Stromversorgung RECOM hat sich gut aufgestellt im Wachstumsmarkt Spannungswandler

Redakteur: Johann Wiesböck

10 Millionen Euro hat RECOM Electronic in ein hochmodernes Firmengebäude in Gmunden/Österreich investiert und ein Campus-Konzept à la Silicon Valley realisiert. Im Interview mit ELEKTRONIKPRAXIS erklärt CEO Karsten M. Bier seine Ziele im Wachstumsmarkt Spannungswandler.

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Karsten M. Bier ist CEO der RECOM-Gruppe und investiert kräftig in die Zukunft
Karsten M. Bier ist CEO der RECOM-Gruppe und investiert kräftig in die Zukunft
(Bild: Rene Reiter)

RECOM investiert 10 Millionen Euro in ein hochmodernes Firmengebäude. Welches Konzept steht hinter dem Neubau?

Wir sind in den letzten Jahren weit überdurchschnittlich gewachsen und waren in unserem alten Gebäude sehr beengt und fragmentiert, was ziemlich hinderlich sein kann. Im neuen Gebäude ging es also zunächst darum, Platz zu schaffen für unsere ambitionierten Pläne der kommenden 10 Jahre. Dazu gehört ein vollautomatisches Logistik-Center ebenso wie ein moderner, großzügig ausgestatteter Laborkomplex. Wir wollten ein modernes, kommunikatives Ambiente schaffen, in dem Technik gelebt wird. Deshalb haben wir ein Campus-Konzept realisiert, wie man das bei Hightech-Firmen in Silicon Valley kennt.

Wir bieten eine Plattfor

m, auf der sich Ingenieure von Kunden mit Studenten und unseren Entwicklern treffen können, um Ideen auszutauschen. Das geht so weit, dass wir im Penthouse sogar einige Apartments zur Verfügung stellen. Recom muss attraktiv sein für „internationale Design Kompetenz“ denn gute Entwickler sind rar in diesen Tagen. Wir haben neben Österreichern auch Amerikaner, Engländer, Philipinos und Chinesen an Bord und sind damit fast so „international“ wie unsere Kundenbasis.

Das Gebäude macht fast den Eindruck einer „gläsernen Manufaktur“. Wer war Ihr Vorbild?

„Gläserne Manufaktur“ wäre etwas übertrieben – in unserem neuen Headquarter wird ja nichts produziert. Von Prototypen mal abgesehen. Aber „Gläserne Labors“ haben wir schon. Wie gesagt: Wir wollen Technik leben! Und die darf man gerne sehen. Direkte Vorbilder haben wir keine. Im Laufe der Jahre sieht man manch innovative Firma und sammelt Ideen. Auch habe ich das Glück, eine Designerin zur Frau zu haben. Sie war de facto der „Art Designer“ und hat sich in Gesprächen mit Mitarbeitern und Architekten stark eingebracht.

In Ihren Labors fehlt es an nichts. Lohnt sich denn der Aufwand für ein eigenes EMV-Labor?

Die Elektromagnetische Verträglichkeit ist neben Zuverlässigkeit das zentrale Thema bei der Entwicklung von Power-Produkten. In einem Markt, in dem Neues oft sehr schnell kopiert wird, ist „Time to Market“ ein kritischer Faktor für den Erfolg. Dank unseres eigenen Labors können wir schon in einer sehr frühen Entwicklungsphase erste Tests fahren, ohne uns in die Warteschlange stellen zu müssen. Auch vermeiden wir so unangenehme Überraschungen bei der Zertifizierung. Ein weiterer wichtiger Punkt: Dieses Labor ist auch ein „Added Value“ für unsere Kunden. Denn wir testen auch ihre Prototypen und machen Vorschläge, wie Störpegel reduziert werden können.

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RECOM scheint weit schneller zu wachsen als die Elektronikbranche. Was ist Ihr Geheimnis?

Wesentliche Wachstumsimpulse kommen vom modularen Schaltungsdesign. Man ist flexibler, einzelne Module „zentral“ mit einer einzigen Spannung zu versorgen (z.B. 5V) und die benötigten Spannungen (z.B. 3.3V direkt am Prozessor) vor Ort durch DC/DC-Wandler zu erzeugen. Auch müssen einzelne Module aus Sicherheitsgründen oder zur Vermeidung von Erdschleifen voneinander isoliert werden. All dies bedeutet „mehr DC/DC-Wandler“! Hinzu kommt: Früher wurden Wandler noch selbst entwickelt und „diskret“ auf der Leiterplatte aufgebaut.

Inzwischen gibt es einen klaren Trend zum fertigen Modul. Zum einen stirbt in den Unternehmen das „analoge“ Knowhow rund um Trafo, Drosseln und Ferritkerne aus. Zum anderen sind modulare Wandler fürs Design-In verfügbar und erleichtern die Zertifizierung des Endprodukts. Hinzu kommt, dass die Preise für fertige Module durch die Massenproduktion so günstig geworden sind, dass sich Eigenentwicklungen nur noch ganz selten lohnen.

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