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Renesas verneint Verhandlungsgespräche mit Maxim

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Montagabend hatte die amerikanische Sendergruppe CNBC gemeldet, dass der japanische Chiphersteller Renesas anstrebe, den amerikanischen Mitbewerber Maxim Integrated zu kaufen. Der Börsenkurs von Maxim zog daraufhin deutlich an. Eine Renesas-Sprecherin widersprach diesen Gerüchten.

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Angeblich 20 Milliarden US-$ soll Renesas laut einem CNBC-Bericht für den amerikanischen Mitbewerber Maxim Integrated geboten haben. Das Unternehmen weist diese Meldung zurück.
Angeblich 20 Milliarden US-$ soll Renesas laut einem CNBC-Bericht für den amerikanischen Mitbewerber Maxim Integrated geboten haben. Das Unternehmen weist diese Meldung zurück.
(Bild: Renesas)

CNBC berichtete am Montag dem 29. Januar, dass Renesas sich in Verhandlungsgesprächen mit Maxim befände. Demnach möchte Renesas den amerikanischen Mitbewerber für ungefähr 20 Milliarden Dollar kaufen. Der Bericht stützte sich auf "anonyme Quellen", eine Transaktion stünde demnach nicht unmittelbar bevor. Tatsächlich sei laut CNBC unklar, ob überhaupt ein Geschäft zustandekäme. Trotzdem stieg nach dem Report der Aktienkurs von Maxim aufgrund der Gerüchte um mehr als 12 Prozent, bevor er im After-Hour-Handel wieder etwas zurückging.

Eine Sprecherin für Renesas erwähnte allerdings gegenüber der amerikanischen Fachzeitschrift EE Times, dass das Unternehmen derartige Verhandlungen bestreitet: Renesas befände sich derzeit nicht in Gesprächen, um Maxim zu erwerben. Renesas habe auch eine entsprechende Anweisung an die Tokioter Börse gemeldet. Von Seiten von Maxim hieß es derzeit nur, dass es nicht Bestandteil der Firmenpolitik sei, sich zu Spekulationen oder Gerüchten zu äußern.

Die Merger- und Akquisetätigkeit in der Halbleiterindustrie hat sich im vergangenen Jahr nach einem zweijährigen Kaufrausch von beispiellosem Ausmaß etwas abgekühlt. Der Gesamtwert der Akquisitionen in der Halbleiterindustrie rutschte im vergangenen Jahr auf 27,7 Milliarden Dollar ab, verglichen mit 107,3 Milliarden Dollar im Jahr 2015 und 99,8 Milliarden Dollar im Jahr 2016. Dennoch war laut den Marktanalysten von IC Insights das Umsatzvolumen für Merger und Akquisen im Jahr 2017 immer noch mehr als doppelt so hoch als der entsprechende Jahresdurchschnitt in den Jahren 2010 bis 2015.

Tatsächlich laufen noch einige versuchte Merger und Akquisen mit rekordverdächtigem Umsatzvolumen Allerdings sind dieser derzeit ins Stocken geraten: Qualcomm versucht bereits seit geraumer Zeit, NXP - Renesas größtem Konkurrenten im Bereich der Mikrocontroller - in einem rekordverdächtigem 47-Milliarden-Dollar-Deal zu übernehmen. Kartellamtsprüfungen und andere Schwierigkeiten haben allerdings die angestrebte Übernahme verzögert. Qualcomm hat NXP-Aktionären nun eine weitere Frist bis Mitte Februar eingeräumt, um ihre Aktienpapiere zu verkaufen, nachdem die Aktionäre bis Mitte Dezember gerade einmal 1,9% der Aktienpapiere freigemacht hatten. Zudem ist Qualcomm selbst derzeit Ziel eines feindlichen Übernahmeversuchs des Konkurrenten Broadcom im Wert von etwa 105 Milliarden Dollar.

Im Jahr 2016 gewann Renesas einen Bieterwettbewerb mit Maxim, um den Automobil-IC-Hersteller Intersil für 3,2 Milliarden Dollar zu erwerben. Intersil firmiert seit Anfang diesen Jahres als Renesas Electronics America.

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