Risiken vermeiden beim Einsatz von Free und Open Source Software

| Redakteur: Johann Wiesböck

Referentin: Dr. Catharina Maracke, Software Compliance Academy
Referentin: Dr. Catharina Maracke, Software Compliance Academy (Bild: Joi Ito)

Grundsätzlich sind Open-Source-Lizenzen so konzipiert, dass eine Verletzung der Lizenzpflichten automatisch zum Wegfall der Rechte und damit zu einer Urheberrechtsverletzung führt. Die Folgen können nicht nur teuer sondern sogar strafrechtlich relevant sein.

Während es bei der Nutzung proprietärer Software allgemein bekannt ist, dass diese nur nach den Vorgaben der jeweiligen Lizenzbedingungen, wie beispielsweise der Zahlung von Lizenzgebühren, genutzt werden darf, wird beim Einsatz von Open Source Software häufig übersehen, dass auch deren Nutzung nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Die meisten Open Source Lizenzen enthalten neben der weitreichenden Einräumung von Nutzungsrechten konkrete Vorgaben und Bedingungen, die beim Einsatz der jeweiligen Open Source Software zu beachten sind.

So verlangen beinahe alle Open Source Lizenzen, dass entsprechende Urheberrechts- und Lizenzvermerke bei Weitergabe der Software mitgeliefert werden. Eine häufig zu findende weitere Verpflichtung besteht darin, den Quellcode bei Weitergabe der Software offenzulegen und zugänglich zu machen. Einige Open Source Lizenzen verbinden diese Voraussetzung mit dem sogenannten „Copyleft“ und verlangen, dass der Nutzer von ihm veränderte Software nur unter den für die ursprüngliche Software geltenden Lizenzbedingen weitergeben darf.

Seminar „Free and Open Source Software (FOSS) Compliance”

Die Vielschichtigkeit der Lizenzbedingungen und vor allem die letztgenannte Verpflichtung zur Weitergabe unter den ursprünglichen Lizenzbedingungen wirft in der Praxis die oft vernachlässigte Frage der rechtlichen Kompatibilität mit anderen Softwarekomponenten auf. Und auch die Rechtsfolgen einer Verletzung der unterschiedlichen Lizenzpflichten sind nicht zu unterschätzen und können zu weitreichenden Konsequenzen führen.

Grundsätzlich sind Open Source Lizenzen so konzipiert, dass eine Verletzung der Lizenzpflichten automatisch zum Wegfall der Rechte und damit zu einer Urheberrechtsverletzung führt (sog. auflösende Bedingung).

Als Konsequenz sieht das Urheberrecht neben den Ansprüchen auf Unterlassung und Schadensersatz sowie auf Auskunft in Bezug auf Vertriebsketten und Anzahl der Endgeräte, vor allem auch die Vernichtung und den Rückruf entsprechender Produkte aus der Lieferkette vor. Auch strafrechtliche Konsequenzen können folgen.

Wenn Sie bzw. Ihr Unternehmen solche Risiken minimieren will, dann empfehlen wir Ihnen das Seminar „Free and Open Source Software (FOSS) Compliance – Rechtliche Rahmenbedingungen und Umsetzung im Unternehmen“ am 9. November 2017 in Würzburg. Alle Infos zum Seminar und die Anmeldung finden Sie hier: www.b2bseminare.de/152:

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