebaut und die Stärken unserer Wettbewerber verbessert. Aus unserer Sicht profitieren Anwender von einer maximalen Flexibilität.

Die IE-Steckverbinder der Varianten 4, 5 und 1 repräsentieren den aktuellen internationalen Standard auf diesem Gebiet. Das vermeidet Fehlinvestitionen und Technologierisiken – sowohl beim Maschinenhersteller als auch beim Anlagenbetreiber. Mit einem Konzept, das verschiedene Übertragungsmedien erlaubt, sind wir bestens für zukünftige Applikationen gerüstet.

Und wir bieten eine höhere Durchgängigkeit zwischen Gebäuden und Industrieumgebungen und sind kompatibel zu vorhandenen Komponenten.

IE-Steckverbinder mit STEADYTEC-Technologie wurden von mehreren Firmen entwickelt?

Ja, gemeinsam von BTR NETCOM, Telegärtner und Weidmüller. Die Unternehmen vertreiben Produkte mit STEADYTEC-Technologie und fungieren gleichzeitig als Ansprechpartner am Markt. Die Technologiemarke STEADYTEC bündelt sich ergänzende Kompetenzen ideal.

Herr Seereiner, vielen Dank für das Gespräch.

Weidmüller, Tel. +49(0)5231 141190

Gegendarstellung

Im Interview behauptet Herr Seereiner als Antwort auf die dritte Frage, dass die IE-Line-Steckverbinder von Weidmüller den Normen IEC 61076-3-106 (Variante 1, 4, 5), ISO/IEC 24702, prEN50173-1:2006, IEC 61918 und IEC 61784-5 in vollem Umfang entsprechen.

Diese Aussage ist nicht korrekt, richtig ist:

Die Variante 4 ist in der bereits publizierte ISO/IEC 24702 als TO (Telecommunication Outlet) genormt, andere Steckverbinder sind als TO nicht zugelassen.

Da prEN 50173-1: 2006 auf ISO/IEC 24702 basiert, gilt auch dort, nur die Variante 4 ist als TO zugelassen.

Die Varianten 4 und 5 nach IEC 61076-3-106 sind in den aufgeführten Verkabelungsnormen (Entwurf IEC 61918 und Entwurf IEC 61784-5) nicht spezifiziert.

Der letzte Satz des Abschnittes: „Diesen Normen entsprechen die Steckverbinder in vollem Umfang“ vermittelt den Eindruck, dass alle aufgeführten Normen etwas zur Spezifizierung der Steckverbinder beitragen, richtig ist, dass nur IEC 61076-3-106 die Gehäuse für RJ45-Steckverbinder normt.

Gerd Weking, Chairman IEC TC 48

HARTING, Tel. +49(0)5772 47744

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