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REACh: 201 besorgniserregende Stoffe und Blei in PVC erfasst

Redakteur: Margit Kuther

Die Kandidatenliste REACh der Europäischen Chemikalienagentur wächst um vier weitere besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) auf insgesamt 201 Stoffe an. Details zu den Newcomern und zur sofortigen Informationspflicht der Unternehmen ihren Kunden gegenüber lesen Sie in diesem Beitrag.

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REACh-Liste: sie umfasst 201 besonders besorgniserregende Stoffe.
REACh-Liste: sie umfasst 201 besonders besorgniserregende Stoffe.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Bei den vier besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC; Substances of Very High Concern), die der REACh-Kandidatenlisten neu hinzugefügt wurden, handelt es sich um:

  • 2-Methoxyethylacetat, einem fortpflanzungsgefährdenden Stoff, der u. a. als industrielles Lösungsmittel für Harze, Öle und verschiedene Gummiarten, zum Beispiel in Farben und bei der Halbleiterherstellung eingesetzt wird.
  • TNPP bzw. Tris (4-Nonylphenyl, verzweigt und linear), ein Phosphit mit ≥ 0,1 Massenprozent 4-Nonylphenol, verzweigt und linear (4-NP) mit – endokrinschädigenden Eigenschaften. Eingesetzt wird TNPP bzw. Tris etwa als Antioxydans und Stabilisator für diverse Polymere. Dabei ist eine Nonylphenolabspaltung möglich.
  • 2,3,3,3-Tetrafluor-2-(heptafluorpropoxy) Propionsäure – die Salze dieses Stoffes und ihre Acylhalogenide (einschl. ihrer einzelnen Isomere und Kombinationen davon) – haben wahrscheinlich schwerwiegende Wirkungen auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit. Eingesetzt wird der Stoff als Verarbeitungshilfsmittel bei der Fluorpolymerproduktion und als Substitut für Perfluoroctansäure (PFOA).
  • 4-tert Butylphenol hat endokrinschädigende Eigenschaften. Der Stoff findet etwa Anwendung bei der Herstellung von Polycarbonaten, Phenolharzen, Epoxidharzen, Farben, Kleber und Beschichtungen.

Pflichten für Unternehmen

Der Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDi) weist Unternehmen darauf hin, dass für sie sofortige Informationspflichten in Verbindung mit den in der Kandidatenliste aufgeführten Stoffen gelten: Enthalten Erzeugnisse mehr als 0,1 Massenprozent eines in der Kandidatenliste genannten SVHCs, müssen Unternehmen innerhalb der EU ihren gewerblichen Kunden zur sicheren Verwendung dieses Erzeugnisses ausreichende Informationen zur Verfügung stellen, mindestens aber den Namen des enthaltenen Stoffes angeben (Art. 33 (1) der REACh-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006). Verbrauchern sind diese Informationen auf Anfrage innerhalb von 45 Tagen zur Verfügung zu stellen.

Jede einzelne Komponente eines Endprodukts zählt

Basierend auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2015 gilt der Grenzwert von 0,1 Massenprozent auch für solche Erzeugnisse, die bereits Bestandteil eines anderen Erzeugnisses geworden sind. Das heißt, als Erzeugnis gilt jede einzelne Komponente eines Produkts und nicht nur das Endprodukt.

Beschränkung von Blei in PVC-Erzeugnissen

Die EU möchte die Verwendung von Blei und Bleiverbindungen zur Herstellung von PVC-Erzeugnissen sowie das Inverkehrbringen bleihaltiger PVC-Erzeugnisse beschränken und hat dazu einen zur Ergänzung des Anhangs XVII der REACh-Verordnung (Eintrag Nr. 63) veröffentlicht. PVC-Erzeugnisse dürfen hiernach nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn die Blei-Konzentration ≥ 0,1 Massenprozent des PVC-Materials beträgt. Ausnahmeregelungen existieren etwa für Hart- und Weich-PVC-Recyclingmaterial sowie für PVC-Kieselsäure-Separatoren in Bleibatterien. Der Übergangszeitraum beträgt 24 Monate ab Inkrafttreten.

Der Anhang XVII listet Stoffe, Stoffgruppen oder Gemische samt zugehörigen Beschränkungsbedingungen, die wegen ihrer Gesundheits- oder Umweltrisiken nicht oder nur eingeschränkt hergestellt, in Verkehr gebracht oder eingesetzt werden dürfen.

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