Open-Source-Messplattform RedPitaya ist über Web-Interface schnell programmiert

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Open-Source-Messplattform RedPitaya lässt sich cloud-basiert über einen Web-Browser programmieren. Außerdem verwandeln zwei webbasierte Apps RedPitaya in ein Oszilloskop und einen Spektrumanalysator.

Firmen zum Thema

Komfortabel bedient: Via Tablet kann RedPitaya über zwei webbasierte Apps bedient werden. Hier bekommt der Anwender Funktionen eines Oszilloskops und eines Spektrumanalysators.
Komfortabel bedient: Via Tablet kann RedPitaya über zwei webbasierte Apps bedient werden. Hier bekommt der Anwender Funktionen eines Oszilloskops und eines Spektrumanalysators.
(Bild: Alldaq)

Seit September 2013 ist RedPitaya auf dem Markt: Eine Open-Source-Messplattform. Ist RedPitaya mit dem Internet verbunden, können Anwender über einen Web-Browser die visuelle Online-Programmierumgebung aufrufen. Das setzt allerdings ein Abo in Höhe von 5 Euro voraus, um den cloud-basierten Service nach einer 7-tägigen Testperiode nutzen zu können.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Über die Weboberfläche kann der Anwender mit der Maus per Drag-and-drop-Technik verschiedene Blöcke platzieren, um so Programme zu erstellen. Beispielsweise lassen sich mit Sensorblöcken Parameter wie Temperatur, Feuchtigkeit, Alkohol, Wasserstand, Vibration, UV-Licht, Töne, Druck, Luftqualität oder Bewegung messen.

Eine weitere Gruppe von Blöcken bietet die Möglichkeit, Aktoren und Anzeigen anzusteuern. Das können beispielsweise LEDs, Displays, Motoren oder Relais für größere Lasten sein. Es gibt auch Blöcke, die Messergebnisse und Statusmeldungen per E-Mail versenden oder via Facebook und Twitter mit anderen teilen können.

Um eine Bedienoberfläche zu gestalten ist es möglich, Elemente wie Echtzeit-Graphik, Skalen, Digitalanzeigen, Schieberegler und Knöpfe zu platzieren. Damit können Messungen in Echtzeit überwacht und/oder der Programmablauf vom Computer, dem Smartphone oder Tablet aus gesteuert werden. Mit der visuellen Programmierumgebung bekommt der Anwender auch Einblicke in den tatsächlichen Programm-Code, der sich hinter den graphischen Blöcken verbirgt. Alternativ ist die Programmierung des RedPitaya mit Python, C/C++, Javascript und anderen gängigen Programmiersprachen möglich.

Eine Oszilloskop- und Spektrumanalysator-App

Über aktuell zwei webbasierte Profi-Apps kann der Anwender ebenfalls über den Web-Browser direkt vom Smartphone, Tablet oder PC auf seine Anwendung zugreifen und arbeitet ganz nach Wunsch unter den Betriebssystemen Mac OS, Linux oder Windows. Zwei Profi-Apps stehen derzeit zur Verfügung, die über den RedPitaya-App-Store verfügbar sind: Eine Oszilloskop-App mit zwei Kanälen, einer Abtastrate von 125 MS/s und einer Auflösung von 14 Bit. Darüber hinaus sind ein 2-Kanal Signalgenerator und ein 2-Kanal Spektrumanalysator mit DC bis 63 MHz verfügbar.

Im Gegensatz zu einem USB-Oszilloskopen bietet RedPitaya eine LAN- und optional WiFi-Verbindung. Eine Ethernet-Verbindung ist im Gegensatz zu USB galvanisch getrennt. Ein weiterer Vorteil von RedPitaya ist die variable Speichertiefe, die mit mehreren hundert MPunkten angegeben wird, was wesentlich mehr ist als bei vergleichbaren Oszilloskopen der gleichen Preisklasse.

Die rekonfigurierbare Hardware

Durch die Rekonfigurierbarkeit der Hardware eröffnen sich viele interessante Einsatzmöglichkeiten. Die System-on-Chip- (SoC-)Architektur kombiniert einfache Programmierbarkeit über die Software, welche typisch ist für DSP-Anwendungen und zeitgemäßer Hardware-Programmierung mit FPGAs.

Das Red Pitaya Board gibt es bei Alldaq für 199 Euro netto. Es ist auch ein Starter-Kit mit Netzteil und microSD-Karte oder das Diagnose-Kit erhältlich, welches zusätzlich zwei Oszilloskop-Tastköpfe mit entsprechenden SMA-zu-BNC-Adaptern enthält.

Weiterklick: Was taugt RedPitaya?

(ID:43650660)