Optisches Bonden Probleme beim Wechsel der Quecksilber-UV-Quelle zur LED

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Beim optischen Bonden ersetzt LED-Technik die bisher eingesetzten Quecksilber-UV-Quellen. Oft wird nicht daran gedacht, das Spektrum der LED anzupassen. Das hat weitreichende Folgen.

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Falschfarbenbild: Bei der UV-Aushärtung mit LED-Technik ist darauf zu achten, das Spektrum der LED anzupassen.
Falschfarbenbild: Bei der UV-Aushärtung mit LED-Technik ist darauf zu achten, das Spektrum der LED anzupassen.
(Bild: Wammes & Partner)

Beim optischen Bonden kamen bisher Quecksilber-UV-Quellen zum Einsatz. Jetzt wird auf LED gewechselt. Das ist allerdings nicht ohne Probleme möglich. „Sehr viele Beispiele zeigen jüngst, dass beim Wechsel der UV-Quelle einfach nur die alte UV-Quelle, Quecksilberdampflampen unterschiedlichster Couleur, durch LEDs ersetzt werden. Ein Tausch alt gegen neu funktioniert jedoch nicht ohne Weiteres“, erklärt Klaus Wammes, Geschäftsführer Wammes und Partner, die aktuell immer häufiger Trouble-Shooting-Anfragen erhält.

Nach Angabe des Experten auf dem Gebiet der Display-Technik ist ein Wechsel der UV-Quellen auf LEDs aus mehreren Gründen logisch und richtig. So sind LEDs im Gegensatz zu den Quecksilberdampflampen nicht gefährlich für Mensch und Umwelt. Jedoch muss ein Tausch systemabhängig und vor allem professionell durchdacht werden: UV-LEDs haben eine spezielle Wellenlänge und keine spektrale Verteilung und bieten damit nicht die Vielzahl der Emissionsmaxima ihrer Quecksilber basierten Vorgänger.

Kleber härtet nicht aus

In manchen Fällen reagiert die chemische Zusammensetzung des Klebers bei falscher Kombination schlichtweg nicht auf das LED-Licht und härtet gar nicht erst aus. In anderen Fällen treten diverse, auch sichtbare optische respektive mechanische Artefakte auf.

Diese können sich beispielsweise über das gesamte Display oder nur in lokalen Verschiebungen der Farbtemperatur, in Flecken unterschiedlicher Art, in Kontrastveränderungen oder in Veränderungen der Gamma-Kurve zeigen. Mechanische Probleme treten zum Beispiel als Auffälligkeiten bei Schock- und Vibrationstests auf.

Auswirkungen erst viel später

„Die Umstellung von UV-Belichtungssystemen von Quecksilber basierenden UV-Quellen zu UV-LEDs erzeugt aktuell großen Handlungsbedarf. Meist wurden Fehler aber schon vor sehr vielen Monaten begangen. Die merk- beziehungsweise sichtbaren Auswirkungen treten erst viel später – also beim Endkunden im Feld auf – und damit erst nach vielen weiteren Stufen in der Wertschöpfungskette. Besonders letzteres Szenario ist kritisch, da nicht mehr reparabel, und verursacht so erhebliche Probleme und Kosten.“

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