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Taktgeber Quarze und Oszillatoren fordern Spezialwissen

| Redakteur: Thomas Kuther

Der Quarz gilt als „Diva unter den Bauelementen“ und ist nicht gerade des Entwicklers liebstes Kind. Niels Hagen, Produktmarketing FCP bei WDI, erklärt, worauf es beim Umgang mit Quarzen ankommt.

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Unverzichtbare Taktgeber: WDI bietet eine breite Auswahl an Quarzen und Oszillatoren
Unverzichtbare Taktgeber: WDI bietet eine breite Auswahl an Quarzen und Oszillatoren
(Bild: WDI )

Worin bestehen die „Tücken“ im Umgang mit Quarzen?

Niels Hagen: Die Crux ist – mit Verlaub gesagt –, dass sich Entwickler typischerweise nur oberflächlich mit dem Quarz beschäftigen und oft keine ausreichenden Kenntnisse haben, wie man einen Quarz spezifiziert. Bekanntlich benötigen viele Anwendungen einen Frequenzgeber, das Hintergrundwissen dazu fehlt den Entwicklern aber oft. Und auch der IC-Hersteller kann meistens nicht weiterhelfen.

Niels Hagen, WDI AG: „Mit 26 Herstellern im Programm genießen wir im Markt als Spezialdistributor schon eine Sonderstellung.“
Niels Hagen, WDI AG: „Mit 26 Herstellern im Programm genießen wir im Markt als Spezialdistributor schon eine Sonderstellung.“
(Bild: WDI )
Oft ist nicht angegeben, welchen Quarz beispielsweise der verwendete Controller benötigt. Dabei müssen viele verschiedene Parameter definiert werden, damit am Ende das optimale frequenzgebende Bauteil nach Kosten und Leistung herausgefiltert werden kann. Unserer Erfahrung nach wird der Quarz meistens erst dann ausgewählt, wenn die restliche Schaltung bereits fertig entwickelt ist. Deshalb steht auch oft nur noch ein bestimmter Platz für den Quarz zur Verfügung, was die Auswahl zusätzlich erschwert. Dieses „Basteln zum Erfolg“ klappt aber oft nicht und führt unter anderem dazu, dass der Quarz in der Anwendung nicht zuverlässig funktioniert – sehr zum Frust des Anwenders. Erschwerend hinzu kommt, dass auch der Markt Fallstricke birgt, mit denen der Entwickler zu kämpfen hat.

Was meinen Sie damit?

Der Markt ist sehr differenziert, um nicht zu sagen undurchsichtig. Neben den „richtigen“ Herstellern tummeln sich auch noch eine ganze Menge Anbieter auf dem Markt, die zwar nicht selbst produzieren, aber den Anschein erwecken, als würden sie über eine eigene Produktion verfügen. Das ist für den unerfahrenen Entwickler auf den ersten Blick nicht ersichtlich und kann bisweilen zu Problemen führen, gerade wenn es um reproduzierbare Qualität und Langzeitverfügbarkeit geht.

Wir hingegen vertreten als Distributor beziehungsweise Repräsentant ausschließlich Hersteller, die selbst auch als solche auftreten, mit eigener Produktion und dem damit verbundenen technischen Knowhow. Wir nennen dem Kunden „Ross und Reiter“ und vermitteln bei Bedarf auch den Direktkontakt ins Werk, beispielsweise wenn es darum geht, komplexe technische Anforderungen zu lösen. Neben der klassischen Funktion als Distributor nimmt WDI für einige Hersteller darüber hinaus noch die Funktion des sogenannten Repräsentanten bei größeren Direktkunden ein. Auch in diesen Fällen erleichtert der Vor-Ort-Service, den WDI beim Kunden bietet, das Geschäft für alle Beteiligten. Auch Direktkunden nutzen unseren lokalen Support. Wir sprechen die gleiche Sprache und haben die gleiche Mentalität wie der Kunde. Außerdem kennen wir die internen Wege bei unseren Lieferanten. Damit sorgen wir für eine kurzfristige und korrekte Abwicklung sowie einen effizienten Dialog.

Worauf ist bei der Auswahl des Herstellers eines Quarzes oder Oszillators zu achten?

Mit 26 Herstellern bieten wir in Europa das umfassendste Lieferspektrum an Quarzen und Oszillatoren innerhalb der Bauelemente-Distribution. Damit genießen wir im Markt als Spezialdistributor schon eine Sonderstellung. Mit unserer Linecard können wir 90 Prozent aller Anfragen technologisch abdecken. WDI fokussiert nicht einen bestimmten Hersteller, sondern immer den Anwendungsfall. Wir kombinieren die Stärken eines jeden einzelnen Herstellers zu einem technisch stimmigen und kommerziell wettbewerbsfähigen Gesamtportfolio. Gleichzeitig können wir für nahezu jedes Produkt mindestens eine baugleiche „Second-Source“ angebieten. Dies ist ein zusätzlicher Vorteil für anspruchsvolle Kunden, denn so können die individuellen Stärken des jeweiligen Vertragsherstellers optimal genutzt werden.

Neben der technischen Herausforderung ist der Entwickler allerdings auch mit kaufmännischen Problemen konfrontiert. Beispielsweise muss er eine kostengünstige Lösung finden oder der Einkauf schreibt im Sinne des Second-Source-Gedankens eine Pflichtselektion von mindestens zwei baugleichen Alternativen vor. Daher erhält der Entwickler von uns von vornherein unaufgefordert mehrere baugleiche Komponenten zur Auswahl. Dabei kommt unseren Kunden unser breites Linien- und Produktspektrum zugute. Der Einkauf schätzt es, wenn er keine Insellösungen verschiedener Hersteller oder Anbieter präsentiert bekommt, sondern die Produkte aus erster und zweiter Quelle aus einer Hand erhalten kann. Überdies wird auf diese Weise eine objektivere, herstellerunabhängigere Beratung und Produktauswahl gewährleistet.

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