Klimaneutrale Mobilität Prototyp Zem: E-Auto filtert Kohlendioxid während der Fahrt

Von Maria Beyer-Fistrich

Anbieter zum Thema

Studenten der TU Eindhoven haben einen E-Auto-Prototyp entwickelt, der während der Fahrt Kohlendioxid aufnimmt und so die Luft reinigt

Der Zem soll zeigen, wie sich ein klimaneutrales Fahrzeug verwirklichen lässt.
Der Zem soll zeigen, wie sich ein klimaneutrales Fahrzeug verwirklichen lässt.
(Bild: Eindhoven University of Technology )

Das Studententeam der Uni Eindhoven kündigte den Prototyp namens Zem mit dem Slogan an: „Treffen Sie das Auto, das die Luft reinigt, während es fährt.“ Das Auto "reinigt" die Luft mithilfe eines speziellen Filters, durch den die Luft strömt und der so das Kohlendioxid auffängt. Die Entsorgung des so gesammelten Kohlendioxids erfolgt dann später. Das Ziel des Teams ist ein vollständig klimaneutrales Fahrzeug, das auch nach dem Ende seines Lebenszyklus durch bestmögliche Wiederverwertbarkeit überzeugt.

Im ersten Schritt dient das Auto, inklusive Filter, als Proof-of-Concept. Der Filter soll jedoch in einem nächsten Schritt patentiert werden. Bisher ist die Kapazität noch nicht sonderlich groß. Bei einer Laufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr speichert der Filter zwei Kilogramm Kohlendioxid. Zehn Autos, mit einem solchen Filter ausgestattet, entsprächen also der Jahresspeicherkapazität eines Baumes. Das sei natürlich noch nicht viel, aber die Gesamtausbeute wäre beträchtlich, sollte man die Filter im großen Stil einsetzen und gleichzeitig ihre Kapazität für Kohlendioxid erhöhen.

Die Entsorgung des gefilterten Kohlendioxids solle laut Team über die Ladestationen erfolgen, sobald das Auto mit Energie versorgt werden muss. Das ist bisher alle 320 Kilometer der Fall, weil dann ist der CO2-Filter voll ist.

Klimaneutrale Produktion

Für die Produktion des Autos arbeitete das Team mit additiver Fertigung. Das Konzeptauto wurde mit Partnern wie CEAD und Royal 3D so entwickelt, dass das Monocoque und die Karosserieteile vollständig mit 3D-Druck hergestellt werden konnten. Gedruckt wird zudem mit zirkulären Kunststoffen, die geschreddert und wiederverwertet werden können. Das alles soll dazu beitragen, sehr niedrige oder gar keine CO2-Emissionen bei der Herstellung des Autos auszustoßen.

Eine weitere zukunftsweisende Technik im Prototyp ist das bidirektionale Laden, mit dem Autos Häuser mit Energie versorgen können. Zem dient dabei als Batterie für das Haus. Auf dem Dach des Autos sind Solarzellen angebracht, die das Auto auch nachhaltiger machen sollen, wenn es nicht fährt.

Nikki Okkels, Manager für Außenbeziehungen an der TU Eindhoven: „Wir wollen die Branche wecken, indem wir zeigen, was bereits möglich ist. Und wir wollen zusammenarbeiten. Wenn 35 Student:innen in einem Jahr ein fast komplett CO2-neutrales Auto entwerfen, entwickeln und bauen können, dann gibt es diese Möglichkeiten auch für die Automobilbranche.“

(ID:48495660)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung