Powertrain an die Börse: Continental plant immensen Organisationsumbau

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Continental-Hauptverwaltung in Hannover: Das Unternehmen plant den größten organisatorischen Umbau in der Firmengeschichte.
Continental-Hauptverwaltung in Hannover: Das Unternehmen plant den größten organisatorischen Umbau in der Firmengeschichte. (Bild: Continental)

Continental organisiert sich neu: Um agiler und flexibler auf den Weltmarkt reagieren zu können, gliedert sich das Unternehmen in drei neue Firmenbereiche: Rubber, Automotive und Powertrain. Das Powertrain-Segment soll voraussichtlich 2019 an die Börse gehen.

Schneller wachsen als die Märkte - unter diesem Motto hat der Firmenvorstand von Continental die größte organisatorische Umstrukturierung in der Geschichte des 147-jährigen Hannoveraner Unternehmens angekündigt. Demnach soll in der bisherige Continental AG eine neue Holding-Struktur unter der Dachmarke „Continental Group“ gebildet werden. Darunter sollen drei getrennte Geschäftsbereiche, in diedie bisherige Unternehmensstruktur aufgeteilt wird: „Continental Rubber“, „Continental Automotive“ und „Powertrain“. Spätestens ab 2020 soll diese neue Gliederung voll in Kraft sein.

Geplant ist, im Laufe der nächsten beiden Jahre die Unternehmensbereiche nach und nach aufzubauen bzw. wo notwendig anzupassen. Diese Veränderung bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats der Continental AG.

Teilbörsengang der Powertrain-Division angestrebt

Im Zuge dieser Umstrukturierung ist auch eine Verselbstständigung der heutigen Division Powertrain geplant. Unter neuer Firmierung und Leitung soll dieser Geschäftsbereich bereits Anfang 2019 auf eigenen Beinen stehen. Die Leitung des neuen Powertrain-Unternehmens soll Andreas Wolf (57) übernehmen. Er ist derzeit verantwortlich für die Continental-Geschäftseinheit Body & Security in der Division Interior.

Zu den künftigen Aufgaben von Powertrain sollen weiterhin neben dem Geschäft mit Verbrennungsantrieben auch das komplette Zukunftsgeschäft mit Hybrid- und Elektroantrieben sowie alle laufenden Batterieaktivitäten zählen. Dazu zählt zum Beispiel das vor kurzem angekündigte Gemeinschaftsunternehmen für 48-Volt-Batteriesysteme.

Gleichzeitig bereitet Continental für das neue Powertrain-Unternehmen einen Teilbörsengang vor, der ab Mitte 2019 stattfinden könnte. Continental beabsichtigt jedoch mittel- bis langfristig nicht, die Kontrolle über das Powertrain-Geschäft abzugeben.

Neuordnung der beiden Divisionen Chassis & Safety und Interior

Die Geschäfte und Aufgaben der beiden weiteren, heutigen Automotive-Divisionen Chassis & Safety und Interior werden sich an den sich ändernden Erfordernissen und künftigen Chancen der Märkte neu ausrichten. Sie werden bis Anfang 2020 auf zwei neu formierte Geschäftsfelder unter den Bezeichnungen „Autonomous Driving Technologies“ und „Vehicle Networking Technologies“ aufgeteilt.

Das Geschäftsfeld Autonomous Driving Technologies umfasst damit künftig das automatisierte und autonome Fahren sowie alle bekannten Chassis-Funktionen, darunter beispielsweise solche zum elektronischen und hydraulischen Bremsen, zur Stabilitätskontrolle und zur Fahrwerksregelung und Federung. Das Geschäftsfeld Vehicle Networking Technologies verantwortet das Geschäft der internen Vernetzung eines Fahrzeugs sowie dessen externe Vernetzung mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur. Die Details dazu werden voraussichtlich bis Mitte 2019 ausgearbeitet und vorgestellt.

Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental AG: „Heute ist ein historischer Tag für Continental. Wir starten voll durch in die Zukunft der Mobilität."
Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental AG: „Heute ist ein historischer Tag für Continental. Wir starten voll durch in die Zukunft der Mobilität." (Bild: Continental)

Continental verfolgt mit dieser Neuordnung vor allem das Ziel, ihre Geschäfte mit wegweisenden Technologien weiter auf profitables Wachstum zu programmieren und dieses sowie zukünftige Wachstumspotenziale noch schneller und effizienter auszuschöpfen. Das Technologieunternehmen rechnet in seinem neuen Automotive-Geschäft (d.h. ohne die Division Powertrain) mit einer Umsatzsteigerung von rund 19 Milliarden Euro (2017) auf rund 30 Milliarden Euro (2023).

„Wir starten voll durch in die Zukunft der Mobilität," kündigte Continental-Vorstandsvorsitzender Dr. Elmar Degenhart an. „Unsere große Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit sind herausragende Wettbewerbsvorteile, die wir jetzt voll ausspielen. Denn unsere Neuaufstellung ermöglicht uns höchstmögliche Flexibilität und Agilität. Im erfolgreichen Werte- und Wertverbund Continental wachsen wir an den Anforderungen und bleiben dauerhaft wettbewerbsfähig.“

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