Produktpiraterie: Schutz nicht nur für Weihnachtsgeschenke

| Redakteur: Margit Kuther

Original: Wird die schwarze Tinte unter UV-Licht grün, ist das Produkt echt.
Original: Wird die schwarze Tinte unter UV-Licht grün, ist das Produkt echt. (Bild: Paul Leibinger GmbH)

Eine Sicherheitstinte mit speziellen Pigmenten, die unter UV-Licht die Farbe wechseln, erschwert Produktfälschern das Geschäft.

Eine Flasche Parfüm liegt unter dem Weihnachtsbaum. Doch leider duftet es nicht, sondern verursacht eine Hautverätzung – denn das Produkt ist eine Fälschung. Eine neue Sicherheitstinte der Paul Leibinger GmbH soll Händler und Verbraucher vor solch bösen Überraschungen schützen.

Die EU-weite Produktpiraterie nimmt zu. Ausfälle von 60 Mrd. Euro erleiden Hersteller durch Fälschungen – das geht aus einem Bericht des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hervor. Die Kopien gefährden gleichzeitig die Gesundheit der Verbraucher. Beispiel Kosmetika: hier mischen die Kriminellen oftmals Schwermetallverbindungen wie Cadmium, Nickel, Arsen und Blei in die Produkte.

„Wir wollen Hersteller und Verbraucher vor diesen schweren Schäden schützen“, erklärt Christina Leibinger, Geschäftsführerin des Druckerherstellers Paul Leibinger aus Baden-Württemberg. „Deshalb haben wir eine neue Sicherheitstinte entwickelt, die sich als Instrument für mehr Fälschungssicherheit schnell und kostengünstig in Verpackungsanlagen integrieren lässt.“ Die Tinte ist ab sofort erhältlich.

Sicherheitspigmente verraten Produktfälschungen

Die neue Sicherheitstinte eignet sich für den Einsatz im JET3up PI – ein Tintenstrahldrucker, der Produktverpackungen aus Plastik, Karton und sogar Glas mit Informationen wie Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer kennzeichnet. Auf den ersten Blick sieht die Tinte aus wie eine klassische schwarze Tinte. Doch der Schein trügt. Unter UV-Licht beginnen winzige fluoreszierende Pigmente grünlich zu leuchten.

Strahlt der Händler die Produktverpackung mit einer speziellen UV-Taschenlampe an, erkennt er sofort, ob das Produkt ein Original ist. Bleibt die Schrift schwarz, kann er die Fälschung augenblicklich aus dem Verkehr ziehen.

Denn unter UV-Licht leuchtet die Sicherheitstinte grünlich. Bleibt sie schwarz, handelt es sich um eine Fälschung. „Die Sicherheitstinte soll einen Beitrag dazu leisten, Produktfälschern auf die Schliche zu kommen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Gleichzeitig geben wir Herstellern ein Instrument an die Hand, um sich gegen falsche Schadenersatzansprüche zu wehren und den Verbraucherschutz zu erhöhen“, sagt Leibinger. „Die Tinte selbst lässt sich kaum kopieren. Wir nutzen Sicherheitspigmente, die nicht an jeder Straßenecke erhältlich sind.“

Kostengünstige Alternative zu Sicherheitshologrammen

Die Sicherheitstinte erweist sich im Vergleich zu anderen Fälschungssicherheitsmaßnahmen als besonders wirtschaftlich. „Hersteller brauchen keine zusätzlichen Maschinen, sondern nur ihren Tintenstrahldrucker. Alternativen wie Hologramme sind im Vergleich deutlich aufwendiger“, erklärt Leibinger.

Der Drucker JET3up PI von Leibinger kennzeichnet Produktverpackungen aus Plastik, Papier und sogar Glas mit Informationen wie Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer. Ein weiterer Vorteil sei die erhöhte Ausfallsicherheit. „Je mehr Anlagen am Verpackungsprozess beteiligt sind, desto größer ist das Risiko teuerer Produktionsausfälle. Unsere Zwei-in-Eins-Lösung – Kennzeichnung und Echtheitsnachweis – erhöht die Produktionssicherheit und reduziert den Wartungsaufwand. Die im Vergleich zu schwarzer Standardtinte leicht höheren Kosten für die Sicherheitstinte amortisieren sich daher schnell.“

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