Wirtschaft Qoros plant Neuausrichtung

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Erst im Februar 2015 hatte der US-Manager Phil Murtaugh die Führung des chinesischen Autoherstellers Qoros übernommen. Ende Januar verlässt er das Unternehmen – das eine Neuausrichtung plant.

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Qoros plant eine Neuausrichtung, auch mit neuen Modellen. Eines davon ist das SUV 5.
Qoros plant eine Neuausrichtung, auch mit neuen Modellen. Eines davon ist das SUV 5.
(Foto: Qoros)

Die lange Zeit vom früheren Volkswagen-Manager Volker Steinwascher geleitete Marke Qoros war im Jahr 2013 mit großen Vorschusslorbeeren öffentlich gestartet, verband sie doch europäische Design- und Ingenieurskunst unter einem neu kreierten, chinesischen Label. Doch auf dem Markt liefen die Modelle schwach: Ganze 14.000 Einheiten konnten 2015 verkauft werden.

Murtaugh, ein früherer GM-Manager, hatte 2011 beim Elektroauto-Hersteller Coda angeheuert. Das Geschäftsmodell der zweifelhaften Firma basierte auf einem öffentlichen 300-Millionen-Dollar-Kredit und dem Plan, durch einen Verkauf an einen der etablierten Hersteller, Kasse zu machen. Man war früh beim Elektro-Hype dabei, das Auto simpel konstruiert. Dennoch wäre es fast wäre es zum Abschluss mit Nissan gekommen – doch im Frühjahr 2013 brach das Projekt zusammen. Murtaugh wechselte zum Motorenhersteller Pinnacle, in dessen Aufsichtsrat er weiterhin sitzt.

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Phil Murtaugh verlässt Qoros

Diese Verbindung dauerte während seiner Amtszeit bei Qoros fort; die Interessenskonflikte waren vorprogrammiert. In einer Meldung hat Qoros nunmehr knapp mitgeteilt, Murtaugh verlasse die Firma Ende Januar "aus persönlichen Gründen"; gleichzeitig soll die Marke strategisch neu ausgerichtet werden.

Der Amerikaner hinterlässt einen Scherbenhaufen. Es ist ihm nicht nur nicht gelungen, den Durchbruch bei den Verkaufszahlen zu erzielen: Qoros musste obendrein einen Aderlass talentierter Ingenieure und Designer in Kauf nehmen, die von neuen und etablierten Herstellern aggressiv abgeworben wurden.

Jetzt kommt die fällige Neuausrichtung – zunächst mit der Gründung des Unternehmensbereichs "New Energy Vehicles", der Niedrig- und Null-Emissions-Fahrzeuge entwickeln soll sowie eines Bereichs "Mobility", der sich mit autonomem Fahren und neuen Mobilitätskonzepten beschäftigen soll. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, hat Qoros die Fühler in Richtung Silicon Valley ausgestreckt.

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