Robotik QNX-Betriebssystem steuert Oscar-prämierte fliegende Kamera

Redakteur: Franz Graser

Bei der Verleihung der Academy Awards ist auch ein unbemanntes fliegendes Kamerasystem namens SARAH ausgezeichnet worden. Der Helikopter, der mit dem Neutrino-Betriebssystem von QNX ausgestattet ist, erhielt den Preis für Wissenschaft und Entwicklung im Filmbereich.

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Der unbemannte Helikopter SARAH wurde unter anderem bei den Filmaufnahmen für das James-Bond-Abenteuer „Skyfall“ eingesetzt.
Der unbemannte Helikopter SARAH wurde unter anderem bei den Filmaufnahmen für das James-Bond-Abenteuer „Skyfall“ eingesetzt.
(Bild: QNX)

Der unbemannte Helikopter SARAH wird seit 2012 bei Dreharbeiten benutzt und kam bereits bei Filmen wie dem James-Bond-Abenteuer „Skyfall“, dem Science-Fiction-Opus „Oblivion“, den „Prisoners“ oder bei „Die Schlümpfe 2“ zum Einsatz.

Der unbemannte Hubschrauber besteht aus einer 25 Kilogramm schweren vollständig elektrischen Plattform, einem Präzisions-Autopiloten und einem kreiselstabilisierten Kamerakopf. Dir Steuerung erfolgt über eine Bodenkontrollstation mit einer grafischen benutzeroberfläche, mit der die Einsätze des Hubschraubers programmiert und überwacht werden.

Die Übergabe der Oscar-Plakette für wissenschaftliche und technische Errungenschaften an das Flying-Cam-Team.
Die Übergabe der Oscar-Plakette für wissenschaftliche und technische Errungenschaften an das Flying-Cam-Team.
(Bild: Flying Cam)
Als Fundament für die Systemsoftware wählte der Hersteller Flying-Cam das Echtzeitbetriebssystem QNX Neutrino. Die Gründe dafür liegen in der flexiblen Systemarchitektur und den deterministischen Echtzeiteigenschaften des Systems. Die Systemarchitektur erleichterte die Entwicklung und Portierung der computergestützten Flugsteuerung. Die deterministische Natur des Betriebssystems erlaubt es der Anwendungssoftware, mit schnellen und vorhersagbaren Reaktionszeiten zu arbeiten. Darüber hinaus nutzen die Systementwickler die Programmier-Suite QNX Momentics.

„Das Betriebssystem läuft sehr gut auf unserer Hardware und nutzt die Systemressourcen effizient“, sagt Tony Postlau, der Leiter der Flugrobotikentwicklung bei Flying-Cam. „Der größte Teil der Rechenleistung der Hardware steht so unserer Applikation zur Verfügung. Genau nach deiser Eigenschaft haben wir gesucht.“

Bisher wurden für Luftaufnahmen in Filmen häufig echte Hubschrauber eingesetzt. Diese sind jedoch nicht nur teuer. Sie bergen auch das Risiko, dass der Abwind des Rotors die Schauspieler verletzten kann, vor allem dann, wenn der Hubschrauber sehr niedrig fliegt. Die Action-Sequenzen aktueller Spielfilme machen zudem immer riskantere Flugmanöver der Hubschrauber nötig, die den Piloten und die Kameracrew an Bord eines Helikopters einer substantiellen Gefahr aussetzen. Mit der Flying-Cam besteht dieses Risiko nicht.

„In der Filmindustrie gibt es keine größere Ehre, als einen Oscar verliehen zu bekommen“, freut sich Derek Kuhn, Vice President für Vertrieb und Marketing bei QNX: „Wir sind begeistert, dass das SARAH-System und die darin arbeitende QNX-Technik mit dem Oscar 2014 für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet worden sind.“

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