Reinigungsroboterrennen am Berliner Hauptbahnhof

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Automatisierte Scheuersaugmaschinen im Berliner Hauptbahnhof: Die Deutsche Bahn will in einem "Rennen" unter vier Reinigungsrobotern ermitteln, welcher sich am besten für eine automatisierte Bahnhofsreinigung eignet.
Automatisierte Scheuersaugmaschinen im Berliner Hauptbahnhof: Die Deutsche Bahn will in einem "Rennen" unter vier Reinigungsrobotern ermitteln, welcher sich am besten für eine automatisierte Bahnhofsreinigung eignet. (Bild: DB AG / Pablo Castagnola)

Mehr Sauberkeit in deutsche Bahnhöfe: Im ersten Reinigungsroboterrennen Deutschlands möchte die Deutsche Bahn das Potential vollautomatisierter Bahnhofsputzer ermitteln. Vier Reinigungsroboter kämpften am Dienstag um einen Zweijahres-Vertrag.

Was in manchen Haushalten schon staubsaugende Realität ist, gibt es in deutschen Bahnhöfen bald auch eine Nummer größer: Reinigungsroboter. In Sekundenschnelle können automatisierte Scheuersaugmaschinen Hindernisse erkennen, Gefahren einschätzen und Routen dynamisch anpassen – auch in öffentlichen Räumen. Die DB will mit den „smarten Schrubbern“ Bahnhöfe künftig noch effizienter sauber halten.

Um für ihre Kunden die Besten zu testen, ließ die Deutsche Bahn am Dienstag dem 30. Januar im Berliner Hauptbahnhof Reinigungsmaschinen von vier internationalen Herstellern gegeneinander antreten. Zu der „Automated Cleaning:Challenge“ hatte das digitale Innovationslabor DB mindbox zusammen mit der Dienstleistungstochter DB Services aufgerufen. Bei den vier Robotern handelte es sich um Modelle des Ulmer Start-Ups Adlatus Robotics, der Schweizer Firma Cleanfix, dem amerikanischen Unternehmen Taski Diversey und dem auf Fahrtreppen- und Bodenreinigungssystemen spezialisierten Reinigungsmaschinenhersteller Hefter cleantech aus Prien am Chiemsee.

"Digitalisierungsperspektiven bei der Bahnhofsreinigung aufzeigen"

Die Reinigungsroboter mussten sich auf einem 200 Quadratmeter großen Parcours zum Beispiel gegen Ketchup-Flecken und Chips-Reste behaupten. Eine Jury soll die Orientierung im Bahnhof, das Abfahren optimaler Reinigungsrouten, die Reaktion auf Hindernisse und Reisende, die Reinigungsqualität und -leistung sowie die Betriebssicherheit beurteilen. Dem Gewinner winkt ein Zweijahresvertrag mit der DB, um die Bahnhofsreinigung weiterzuentwickeln.

Ziel des Wettbewerbs war, einen Überblick über Digitalisierungsperspektiven bei der Bahnhofsreinigung zu bieten. Die Navigation der im Berliner Hauptbahnhof zum Einsatz kommenden Roboter soll die Orientierung selbst in hoch komplexen Umgebungen ermöglichen. Eine leistungsfähige Sensorik erlaube zudem eine sichere Erfassung auch von beweglichen Objekten.

Geht die Akkuladung zur Neige, ist der Schmutzwassertank voll oder benötigt der Roboter frisches Wasser, fährt er selbständig an die Servicestation und wird dort mit allem Nötigen versorgt. So wird in Zukunft ein vollautonomer Betrieb über einen längeren Zeitraum möglich.

Nach erfolgreicher zweijähriger Testphase mit dem Gewinner sollen in ganz Deutschland Bahnhöfe mit Robotern auf Hochglanz gebracht werden. Sie sollen die Reinigungsteams künftig unterstützen.

Die DB betreibt deutschlandweit rund 5.700 Bahnhöfe. Die Böden großer Bahnhofshallen mit einer Fläche von bundesweit mehr als 1,8 Millionen Quadratmetern werden regelmäßig mit Scheuersaugmaschinen gereinigt. Allein im Berliner Hauptbahnhof sind 15.000 Quadratmeter zu säubern. Jährlich wendet die DB einen zweistelligen Millionenbetrag für die Reinigung der Bahnhöfe auf.

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Der Einsatz von Robotern macht Sinn und ist auch nicht aufzuhalten zumal die Technik in privaten...  lesen
posted am 31.01.2018 um 08:46 von Unregistriert


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