EDA

Product Lifecycle Management

27.09.2006 | Redakteur: Gerd Kucera

Der Begriff PLM steht für „Product Lifecycle Management“ und beschreibt ein Software-Tool nebst Methode, womit sich alle Informationen eines Produktes über seine gesamte...

Der Begriff PLM steht für „Product Lifecycle Management“ und beschreibt ein Software-Tool nebst Methode, womit sich alle Informationen eines Produktes über seine gesamte Lebensdauer hinweg sammeln und analysieren lassen. PLM integriert alle anfallenden Daten, beginnend bei den ursprünglichen ECAD- und MCAD-Entwürfen über die Stücklisten bis zu allen relevanten Angaben über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die PLM-Anwendung verspricht nicht nur bessere Produkte, optimierte Kostenübersicht und schnellere Reaktion auf Kundenwünsche. Im nachfolgenden Beitrag skizziert der Autor die Arbeitsweise und Implementation in eine PCB-Designumgebung.

Der Begriff PLM steht für „Product Lifecycle Management“ und beschreibt ein Software-Tool nebst Methode, womit sich alle Informationen eines Produktes über seine gesamte Lebensdauer hinweg sammeln und analysieren lassen. PLM integriert alle anfallenden Daten, beginnend bei den ursprünglichen ECAD- und MCAD-Entwürfen über die Stücklisten bis zu allen relevanten Angaben über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die PLM-Anwendung verspricht nicht nur bessere Produkte, optimierte Kostenübersicht und schnellere Reaktion auf Kundenwünsche. Im nachfolgenden Beitrag skizziert der Autor die Arbeitsweise und Implementation in eine PCB-Designumgebung.Die ersten PLM-Systeme stellten einen Evolutionsschritt über die reine Verwaltung der Produktdaten (Product Data Management, PDM) hinaus dar. Während PDM das Rückgrat für die Zusammenarbeit im Produktdesign und den späteren Phasen der Produktentwicklung bildete, haben PLM-Systeme ein entschieden breiter angelegtes Spekt-rum an Funktionen, Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen integriert, um die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens auszudehnen - einschließlich der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Partner. Im Grunde genommen hat PLM für den Lebenszyk-lus eines Produktes innerhalb des Unternehmens die Bedeutung, die ein ERP-Sys-tem (Enterprise Resource Planning) für dessen Materi-albeschaffungs- und die Herstellungsprozesse übernimmt. Allerdings versetzt eine durchdachte PLM-Strategie das Unternehmen in die Lage, Verbesserungen frühzeitig in seine Produktentwicklungsprozesse zu übernehmen, ohne die langwierigen, kostenintensiven und komplizierten System-anpassungen vornehmen zu müssen, die man mit einem ERP-System assoziiert.PLM umfasst die komplette Lebensdauer der Produkte eines Unternehmens und schließt die Informationslücken, die durch andere wichtige Unternehmensanwendungen bislang nicht abgedeckt waren. Dabei korrespondieren PLM-Prozesse interaktiv mit Prozessen anderer unternehmensweiter Systeme, wobei sich PLM dadurch von ERP und SCM (Supply Chain Management) unterscheidet, dass es die Möglichkeit bietet, kreativ, also korrigierend und optimierend einzugreifen, wohingegen ERP oder SCM-Sys- teme nur darauf ausgerichtet sind, vorgedachte Standard-Prozesse zu unterstützen. So beziehen PLM-Systeme beispielsweise die Zulieferer in einer frühen Phase der Konzeption eines neuen Produktes mit ein, um die Entwicklung von Prototypen samt der entsprechenden frühen Designprozesse zu beschleunigen. Im Gegensatz dazu steht der Ablauf innerhalb des SCM, das ein Produkt erst nach dem De-signprozess integriert und daher die Berücksichtung eventueller Einwände des Lieferanten in den ersten Phasen der Produktentwicklung kaum möglich macht. Breites Angebot an integrierten AnwendungenAnwendungen eines guten PLM-Systems müssen die Wertschöpfungskette vom Design bis zum Markteintritt eines Produktes abbilden. Dabei ist wichtig, dass sie nahtlos integriert sind und sowohl eigenständig als auch als Teil einer umfassenden Gesamtlösung arbeiten können. Dann kann beispielsweise das in den USA ansässige Marketingteam eines Chipherstellers und die in Asien arbeitende Produktion völlig unterschiedliche PLM-Applikationen einsetzen; die komplette Integration der Anwendungen wird es dem Marketingteam trotzdem erlauben, einen Produktentwurf und eine darauf basierende Stückliste in der Produktmanagement-Applikation zu erstellen. Die Engineering-Anwendung kann alle konzeptionellen Daten übernehmen, sie auf das reale Produkt übertragen und den asiatischen Produktionsstätten als Fertigungsstückliste bereitstellen. Wird eine zusätzliche Beschaffungsanwendung in den Ablauf dieser beiden Anwendungen integriert, sind strategische Zulieferer in der Lage, diese Stückliste zu kontrollieren und freizugeben oder bei Bedarf Änderungen zu empfehlen, um Zeit- und Qualitätsvorgaben einhalten zu können.Die Vorteile einer einheitlichen Sicht auf alle Produktdaten liegen auf der Hand, weil sich wertvolle Zeit innerhalb der Wertschöpfungskette eines Produktes durch das Wegfallen vieler, sonst manuell ausgeführter Arbeitsschritte sparen lässt. Kostenintensive Fehler werden dadurch vermieden, dass allen Arbeitsgruppen die selbe Version aktueller und verifizierter Daten vorliegt. Solche PLM-Lösungen lassen sich dann auch schrittweise ausbauen, was ein schnelles Return of Investment und ein wirtschaftliches Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen wahrt.Geschäftsabläufe künftig dynamisch darstellenEffiziente PLM-Lösungen bilden einzelne Prozesse und komplette Geschäftsabläufe optimal im System ab. In der Praxis besitzt jedoch jeder Chiphersteller eigene Informationstypen oder individuell gestaltete Arbeits-abläufe, die oft Basis für Wett- bewerbsvorteile sind. Um diese zu wahren, müssen PLM-Umgebungen in der Lage sein, Geschäftsabläufe dynamisch darzustellen. Sie müssen es den Unternehmen ermöglichen, ihre eigenen Datentypen zu definieren und die Beziehung zwischen Daten und dem spezifischen Lebenszyklus eines Produkts individuell nach den eigenen Erfordernissen festzulegen.Die Option, jederzeit neue PLM-Prozesse konfigurieren zu können, unterstützt Halbleiterproduzenten dabei, schnell auf sich verändernde Märkte zu reagieren. Ein Beispiel ist der Chiphersteller, der unerwartet mit neuen Kundenanforderungen nach zusätzlicher Software und Komponenten für die bestehende Produktpalette konfrontiert ist. Dies erfordert eine Reihe neuer Prozesse für die entsprechenden Hard- und Software-Designs sowie für externe Partner, die zum Beispiel für die Verpackung verantwortlich sind. Ohne die Möglichkeit, PLM-Prozesse schnell an die veränderten Bedingungen anpassen zu können, würde sich das Unternehmen entweder mit einer aufwändigen Integration neuer Anwendungen konfrontiert sehen oder das Risiko eingehen, Wertschöpfungsprozesse zu verlangsamen. Eine möglichst einfache und flexible Konfigurierbarkeit des PLM-Systems sichert Chipproduzenten folglich echte Wettbewerbsvorteile.Der PLM-Einsatz beim Design von LeiterplattenWenn unterschiedliche Arbeitsgruppen in den Designprozess involviert sind, kommen meist auch verschiedene Entwicklungswerkzeuge zum Einsatz. Es entstehen unnötige Reibungsverluste während der Produktentwicklung, wenn eine Arbeitgruppe nicht die Mittel hat, die mit unterschiedlichen Softwarewerkzeugen erstellten Daten einer anderen Gruppe einzusehen oder zu bearbeiten. Dieses Problem wird umso größer, je häufiger das Unternehmen Designprozesse an externe Partner vergibt und mit einer Reihe von Zulieferern kooperiert. Auch hier spart dann die PLM-Umgebungen maßgeblich Zeit und Kosten.In der von MatrixOne und Cadence gemeinsam entwickelten EDA-PLM-Lösung (Vertrieb FlowCAD) wurde ein Best-in-class-System jetzt um drei zusätzliche Module erweitert: PCB-Design-Workbench, PCB-Lib-rary-Workbench und PCB-Collaboration-Workbench. Diese Module decken die verschiedenen Aufgaben im Design-Flow einer Leiterplatte ab. Über die Infrastruktur des kompletten PLM-Systems können alle Module an die weiteren Unternehmensprozesse wie Mechanikentwicklung, Sourcing, ERP, Marketing und andere angeschlossen und synchronisiert werden.Mit den drei Komponenten der Allegro PCB Workbench bekommt der Anwender eine maßgeschneiderte und flexible Lösung, mit der er je nach Aufgabenbereich einen typischen Funktionsumfang abdeckt.Es lassen sich Designab-läufe mit projektbezogenen Regeln in einem Workflow definieren. Über Mechanismen wie Check-in und Check-out werden Teilaufgaben klar und übersichtlich verteilt.Eine zentrale Bauteil- und Symbolbibliothek kann man via Workflows verwalten. Update-Mechanismen sorgen für die Veröffentlichung von neuen Bauteilen und Bauteil-Revisionen.Die Zusammenarbeit von diversen internen und externen Teammitgliedern kann über einen einheitlichen Workflow organisiert werden. Alle Mitglieder erhalten automatisch E-Mails beim Erreichen von Etapenzielen oder geben elektronisch einen Teilschritt frei.

Chris Nicolaes, Director Central Europe und Geschäftsführer bei MatrixOne Deutschland, Ismaning

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 142184 / Leiterplatten-Design)