Suchen

REACh: Informationspflicht für sechs neue Schadstoffe

Redakteur: Margit Kuther

Für Unternehmen besteht sofortige Informationspflicht bezüglich der sechs neuen, besorgniserregenden Stoffe der REACh-Kandidatenliste. Details zu den Stoffen und der Informationspflicht lesen Sie im folgenden Beitrag.

Firmen zum Thema

REACh-Kandidatenliste: Sechs neue besorgniserregende Stoffe.
REACh-Kandidatenliste: Sechs neue besorgniserregende Stoffe.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Am 15.1. hat die ECHA (Ausschuss der Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur) die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe (substances of very high concern, SVHC) um sechs weitere auf nunmehr 197 Stoffe erweitert, die zulassungspflichtig werden können. Die Identifizierung als SVHC und deren Aufnahme in die Kandidatenliste ist der erste Schritt im Zulassungsverfahren.

Der Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDi) verweist ausdrücklich auf sofortige Informationspflichten für Unternehmen in Verbindung mit den in der Kandidatenliste aufgeführten Stoffe: Enthalten Erzeugnisse mehr als 0,1 Gewichtsprozent eines in der Kandidatenliste genannten SVHCs (Art. 33 der REACh-Verordnung), müssen Unternehmen innerhalb der EU ihren Kunden Sicherheitsblätter aushändigen, wenn sie SVHCs ausliefern.

Basierend auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2015 gilt der Grenzwert von 0,1 Masseprozent auch für Erzeugnisse, die Teil eines anderen Erzeugnisses sind – d.h. als Erzeugnis gilt jede einzelne Komponente eines Produkts und nicht nur das Endprodukt.

Die neuen informationspflichtigen Schadstoffe im Überblick:

2,2-Bis(4'-hydroxyphenyl)-4-methylpentan (EG-Nr. 401-720-1/ CAS-Nr. 6807-17-6): Dieser Stoff hat fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften (Artikel 57c); seine vermutete Verwendung ist u.a. bei der Herstellung von Thermopapier

Benzo[k]fluoranthen (EG-Nr. 205-916-6 / CAS-Nr. 207-08-9). Dieser Stoff gilt als krebserzeugend (Artikel 57a); PBT - persistent, bioakkumulierbar und toxisch (Artikel 57d); vPvB - sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (Artikel 57e). Er wird als Bindemittel für feuerfestes Material verwendet.

Fluoranthen (EG-Nr. 205-912-4 / CAS-Nr. 206-44-0), PBT - persistent, bioakkumulierbar und toxisch (Artikel 57d); vPvB - sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (Artikel 57e). Es findet Verwendung als Bindemittel für feuerfestes Material.

Phenanthren (EG-Nr. 201-581-5 / CAS-Nr. 85-01-8), vPvB - sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (Artikel 57e). Es wird als Bindemittel für feuerfestes Material verwendet.

Pyren (EG-Nr. 204-927-3 / CAS-Nr. 129-00-0), PBT - persistent, bioakkumulierbar und toxisch (Artikel 57d); vPvB - sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (Artikel 57e). Verwendung findet es als transportiertes Zwischenprodukt bei der Herstellung von Feinchemikalien.

1,7,7-Trimethyl-3-(phenylmethylen)bicyclo[2.2.1]heptan-2-on (EG-Nr. 239-139-9 / CAS-Nr. 15087-24-8), es ist besorgniserregend und hat wahrscheinlich schwerwiegende Wirkung auf die Umwelt (Art. 57f). Verwendet wird es als UV-Filter in Sonnencreme und anderen Kosmetika.

(ID:45748453)