Kopierschutzmuster für Markenprodukte Produktpiraten mit Kopierschutzmustern entlarven

Redakteur: Margit Kuther

2009 beschlagnahmte die deutsche Bundeszollverwaltung gefälschte elektrische und elektronische Ausrüstung sowie Computerhardware im Wert von rund 34 Mio. Euro. Digitale Sicherheitstechnologien wie spezielle Kopierschutzmuster ermöglichen eine sichere Echtheitsprüfung und ein aktives Vorgehen gegen Produktpiraterie.

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Produktfälschungen können lebensbedrohlich sein. Denn fehlerhafte Elektronikbauteile in sicherheitsrelevanten Geräten, etwa in Flugzeugen, können ganze Baugruppen und Systeme zum Ausfall bringen.

Original und Fälschung sind auf den ersten Blick meist kaum voneinander zu unterscheiden. Produktpiraten sehen ihre Chancen neben der Erstausrüstung vor allem im Ersatzteilgeschäft. Denn der Produktlebenszyklus eines Elektronikbauteils ist viel kürzer als der eines Gesamtsystems.

Systemhersteller reagieren mit Bevorratung von Ersatzteilen, sind aber oftmals auf alternative Beschaffungswege angewiesen, wenn Originalhersteller bzw. Distributoren nicht mehr liefern – hier setzen Produktfälscher bevorzugt an. Die Industrie beginnt deshalb, jedes Teil mit einer eindeutigen Seriennummer auszustatten, um es über eine Datenbank verifizieren und rückverfolgen zu können.

Der Branchenverband SEMI (Semiconductor Equipment and Materials International), der weltweite Verband der Zulieferindustrie für die Chipindustrie, bemüht sich hierzu einen einheitlichen Standard zu etablieren.

Duplikate festzustellen durch konsequente Serialisierung

Copy Detection Pattern sind hoch aufgelöste Rauschmuster, deren Feinheiten mit bloßem Auge nicht erkennbar sind (Archiv: Vogel Business Media)

Doch Original und Fälschung sicher voneinander zu unterscheiden, bleibt aufwändig. „Bei Elektronikkomponenten wie Chips und Platinen sind digitale Sicherheitsmerkmale wie Kopierschutzmuster eine wirkungsvolle und effiziente Ergänzung. Sie erlauben den schnellen, eindeutigen Echtheitsnachweis“, erklärt Günther Galfe, Geschäftsbereichsleiter von Schreiner ProSecure.

Als automatisierte Authentifizierungsmechanismen können diese Druckbilder direkt am Bauteil neben der Seriennummer angebracht werden und ermöglichen so Code-Identifikation und Echtheitsprüfung in einem Arbeitsschritt. Diese digitalen Sicherheitsmerkmale benötigen nur 12 mm² Platz und können unkompliziert in vorhandene Kennzeichnungen integriert werden.

Die Feinheiten des einzigartigen Rauschmusters sind mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Eine Kopie gibt die technischen Details nur unpräzise wieder: Denn während der Originaldruck auf einer hoch aufgelösten digitalen Vorlage basiert, entsteht die illegale Reproduktion durch ein bereits gedrucktes Abbild.

Direkte Echtheitsprüfung über Lesegeräte

Nach heutigem Stand der Technik können diese Copy Detection Pattern nicht gefälscht werden und sind als Ergänzung zu zweidimensionalen Barcodes, wie Data Matrix-Codes, ein wirkungsvoller Echtheitsnachweis. Das Kopierschutzmuster wird mit Lesegeräten erfasst, die auch 2D-Barcodes auslesen und mit der entsprechenden Software ausgestattet sind. Das hinterlegte digitale Profil des Originals wird mit dem Muster verglichen und die Wiedergabequalität gemessen. Auch Flachbettscanner und Fotohandys erkennen relevante Abweichungen schnell.

Der digitale Kopierschutz kann mit den konventionellen Drucktechniken in bestehende Etiketten integriert oder direkt auf Produkte gelasert werden. Je nach Größe und Druckauflösung beinhalten der Data Matrix Code und das Kopierschutzmuster zusätzlich Serien- und Auftragsnummern oder bestimmte Sicherheitscodes für eine Online-Authentifizierung.

„Aufgrund des geringen Platzbedarfs erfüllt das Sicherheitsmerkmal die Anforderungen des Miniaturisierungstrends der Branche perfekt und ist darüber hinaus ökonomisch attraktiv. Das vollständige Schutzsystem sorgt somit für ein zuverlässiges und wirtschaftliches Sicherheitskonzept“, fasst Galfe zusammen.

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