Befehlssatzarchitektur

RISC-V und sein Potential für den Industriemarkt

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Referenzdesigns und Entwicklungsumgebungen

Es gibt mehrere Stellen für den Start. Für Hintergrundinformationen über RISC-V und seine Mitgliederorganisationen gehen Sie auf www.riscv.org. Falls Sie einfach nur sofort mit einem Design beginnen und Code für einen RISC-V-Core schreiben möchten, besuchen Sie Microsemis Github Site. Microsemi war der erste FPGA-Hersteller, der einen RISC-V-IP-Core mit offener Architektur und eine umfassende Software-IDE-Lösung anbietet.

Entwickler können den RISC-V-IP-Core in mehreren verschiedenen Flash-basierten FPGAs einsetzen, darunter PolarFire-FPGAs sowie IGLOO2- und SmartFusion2-Bausteine. Diese Bausteine ermöglichen auch die Speicherung des Boot-Codes für den RV32IM-Core in sicherem eNVM, was Schadsoftware oder die Installation eines Rootkits verhindern kann. Embedded-Ingenieure können die Vorteile dieser offenen HDL-Architektur in ihren individuellen FPGA-Designs nutzen, indem sie die SoC Design Suite Libero heranziehen.

Für die Entwicklung von Software-Code bietet die Eclipse-basierte Soft Console IDE (Integrated Development Environment) auf einer Linux- oder Windows-Plattform kompletten Entwicklungssupport einschließlich C oder C++ Compiler und Debugger.

Falls Sie lediglich einen RISC-V-Core prüfen und ausführbaren Softwarecode schreiben möchten, hat Microsemi eine Serie von Referenzdesigns entwickelt. Die bevorzugte (und preiswerteste) Lösung ist das Creative Board RISC-V-Referenzdesign. Mit dem Creative Entwicklungskit von Future Electronics und einem Arduino Touch-Screen-Display hat Microsemi den RV32IM-Core implementiert und Quellcode kompiliert, um ein Tick-Tack-Toe-Spiel zu spielen.

Das komplette Referenzdesign lässt sich erstellen aus dem Creative Board und dem Arduino Shield Display, die zusammen etwa 85 US-$ kosten. Der RISC-V-IP-Core von Microsemi, die Libero SoC Entwicklungssoftware und die Soft Console IDE können kostenlos von der Microsemi Github Site heruntergeladen werden.

Mit dem breiten Einsatz von RISC-V haben Entwickler heute Zugang zu einer neuen alternativen Prozessorarchitektur. Falls in Ihrem System Linux läuft, ist die Wahl eines geeigneten RISC-V-Bausteins eine überzeugende Alternative zu ARM. Von den Vorteilen wie Design-Portierbarkeit, Retargeting auf verschiedene Hardware und geringere Leistungsaufnahme kann praktisch jede Industrieapplikation profitieren. Kunden können auch auf die feste ISA setzen, um die Langlebigkeit der Architektur sicherzustellen.

Der RISC-V Prozessor ist besonders attraktiv für Applikationen, bei denen funktionale Sicherheit, Zertifizierung und Datensicherheit wichtig sind. Für Industrie-Ingenieure, die es vorziehen, zusammenzuarbeiten und die Open Source Community nutzen zu können, ist RISC-V die logische Wahl. Unabhängig von Ihrer Begründung gibt es keine Zweifel, dass der Einsatz eines RISC-V-Core für Embedded-Entwickler eine neue Generation der Innovation hervorbringt.


Mehr über die Implementierung von RISC-V in FPGA- und Embedded-Designs präsentiert Ted Morena in seinem Vortrag auf dem FPGA-Kongress 2017, der vom 11.- 13. Juli 2017 in München-Dornach stattfindet.

* Ted Marena ist Director FPGA/SoC Marketing der Microsemi Corporation.

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