Suchen

Panasonic Electric Works Relais-Fertigung in Deutschland garantiert Qualität und Flexibilität

Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Dem elektromechanischen Schalter wird schon seit vielen Jahren prophezeit, in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Tatsächlich aber nimmt der Bedarf von Jahr zu Jahr zu. Um dem gerecht zu werden, entwickelt, verbessert und produziert Panasonic Electric Works eine Vielzahl von Relais-Serien – und baut ein neues Logistikzentrum im bayerischen Pfaffenhofen direkt neben der deutschen Relais-Fertigung.

Firmen zum Thema

Automatische Relais-Montage
Automatische Relais-Montage
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits seit den sechziger Jahren wird das Verschwinden elektromechanischer Relais vorhergesagt. „Eine wirkliche Ablöse ist aber nach wie vor nicht in Sicht“, konstatiert Wolfgang Tondasch, Geschäftsführer Panasonic Electric Works Deutschland. Im Gegenteil: Die Neu- und Weiterentwicklung der elektromechanischen Präzisions-Relais führt auch zu einer immer stärkeren Miniaturisierung. Zusammen mit den weiterhin niedrigeren Kosten ist dies ein Grund, weshalb solche Relais allen Unkenrufen zum Trotz seit vielen Jahren gegenüber Halbleiterlösungen nicht nur bestehen können, sondern steigende Umsatzzahlen aufweisen, was ihre besondere wirtschaftliche Bedeutung unterstreicht.

So verbucht auch Panasonic Electric Works, einer der weltweit größten Relaisproduzenten, zweistellige Stückzahl-Zuwächse, die trotz stetig sinkender Preise zu beachtlichem Umsatzplus führen. Seit mehr als 30 Jahren bietet das Unternehmen eines der umfangreichsten Produktspektren an elektromechanischen und elektronischen Relais, die heute in allen wichtigen Marktsegmenten zu finden sind – von der Automatisierung, den Maschinenbau und der Sicherheitstechnik über die Haushalts- und Konsumgüterindustrie bis zur Telekommunikation und Automobilindustrie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Relais in 3000 Versionen – Wurzeln reichen bis 1962 zurück

Dementsprechend vielfältig sind die Relaistypen, von denen Panasonic Works etwa 3000 Versionen anbietet. Die europäische Wurzel von Panasonic Electric Works, lässt sich bis ins Jahr 1962 zurückverfolgen. Damals gründeten die Herren Sauer, Dietrich und Sterff die SDS-Relais GmbH, die heute zum japanischen Matsushita (Panasonic)-Konzern gehört. „Trotz der permanenten Neu- und Weiterentwickungen decken unsere ‘historischen Produkte‘ noch gut 30 Prozent des Umsatzes ab, was die Dauerhaftigkeit der Technologie kennzeichnet“, betont Wolfgang Tondasch.

In Deutschland hat das Unternehmen einen Marktanteil von 22 Prozent, bei den Sicherheitsrelais sind es sogar 40 Prozent, und im Automotive-Sektor ist Panasonic sogar der einzige Hersteller, der ein Automobilrelais für die Komfortelektronik in Europa produziert. Die Fertigung solcher Relais, die hoch spezialisierten Anforderungen genügen müssen, bleibt deshalb weiterhin am Standort Deutschland. „Hier im bayerischen Pfaffenhofen stellen wir wegen des umfassenden Know-hows einen besonders hohen Qualitäts-Standard sicher, sind nahe am Kunden und können schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren“, erklärt Wolfgang Tondasch.

Um die Relais heute allerdings zu konkurrenzfähigen Preisen herstellen zu können, sind ein hoher Automatisierungsgrad und eine hohe Fertigungstiefe nötig. Dazu gehören, erläutert Werksleiter Thomas Michael, umfassende Dienstleistungen auf allen Ebenen – von der Entwicklung über die Teilefertigung und Baugruppen-Montage, bis zum Werkzeugbau. Nur wenige Komponenten wie Klebstoffe und Wickeldraht kauft Panasonic zu.

Hoher Automatisierungsgrad und hohe Fertigungstiefe

So umfassen die Kernkompetenzen auch eine hochkomplexe Spritzguss-Technik, die es ermöglicht, Einzelteile mit oder ohne Einlegeteile für verschiedene Relaistypen herzustellen. „Gerade dabei kommt es eben darauf an, dass Know-how, hochwertige technische Ausrüstung und Erfahrung zusammenspielen“, so der Produktions-Experte. Auch die Stanzteile stellt man für die nachfolgende automatisierte Montage im Haus her. Ebenfalls ein eigenes Verfahren: Mehrspindel-Wickelautomaten wickeln Drähte mit Durchmessern von 18 bis 90 ?m mit bis zu 25.000 Umdrehungen pro Minute auf die Spulenkörper.

Zusätzlich zu den zahlreichen Tests und Kontrollen wird die Fertigungsqualität durch umfangreiche prozess-begleitende optische und elektrische Prüfungen abgesichert. Beispielsweise überwachen Bildverarbeitungs-Systeme die Justageprozesse der Sicherheitsrelais. Losweise durchgeführte Versandaudits vor der Auslieferung runden die qualitätssichernden Maßnahmen ab.

Damit die gesamte Produktion – an sechs Tagen in der Woche im Drei-Schicht-Betrieb – reibungslos erfolgen kann, passieren Werkzeuge und Materialien sowie jeder Mitarbeiter beim Betreten der Produktionshallen zuerst eine Luftdusche, die so genannte Staubschleuse, die dafür sorgt, dass Partikel und Verunreinigungen draußen bleiben. Zusätzlich ist der Luftdruck im Produktionsbereich etwas höher als außen (2 bis 10 mPa), was reinraumähnliche Bedingungen schafft. „Bei allen Prozessen verfolgen wir eine Null-Fehler-Strategie, die bisher zu einem Qualitätskosten-Anteil aus interner Nacharbeit und Kundenreklamation von je 0,07 Prozent des Umsatzes führt“, erläutert Michael.

Wenn sich auch der Großteil der Produktion in Deutschland befindet, so wird doch das, was sich vor Ort nicht automatisieren lässt, im tschechischen Plana – der verlängerten Werkbank – durchgeführt. Das zweieinhalb Fahrstunden von Pfaffenhofen entfernte Werk arbeitet mit den gleichen Strukturen und bietet so die Voraussetzungen, bestimmte Fertigungsschritte kostenoptimiert aufzuteilen.

Zentrales Europalager

Um in Zukunft den Kunden noch schneller zu bedienen und den Lagerbestand – dessen Wert momentan für Gesamteuropa ca. 40 Mio. Euro ausmacht – schneller umzuwälzen, will Panasonic Electric Works im Juni 2007 sein neues Logistikzentrum in Pfaffenhofen direkt neben der Relais-Fertigung in Betrieb nehmen. Das vollautomatische, 25 m hohe Hochregallager bietet Platz für mehr als 4000 Paletten mit über 13 000 verschiedenen Produkten und ergänzt das dortige manuell betriebene Lager. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund drei Mio. Euro. Die bisherigen zehn dezentral über Europa verteilten Lager werden zwar nicht aufgegeben, deren Warenbestand wird aber nach Inbetriebnahme des Zentrallagers deutlich reduziert. Neben der deutschen und der tschechischen Produktionsstätte werden auch Fabriken aus Japan, China, Thailand und Amerika ihre Produkte für die knapp 50 000 registrierten europäischen Kunden in das neue Zentrallager liefern.

Panasonic Electric Works, Tel. +49(0)8024 6480

(ID:191488)