ADAS und automatisiertes Fahren R-Car SDK: Deep-Learning-Anwendungen schneller entwickeln

Redakteur: Michael Eckstein

„Easy-to-Start“ & „Easy-to-Use“: Das neue Software-Entwicklungskit für die R-Car-System-on-Chips von Renesas soll das Entwickeln von Deep-Learning-Anwendungen für ADAS und automatisierte Fahren beschleunigen.

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Auf die Software kommt es an: Erst die auf der Hardware laufende Anwendung entscheidet, wie sich ein Produkt vom WEttbewerb differenziert. Mit dem neuen SDK für seine R-Car-SoCs sollen Entwickler schneller zum Ziel gelangen.
Auf die Software kommt es an: Erst die auf der Hardware laufende Anwendung entscheidet, wie sich ein Produkt vom WEttbewerb differenziert. Mit dem neuen SDK für seine R-Car-SoCs sollen Entwickler schneller zum Ziel gelangen.
(Bild: Renesas Electronic)

Renesas hat das R-Car Software Development Kit (SDK) als ein vollständige Softwareplattform in einem Paket vorgestellt. Sie soll das Entwickeln und Validieren von intelligenten Kamera- und automatisierten Fahranwendungen in Personen-, Nutz- und Geländefahrzeugen vereinfachen und beschleunigen.

„Die Softwareentwicklung und -bereitstellung stellt einen erheblichen Aufwand für Systementwickler im Automotive-Bereich dar. Eine ressourcenintensive kundenspezifische Konfiguration sowie deren vollständige Implementierung umfasste bisher in der Regel mehrere Tage“, erläutert Naoki Yoshida, Vice President, Automotive Digital Products Marketing Division bei Renesas. Um die Komplexität bei der Entwicklung mit Deep Learning für Automobilsysteme zu verringern, habe Renesas die Entwicklererfahrung mit dem sofort erhältlichen R-Car SDK neu definiert. Mehrere Betriebssysteme seien einfach zugänglich, leicht zu installieren, zu erlernen und anzuwenden. „Dies ermöglicht es den Kunden, unmittelbar mit der Entwicklung ihrer Deep-Learning-Anwendungen zu beginnen.“

Softwareentwicklung für Automotive-Anwendungen neu erfinden

Automobilhersteller wenden sich zunehmend dem Deep Learning zu, wenn sie nach neuen Wegen suchen, um intelligente Kameraanwendungen und automatisierte Fahrsysteme für Fahrzeuge zu realisieren. Die meisten heute verfügbaren Deep-Learning-Lösungen basieren jedoch auf Consumer- oder Serveranwendungen. Diese arbeiten jedoch nicht unter den gleichen strengen Einschränkungen für funktionale Sicherheit, Echtzeitreaktionsfähigkeit und geringem Stromverbrauch, wie sie Automotive-Anwendungen erfordern.

Das neue R-Car SDK ist für die Verwendung der hochmodernen System-on-Chips (SoCs) R-Car V3H und R-Car V3M optimiert. Renesas hat es für die Implementierung regelbasierter Computer-Vision- sowie KI-Funktionen für Automotive-Anwendungen entwickelt. Die Simulationsplattform bietet sowohl KI- als auch konventionelle Hardwarebeschleuniger für hochgenaue Simulationen in Echtzeit.

Renesas will diese virtuelle Plattform kontinuierlich weiter optimieren. Ein vollständiger Satz von PC-basierten Entwicklungs-Tools wird sowohl für Windows als auch für Linux bereitgestellt, verspricht das Unternehmen. Die Tools beinhalten laut Hersteller mehrere Bibliotheken, einschließlich der Unterstützung für Deep Learning, Computer Vision, Videocodecs und 3D-Grafiken. Neben Linux unterstützt das neue SDK auch mehrere ASIL-D-kompatible Betriebssysteme wie QNX, eMCOS und Integrity in einem einzigen Paket.

e2 studio für die integrierte R-Car-Software-Entwicklungsumgebung

Renesas bietet eine spezielle Version seines e² studios für die R-Car-V-Serie an. Diese konzentriert sich auf die Erstellung von leistungsstarken Computer-Vision-Anwendungen in Echtzeit für ADAS und automatisiertes Fahren. Die Eclipse-basierte Open-Source-Entwicklungsumgebung umfasst umfängliche Debug-Funktionen sowie die hochmoderne e² studio GUI, mit deren Hilfe der Benutzer Tools von Drittanbietern einfach anpassen und integrieren kann. Weiterhin werden auch Busüberwachungs- und Debug-Funktionen für Bildverarbeitungs- und Deep-Learning-Subsysteme unterstützt.

Darüber hinaus enthalte das neue R-Car SDK auch einen vollständigen Satz an Softwarebeispielen, gängige CNN-Netzwerke, einen Workshop sowie Anwendungsbeispiele. Dies soll es Anwendern, die neu in der Entwicklung mit der Renesas R-Car-Plattform sind, erleichtern, die Technologie einzusetzen. Gleichzeitig ermöglicht es ihnen einen schnellen Einstieg in die Entwicklung, ist Renesas überzeugt. Das R-Car SDK sei zudem eine ideale Plattform für das Benchmarking von Renesas-Produkten und unterstützt bei der Auswahl des am besten geeigneten SoC für die Zielanwendung.

Easy-to-Start & Easy-to-Use: Einfache und schnelle Entwicklung mit dem R-Car SDK

Dank des automatischen Installers werden alle Softwarebibliotheken sowie die Entwicklungsumgebung schnell auf einer Workstation bereitgestellt. Die auf einem PC entworfenen und entwickelten Automotive-Anwendungen lassen sich laut Hersteller direkt auf die Embedded-Entwicklungshardware portieren. Nicht zuletzt erhalten R-Car-Partner von Renesas im Rahmen des R-Car Consortium Zugriff auf das R-Car SDK für die Integration in die Roadmap ihrer R-Car-Lösungen.

Die R-Car-V-Serie und das SDK sind mit den leistungsstarken, stromsparenden RH850-Mikrocontrollern und Power-Management-Produkten von Renesas kombinierbar. Damit lässt sich nach Angaben des Unternehmens das Hardware-Design verbessern, die Validierungsanforderungen für die funktionale Sicherheit reduzieren und der Stromverbrauch für Smart-Kameras und andere Computer-Vision-basierte Anwendungen optimieren.

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