Technische Universität Berlin

Professor für Mobilkommunikation Holger Boche erhält Leibniz-Preis und 2,5 Mio. Euro

07.12.2007 | Redakteur: Martina Hafner

Wurde für seine Forschungsleistungen im Bereich effiziente Mobilfunksysteme auch schon von den Alcatel- und Vodafone-Stiftungen ausgezeichnet: Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche
Wurde für seine Forschungsleistungen im Bereich effiziente Mobilfunksysteme auch schon von den Alcatel- und Vodafone-Stiftungen ausgezeichnet: Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche

Als einer von elf Wissenschaftlern erhält Holger Boche von der TU Berlin mit 40 Jahren den bedeutendsten deutschen Forschungspreis, den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. Der Ehrenträger erhält eine Fördersumme von 2,5 Mio. €, die in den kommenden sieben Jahren für Projekte verwendet werden kann.

Ein wesentlicher Bereich der Forschungen von Boche gilt der Steigerung der spektralen Effizienz von Mobilfunksystemen. Um Probleme in der Nachrichtentechnik und Informationstheorie zu bearbeiten, entwickelt er entsprechende mathematische Modelle und überträgt sie auf die jeweilige Aufgabenstellung. Seine Forschungen schufen die Grundlage dafür, dass sich bei der Verwendung von Mehrantennensystemen eine optimale Ressourcenvergabe erreichen lässt. Eine weitere seiner Aktivitäten betrifft die Vergrößerung von Übertragungskapazität in den Netzen indem die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Teilnehmern berücksichtigt werden. Längerfristig sieht Boche die Arbeit an den Systemen der vierten Mobilfunkgeneration als Ziel, in näherer Zukunft geht es ihm um die Weiterentwicklung der bestehenden UMTS-Netze.

Der Mathematiker und Elektrotechnik-Ingenieur forscht gemeinsam mit China

Der promovierte Elektrotechnik-Ingenieur studierte an der TU Dresden und absolvierte ein Begabtenstudium der Mathematik und Promotionen in beiden Fächern. 2002 wurde er auf die Heinrich-Hertz-Professur für das Fachgebiet Mobilkommunikation an der TU Berlin berufen. Boche war Gründungsdirektor des Sino-German-Mobile Communications Instituts, eines Gemeinschaftsprojektes der deutschen und chinesischen Forschungsministerien, dem er jetzt als Direktor vorsteht. Er hält sieben Patente und veröffentlichte als Autor oder Co-Autor bisher rund 200 Publikationen.

TU-Präsident Kurt Kutzler sagte anläßlich Boches Auszeichung: „Es ist für uns eine ganz große Freude, dass ein junger, herausragender und bereits vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler wie Holger Boche den Leibniz-Preis erhält“. „Nach den jüngsten Erfolgen für die Naturwissenschaften mit einem Exzellenzcluster in der Chemie, einem neuen Sonderforschungsbereich in der Physik und dem international beachteten DFG-Forschungszentrum „Matheon – Mathematik für Schlüsseltechnologien“ ist die Vergabe des Leibniz-Preises an Holger Boche eine weitere Bestätigung, dass die TU Berlin mit ihren strategischen Forschungsfeldern den richtigen Weg erfolgreich beschreitet“.

Bereits mehrmals für Leistungen ausgezeichnet.

Im Juni 2006 wurde Holger Boche bereits mit dem Vodafone-Innovationspreis für besondere Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Mobilkommunikation ausgezeichnet. Mit dem Preis wurde das Gesamtwerk des damals 39-jährigen Wissenschaftlers gewürdigt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Schubert erhielte Boche dann im November 2007 den Philipp-Johann-Reis-Preis für seine Arbeiten zur grundlegenden Optimierung von Mobilfunksystemen der neuesten Generation. Die Auszeichnung erinnert an den deutschen Erfinder des Telefons. Für seine Leistungen zur Verbesserung von Übertragungsqualität und Frequenzauslastung in der Mobilkommunikation bekam Boche bereits im Oktober 2003 den Forschungspreis „Technische Kommunikation 2003“ der Alcatel SEL Stiftung in Stuttgart.

Mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis erhält Boche jetzt den gegenwärtig höchstdotierten deutsche Förderpreis. Er wird jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn vergeben und soll die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftler aller Fachrichtungen verbessern. Verliehen werden pro Jahr bis zu zehn Auszeichnungen mit einer Fördersumme von jeweils bis zu 2,5 Mio. €, wobei ein Preis zwischen mehreren Forschern aufgeteilt werden kann.

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