Raspberry Pi 3B+ mit 1,4 GHz Takt, Highspeed-WLAN, Gigabit Ethernet und PoE

| Autor: Margit Kuther

Raspberry Pi 3B+: Das neue Topmodell eignet sich dank Lieferzusage bis 2023 auch für den Einsatz in der Serienfertigung.
Raspberry Pi 3B+: Das neue Topmodell eignet sich dank Lieferzusage bis 2023 auch für den Einsatz in der Serienfertigung. (Bild: Farnell)

Professionelle Nutzer haben sich eine schnellere CPU, Power over Ethernet, Dual-Band-Wireless-LAN und eine Fertigungsgarantie gewünscht. Die Raspberry Pi Foundation erfüllt dies mit dem Raspberry Pi 3 Model B+.

Raspberry Pi 3B+ soll 15% leistungsfähiger als das bisherige Spitzenmodell Raspberry Pi 3B sein. Zum Einsatz kommt wie beim Raspberry Pi 3 der 64-Bit-SoC Broadcom BCM2837, allerdings in der optimierten Variante BCM2837B0 mit Taktraten von 4 x 1,4 GHz statt 4 x 1,2 GHz (RPi 3B) und erstmals mit Heatspreader zur Kühlung. Der BCM2837 ist ein Quad-Core, der einen ARM A53-Prozessorkerncluster mit dem 64-Bit-ARMv8-Befehlssatz vereinigt.

„Dank der verbesserten Leistungsintegrität des BCM2837B0-Gehäuses und der verbesserten Regelgenauigkeit unseres neuen Power Management ICs MaxLinear MxL7704 konnten wir unsere Takt- und Spannungsregeln für eine bessere Spitzenleistung und längere Dauerleistung optimieren. Unter 70 °C nutzen wir die Verbesserungen, um die Kernfrequenz auf 1,4 GHz zu erhöhen“, kommentiert Eben Upton, CEO von Raspberry Pi Trading (der für die Produktion zuständige Teil der Raspberry Pi Foundation).

Eben Upton weiter: „Über 70 °C fallen wir auf 1,2 GHz und verwenden die Verbesserungen, um die Kernspannung zu verringern, wodurch sich die Zeitspanne verlängert, bevor wir unsere thermische Drossel bei 80 °C erreichen; Die Verringerung des Stromverbrauchs ist so, dass viele Anwendungsfälle niemals die Drosselklappe erreichen werden. Wie ein modernes Smartphone behandeln wir die thermische Masse des Geräts als eine Ressource, die sorgfältig mit dem Ziel der Optimierung der Benutzererfahrung ausgegeben wird“, so die Raspberry Pi Foundation.

Erstmals WLAN IEEE 802.11ac mit 2,4 und 5 GHz gemäß FCC

Endlich unterstützt Raspberry Pi dank integriertem Cypress-Combo-Chip CYW43455 nun auch den schnellen WLAN-Standard IEEE 802.11ac – und zwar nicht nur mit 2,4 sondern auch mit 5 GHz, desweiteren Bluetooth BLE 4.2 (Raspberry Pi 3 nur Bluetooth 4.1). Die Wireless-Schaltung ist unter einem Metallschirm eingekapselt und mit dem Raspberry-Pi-Logo versehen. So konnte die Raspberry Pi Foundation das gesamte Board als ein Funkmodul gemäß den FCC-Regeln (Federal Communications Commission) zertifizieren.

Entwickler können so die Kosten der Konformitätsprüfung von Raspberry Pi-basierenden Produkten erheblich reduzieren. Allerdings steht nur eine WLAN-Antenne zur Verfügung, die den Datentransfer doch merklich einschränkt. Bei der Onboard-Antenne handelt es sich wie beim Raspberry Pi Zero WH (Wireless Header) um eine PCB-Antenne, während Raspberry Pi 3B über eine oberflächenmontierte "Chip"-Antenne verfügt.

Erstmals Gigabit Ethernet und Power over Ethernet

Frühere Raspberry Pi-Geräte verwenden die Chip-Familie LAN951x, die einen USB-Hub und 10/100 Ethernet-Controller kombinieren. Für Raspberry Pi 3B+ kommt der Chip LAN7515 von Microchip zum Einsatz. Raspberry Pi unterstützt nun erstmals Gigabit Ethernet mit zwei USB-Hubs. Allerdings ist nicht die volle Gigabit-Bandbreite verfügbar.

Flaschenhals für den Datentransfer ist noch immer der einzige USB-Port zur Multimedia-CPU VideoCore IV, über den die Daten dann zu den ARM-Kernen gelangen. Das heißt: Raspberry Pi 3B+ meistert nun zwar Gigabit Ethernet, allerdings über USB 2.0 und damit maximal mit 300 Mbps. Die Multimedia-CPU VideoCore IV ist Teil aller RPi-Broadcom-SoCs ist. Über den VideoCore IV laufen neben den USB- auch die Netzwerkbuchsen sowie die vier ARM-Kerne.

Verbessert sind zudem das PXE-Network und das Wärmemanagement. Erhältlich ist Raspberry Pi 3B+ etwa über Farnell element14 und über RS Components für rund 40 Euro. Gefertigt wird RPi 3B+ ausschließlich in England unter Lizenz der Distributoren.

Raspberry Pi 3B+ ermöglicht als erstes Modell auch Power over Ethernet (PoE) über die vier Pins des Power-over-Ethernet-fähigen RJ45-Steckverbinders. Jedoch ist dieses nicht werksseitig integriert. Voraussetzung hierfür ist ein optionales PoE-HAT für Raspberry Pi 3B+ (voraussichtlich erhältlich etwa ab dem 3. Quartal 2018). PoE-HAT wird die 5 V erzeugen, die benötigt werden, um den Raspberry Pi aus dem 48-V-PoE-Netzteil mit Strom zu versorgen. Nutzer können mit dem PoE-HAT via Ethernet booten und den Raspberry Pi ohne eine SD-Karte, auf dem üblicherweise das Betriebssystem installiert ist, nutzen.

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Laut Farnell hat die Raspberry Pi Foundation den HDMI-Support beim Raspberry Pi 3B+ nicht...  lesen
posted am 19.03.2018 um 14:50 von MKuther

Ist Ihnen bekannt, ob der HDMI-Port nun endlich vollständig HDMI 1.4 abdeckt (volle Bandbreite für...  lesen
posted am 14.03.2018 um 11:27 von Unregistriert


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