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ESA-Mission beginnt 2018 Raumsonde BepiColombo steht vor der großen Reise zum Merkur

| Autor / Redakteur: Annette Birschel, dpa / Sebastian Gerstl

Er ist unerträglich heiß und voller Geheimnisse: Der Merkur. Die europäische Raumfahrtbehörde ESA schickt 2018 eine Sonde dorthin. Welche Antworten wird sie liefern?

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Künstlerische Darstellung von BepiColombo am Planeten Merkur. Die Planetenmission ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA), das unter Führung der ESA durchgeführt wird. ESA steuert zu dieser Mission den "Mercury Planetary Orbiter" (MPO) und das "Mercury Transfer Module" (MTM) bei. JAXA baut den "Mercury Magnetospheric Orbiter".
Künstlerische Darstellung von BepiColombo am Planeten Merkur. Die Planetenmission ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA), das unter Führung der ESA durchgeführt wird. ESA steuert zu dieser Mission den "Mercury Planetary Orbiter" (MPO) und das "Mercury Transfer Module" (MTM) bei. JAXA baut den "Mercury Magnetospheric Orbiter".
(Bild: ESA)

Das Ungetüm ist 6,40 Meter hoch und vier Tonnen schwer. Es ist weiß, silber, Drähte ragen heraus und es brummt: Die Raumsonde BepiColombo wurde am Donnerstag in Noordwijk bei Den Haag erstmals präsentiert.

Sie ist das bisher schwierigste und ehrgeizigste Projekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA und ihrer japanischen Partnerorganisation Jaxa. BepiColombo soll den kleinsten Planeten unseres Sonnensystems erforschen: Merkur.

Die Sonde wird nun noch im europäischen Raumfahrtzentrum Estec im niederländischen Nordseebad Noordwijk getestet. Im Oktober 2018 soll BepiColombo dann vom Raketenstartplatz Kourou (Französisch-Guayana) aus mit einer Ariane-Rakete ins All geschossen werden. Sieben Jahre wird die Reise zu dem kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten dauern. Das liegt daran, dass die Sonde auf dem Weg zum Merkur etliche Swing-by-Manöver an der Venus und auch am Merkur ausführen wird, um Treibstoff zu sparen.

„Der Merkur ist ein Planet voller Geheimnisse“, sagte Johannes Benkhoff, einer der führenden Wissenschaftler des Projekts. Bislang sei eigentlich nur wenig bekannt.

Die Erforschung des Merkur ist schwierig. Denn er ist der sonnennächste Planet und es kann dort unerträglich heiß sein. Die Temperaturen schwanken zwischen minus 180 Grad und 430 Grad Celsius plus. Das stellt ganz besondere Anforderungen an den Hitzeschutz des Raumgefährts und an die Instrumente.

Ein Konsortium von 83 Firmen aus 16 Ländern arbeitete an den hochtechnologischen Instrumenten. Industrieller Hauptauftragnehmer ist das Flugzeug- und Raumfahrtunternehmen Airbus.

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