Rittal, Siemens und Atos entwickeln Intelligent Edge Data Center

| Redakteur: Katharina Juschkat

Rittal, Atos und Siemens schließen sich zusammen (vorn v.l.): Alexander Schmid (Atos); Bertrand Delatte (Siemens); Robin Just (Siemens); Gilles Delample (Atos); Benoit Couchon (Atos); Marcus Fischbach (Rittal). Hinten v.l.: Ernst Joachim Schulze (Atos); Jean-Baptiste Patry (Atos); Matthias Flender (Atos); Luc Alséne (Rittal France); Emmanuel Le Roux (Atos); Guido Fritz (Siemens) und Martin Kipping (Rittal).
Rittal, Atos und Siemens schließen sich zusammen (vorn v.l.): Alexander Schmid (Atos); Bertrand Delatte (Siemens); Robin Just (Siemens); Gilles Delample (Atos); Benoit Couchon (Atos); Marcus Fischbach (Rittal). Hinten v.l.: Ernst Joachim Schulze (Atos); Jean-Baptiste Patry (Atos); Matthias Flender (Atos); Luc Alséne (Rittal France); Emmanuel Le Roux (Atos); Guido Fritz (Siemens) und Martin Kipping (Rittal). (Bild: Rittal)

In einer gemeinsamen Partnerschaft haben Rittal, Siemens und Atos ein Intelligent Edge Data Center entwickelt. Die Lösung soll ab Herbst 2019 verfügbar sein.

Rittal hat eine Partnerschaft mit Atos und Siemens geschlossen, um gemeinsam eine intelligente Edge-Data-Center-Lösung zu entwickeln. Zur Anwendung kommen soll das „Intelligent Edge Data Center“ (IEDC) für Smart Industries, Smart Cities, Smart Retail, bei Energie- und Versorgungsunternehmen und dem öffentlichen Sektor.

Intelligent Edge Data Center kann Daten in Echtzeit verarbeiten

Das IEDC soll eine maximal konfigurierbare Datacenter-Lösung sein, mit der Unternehmen IoT-Daten in Echtzeit verarbeiten können. Zu den Bestandteilen der Lösung zählen Mindsphere, das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem von Siemens, die neuen Bullsequana-Edge-Computing-Server und Bullsequana-S-Server sowie Codex Cloud Industrial Supervision (CIS) von Atos. Unternehmen sollen mithilfe der Lösung zur Datenverarbeitung und -analyse ihre gesamten Wertschöpfungsprozesse optimieren können.

Die OT(Operational Technology)-Infrastruktur wurde von Rittal entwickelt und als Edge Data Center ausgelegt. Damit kann der Betrieb am Entstehungsort der Daten vorgesehen werden. Das ermöglicht eine Verarbeitung der IoT-Daten in Echtzeit und somit eine schnellere Analyse der Datenströme sowie verbesserte Automatisierungsprozesse.

Auf der IT-Infrastrukturseite stellen Atos und Siemens Software-Lösungen für IoT-Anwendungen sowie Edge-Lösungen zur Verfügung, die die Erfassung, Berechnung und Analyse von Daten unterstützen.

Anwendung im smarten Fertigungsumfeld

Das IEDC soll ab dem 3. Quartal 2019 weltweit verfügbar sein, mit besonderem Fokus in den ersten Monaten auf den Wirtschaftsräumen EMEA und den USA. Atos wird diese Lösung vermarkten. Das IEDC ist in verschiedenen Leistungsklassen erhältlich, vom Wandanbaugerät oder IT-Rack bis hin zu einem leistungsfähigen und skalierbaren Datacenter-Container.

Das Data Center ist für Unternehmen gedacht, die den Schritt zur Digitalisierung hin gemacht haben und deshalb große Mengen an Echtzeitdaten z.B. im smarten Fertigungsumfeld verarbeiten wollen. Weitere Anwendungsbeispiele finden sich in Branchen wie dem digitalisierten Einzelhandel (Smart Retail) bis hin zum digitalisierten Gesundheitswesen (Smart Healthcare), aber auch Smart Cities oder dem Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes. Im letzteren Fall etwa kann ein IEDC die Datenverarbeitung direkt am Mobilfunkmast ermöglichen.

So funktioniert das Intelligent Edge Data Center

Das IEDC ist eine sichere, hoch-standardisierte und industrialisierte Lösung. Sie lässt sich autonom in Umgebungen außerhalb von Rechenzentren betreiben, ohne dass ein geschützter Raum (White Room) oder ein lokaler Betrieb mit IT-Personal vor Ort erforderlich sind. Die Lösung ist ein Mindsphere-fähiges System, mit dem IoT-Anwendungen sowohl cloudbasiert als auch vor Ort betrieben werden können. Mit der MindSphere-Architektur werden cloudbasierte oder lokale Implementierungen unterstützt.

Die Atos Codex CIS Software ist das IoT-Backbone des Systems und ermöglicht darüber hinaus, verschiedene Sensoren innerhalb eines IEDCs zu vernetzen. Das IEDC kann mit anderen Edge Data Centern verknüpft werden und so ein Netzwerk bilden. So wird eine schrittweise Einführung von neuen oder prozessoptimierten Anwendungen und Lösungen im Unternehmen ermöglicht. Die relevanten Daten jedes Netzwerkknotens sind auf Dashboards verfügbar und ermöglichen einen tiefen Einblick in Überwachung, Steuerung und Optimierung mittels Datenanalyse.

Von wem die Komponenten des IEDC stammen:

  • Atos: IT-Infrastruktur wie Bullsequana Edge, Bullsequana S, Atos Codex CIS, Mindsphere (Apps), Atos Business Applications & Services, Predicitive Maintenance, KI-Anwendungen von Dritten und Gesamtüberwachung.
  • Rittal: OT-Infrastruktur wie Edge Data Center, Gehäuse-, Stromversorgungs-, Kühlungs-, (Basis)Überwachungs- und Sicherheitstechnik.
  • Siemens: Technische Infrastruktur wie erweiterte Überwachung und Sicherheit, Stromabsicherung, und IT wie etwa Gebäudemanagementsystem und Mindsphere (Plattform und Apps).

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Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Konstruktionspraxis.

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