Kabeltest Qualifizierung von Verbindungssystemen gegen Umwelteinflüsse

Autor / Redakteur: Markus Ridder, Dr.-Ing. Ute Hörmann, Dr. Olaf Günnewig und Tilman Heinisch* / Lea Drechsel

Tests nach IEC 62153 helfen dabei, Alterungseinwirkungen auf diverse Kabeltypen zu bestimmen und dadurch abzuleiten, ob die Kabel für die gewünschte Anwendung geeignet sind.

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Bild 1: Kabel, ähnlich wie diese, wurden für den Außeneinsatz getestet.
Bild 1: Kabel, ähnlich wie diese, wurden für den Außeneinsatz getestet.
(Bild: Peter Roggenthin)

Die technischen Fortschritte in der Kommunikationstechnologie führen zum vermehrten Einsatz elektrischer und elektronischer Komponenten in modernen Verkehrsmitteln und somit auch im stationären Außeneinsatz an Satellitenanlagen.

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In diesem Zusammenhang werden in höherem Maße koaxiale Hochfrequenz-Verkabelungen benötigt, die vor dem Hintergrund von zum Teil harschen Umwelteinflüssen im Außeneinsatz, wie Feuchte, Temperatur, Chemie und Vibration, ausreichend qualifiziert werden müssen.

EMV-Prüfung für den Außeneinsatz nach Norm IEC 62153

Die eingesetzten Materialien im Kabelbaum (Kontakte, Schirmung, Dielektrikum und Ummantelung) unterliegen sehr verschiedenen physikalisch-chemischen bzw. mechanischen Alterungsmechanismen.

Die Wechselwirkung zwischen diesen verschiedenen Prozessen, die von aggressiven Substanzen, Schwingung, Reibkorrosion oder elektromagnetischer Interferenz (EMI) herrühren, hängen ab von den jeweiligen Materialkombinationen und Umweltbedingungen. Daher ist es notwendig, jedes Kontaktsystem hinsichtlich seiner Stabilität unter Kenntnis des konkreten Einsatzes und den Anforderungen zu prüfen.

Die IEC-62153-Reihe legt verschiedene Prüfverfahren, z.B. für die Messung des Gesamtstreuverlustes von verdrahteten koaxialen Steckverbindern fest. Die Untersuchung erfolgt durch EMV-Prüfungen zur Bestimmung des vom Steckverbinderpaar emittierten elektrischen Feldes. Auf diese Weise wird die Beeinträchtigung der Schirmwirkung des Steckverbinderpaares charakterisiert.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden Unterschiede zwischen Korrosion und Auslagerung vorgeschädigter Komponenten sowie Neuteilen betrachtet. Hierfür wurde mit der Firma Bedea Berkenhoff & Drebes kooperiert. Verwendet wurden koaxiale Kontaktpaare mit unterschiedlichen Steckverbindern, Kabeltypen und Schirmmaterialien. Der Entwickler untersuchte die verschiedenen Kabel im SGS Institut Fresenius auf mögliche korrosive Schädigung der Materialien mittels moderner bildgebender Analytik.

Ausgewählt wurden CATV-Dropkabel für den stationären Außeneinsatz, wie sie bei der Satellitenantennenverkabelung eingesetzt werden. Die Auslagerung der Kabel erfolgte nach Standards, die dem zukünftigen Einsatz angepasst sind.

Das Auslagerungsprogramm der CATV-Dropkabel mit F-Stecker im stationären Außeneinsatz, z.B. bei Satellitenanlagen, erfolgte nach der IEC 60068-2-38 in 10 Zyklen à 24 h von – 10 °C bis + 65 °C.

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