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Radarsignale messen: Ein Prüfstand für Radome

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Für ein detailliertes Bild der Radomstruktur mit Transmissionsgrad greift Testspezialist Löhnert Elektronik auf Technik von Rohde & Schwarz zurück. Denn der R&S QAR erfasst das gesamte Radom.

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Im Prüfstand für Radome lassen sich räumlich aufgelöst die Reflexionen messen.
Im Prüfstand für Radome lassen sich räumlich aufgelöst die Reflexionen messen.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Radarsensoren von Fahrzeugen sind hinter Radome geschützt. Sie müssen für Radarsignale im E-Band von 77 und 79 GHz homogen und über die ganze Fläche gut durchlässig sein. Ansonsten wären Winkelfehler, Verzerrungen oder eine schlechtere maximale Detektionsdistanz die Folge. Für den Test der Radome greift Testspezialist Löhnert Elektronik auf den R&S QAR von Rohde & Schwarz zurück. Ein herkömmlicher Messansatz misst einige wenige Punkte Radar-Referenzsensoren und an der Decke angebrachter Reflektoren.

R&S QAR erfasst das gesamte Radom. Er basiert auf flächig verteilten Sende- und Empfangsantennenarrays, die im E-Band arbeiten. Das System misst räumlich aufgelöst die Reflexionen und die Radom-Performance lässt sich bewerten. Die abgebildeten Millimeterwellen zeigen reproduzierbar, wie viel vom Radarsignal am Radom reflektiert und wie viel ungehindert durch das Radom übertragen wird (Transmissionsgrad). Selbst eine kleine Inhomogenität im Material wird sichtbar.

Flexibler Prüfstand für Radome

Den ersten Prüfstand mit dem Radome-Tester hat Löhnert Elektronik bereits in Betrieb genommen. Die Rundtaktmaschine enthält verschiedene typspezifische Aufnahmen für die Prüflinge (Teilenester) und zwei Prüfplätze für Referenz-Messungen von Transmission und Reflexion. Angesteuert wird sie über die PC-basierte Mess- und Automatisierungssoftware Löhnert Instant Scripting RunTime (LisRT V3) des Anlagenherstellers in Verbindung mit einer SPS von Siemens.

Die Radome können manuell oder per Roboter in die Prüfaufnahmen gelegt werden. Das System identifiziert sie dann per Barcode oder Data Matrix Code (DMC). Die Normalisierung des Messgeräts (Selbstjustage an geänderte Betriebsumgebungen) ist ohne größere zeitliche Verluste direkt in der Linie möglich. Dazu dienen die Prüfplätze mit ihren Messplatten. Messgenauigkeit und Funktionsweise sind ebenfalls ohne Umbauten direkt in der Linie verifizierbar.

Zudem lässt sich der Prüfstand einfach an neue Radome und Spezifikationen anpassen. Dazu tauscht Löhnert Elektronik nur die Teilenester aus und passt die Auswertemaske in der Software an. Damit sind schnelle End-of-Line-Prüfstände für Radome im Automobilbau bis zu einem Durchmesser von etwa 200 mm verfügbar.

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