Qualcomm verlängert Angebotsfrist für NXP-Aktionäre erneut

| Autor / Redakteur: dpa / Michael Eckstein

Mehr Zeit: Für Qualcomm läuft die NXP-Übernahme nicht rund. Jetzt grätscht auch nohc Broadcom dazwischen.
Mehr Zeit: Für Qualcomm läuft die NXP-Übernahme nicht rund. Jetzt grätscht auch nohc Broadcom dazwischen. (Bild: dpa Bildfunk)

Der Übernahme-Poker geht in die nächste Runde: Aktionäre können nun bis zum 12. Januar Januar ihre NXP-Papiere verkaufen. Am letzten Freitag war die bisherige Frist verstrichen – ohne für Qualcomm den erwünschten Erfolg zu bringen.

Die Übernahme des niederländischen Chipherstellers NXP durch den US-Konkurrenten Qualcomm wackelt weiterhin erheblich. Qualcomm verlängerte die Annahmefrist für sein Angebot erneut. NXP-Aktionäre können ihre Papiere nun bis zum 12. Januar verkaufen, wie Qualcomm am Freitag mitteilte. Bislang stieß das rund 47 Milliarden Dollar schwere Angebot nur auf wenig Gegenliebe. Kurz vor Ablauf der Frist am Freitag wurden lediglich 1,9 Prozent der Aktien angedient.

Qualcomm hatte bereits im Oktober 2016 ein Gebot von 110 Dollar je NXP-Aktie vorgelegt. Die Mindestannahmequote liegt bei 80 Prozent. Europäische Kartellwächter prüfen den Deal jedoch intensiv: Die EU-Kommission hat Bedenken, der Zusammenschluss könnte den Wettbewerb bei Halbleitern für elektronische Geräte empfindlich stören. Besonders könne das neue Unternehmen Konkurrenz in der Automobilbranche ausgrenzen, ist die Sorge.

Hedge-Fond-Manager will Preis nach oben treiben

Weil die Genehmigung auf sich warten lässt, hat Qualcomm bereits mehrfach die Annahmefrist verlängert. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg jüngst unter Berufung auf Insider berichtet hatte, könnte die EU bis Ende des Jahres grünes Licht für die Transaktion geben.

Doch es gibt noch mehrere Unsicherheitsfaktoren: So hat Paul Singers Hedgefonds Elliott vor wenigen Tagen verlauten lassen, NXP sei mindestens 135 Dollar je Aktie wert. Singer hatte sich im Sommer mit sechs Prozent bei NXP eingekauft. Der aktivistische Investor ist bekannt dafür, sich in laufende Übernahmen einzumischen, um den Preis nach oben zu treiben. Qualcomm hat Singers Ansinnen jedoch zurückgewiesen.

Doch auch Singer könnte letztendlich zu den Verlierern bei dieser Wette gehören, denn Anfang November tauchte mit dem Chiphersteller Broadcom ein weiterer Player auf. Broadcom will Qualcomm selbst übernehmen - für rund 130 Milliarden Dollar. Qualcomm lehnt das Angebot ab. Einem Bericht der „New York Times“ von Ende November zufolge stellte Broadcom-Chef Hock Tan Qualcomm-Aktionären einen höheren Preis in Aussicht. Die Bedingung jedoch: Sie sollen die Finger vom NXP-Kauf lassen.

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Wenn die NXP-Aktionäre nicht wollen, wozu dann die Verlängerung. Die Jungs von Qualcomm sollen...  lesen
posted am 19.12.2017 um 07:12 von Unregistriert

Langsam wird dieser Imperialismus gefährlich für die globale Volkswirtschaft !...  lesen
posted am 18.12.2017 um 12:29 von wurl


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