Multifunktions-Messgerät

Portables Messgerät DL350 kommt auf Wunsch mit einem Akku

| Redakteur: Hendrik Härter

Modularer Aufbau: Der DL350 bietet zwei Steckplätze. Je nach Modul sind bis zu acht isolierte Spannungs-Kanäle mit einer Abtastrate von 1 MS/s oder vier isolierte Spannungs-Kanäle mit 100 MS/s realisierbar.
Modularer Aufbau: Der DL350 bietet zwei Steckplätze. Je nach Modul sind bis zu acht isolierte Spannungs-Kanäle mit einer Abtastrate von 1 MS/s oder vier isolierte Spannungs-Kanäle mit 100 MS/s realisierbar. (Bild: Yokogawa)

Portabel, modular und auf Wunsch mit einem Akku ausgestattet: Der DL350 von Yokogawa ist ein tragbares Messgerät, das Oszilloskop und Transientenrekorder vereint.

Vor sieben Jahren hat Yokogawa mit dem DL850 einen sogenannten ScopeCorder auf den Markt gebracht, um Spannung, Strom, Verformung, Beschleunigung und weitere Phänomene gleichzeitig zu messen. Das Besondere an dem Messgerät ist, dass es modular aufgebaut ist.

Mit dem Modell DL350 geht das japanische Unternehmen noch einen Schritt weiter: neben der Modularität ist der Neuzugang portabel und akkubetrieben. Typisch für die ScopeCorder ist, drei Geräte zu vereinen. Dazu gehören die Vorteile eines Oszilloskops und der schnellen Abtastung, ein Transientenrekorders mit seinen langen Aufzeichnungszeiten sowie den vielen Kanälen und einem Analysator und den unterschiedlichen Mathematikfunktionen.

Der Hersteller ist besonders auf die Modularität seines neuen DL350 stolz: Anwender können das Messgerät nach unterschiedlichen Anwendungen konfigurieren. Sei es, um direkt Spannungen oder ein Mix aus verschiedenen Signalen zu messen, die beispielsweise von Stromzangen, Temperatursensoren, Dehnungsmessstreifen, Beschleunigungsaufnehmern oder seriellen Bussen stammen. Verschiedene Signalarten lassen sich zeitkorreliert erfassen.

Auswahl aus 18 Modultypen

Ausgestattet ist das Gerät mit zwei Steckplätzen, welche der Anwender mit zwei beliebigen Modulen aus 18 verschiedenen Modultypen bestückt werden. Je nach Modul sind bis zu acht isolierte Spannungs-Kanäle mit einer Abtastrate von 1 MS/s oder vier isolierte Spannungs-Kanäle mit 100 MS/s realisierbar. So lassen sich mit unterschiedlichen Modulen vier isolierte Spannungen mit 1 MS/s gleichzeitig mit 16 Temperaturen erfassen. Zusätzlich stehen 2x 8-Bit-Logikeingänge standardmäßig im Grundgerät zur Verfügung.

Eines der überarbeiteten Module für Effektivwertmessungen in Echtzeit bietet einen direkten Eingang für Spannungen von 1000 Veff mit einer Abtastrate von 1 MS/s. Zusätzliche Tastköpfe für hohe Spannungen entfallen. Die Eingangsmodule für das erwähnte Modell DL850 sind auch für den DL350 kompatibel.

Gleich nach dem Start des Geräts kann der Anwender den Betriebsmodus wählen: Scope-Modus oder Rekorder-Modus. Anwender, die mit einem Linienschreiber vertrauter sind, können so mit dem Rekorder-Modus arbeiten. Der Rekorder-Modus eignet sich für kontinuierliche Langzeitaufzeichnungen von bestimmter Dauer und für Einsätze mit spezifiziertem Abtastintervall. Der Konfigurations-Assistent leitet den Anwender durch die Einrichtung.

Einfacher und erweiterter Trigger

Dank des History-Speichers lassen sich bis zu 1000 getriggerte Ereignisse im internen Speicher automatisch ablegen. Auswahl besteht zwischen einfachen und erweiterten Trigger. Zu letzteren gehören Pulsbreite, Periode und Triggerkombination über mehrere Kanäle. Mit einem Kurvenfenster-Trigger lässt sich beispielsweise eine Wechselspannung überwachen und Spannungsabfälle, Überspannungen, Spitzenwerte, Phasenverschiebungen oder Dropouts zwischen 40 Hz bis 1 kHz erfassen. Ebenfalls im Rekorder-Modus: Bis zu fünf GWorte pro Steckplatz können direkt auf einer SD-Karte abgelegt werden. So ist es möglich, Daten kontinuierlich bis zu 50 Tage lang aufzuzeichnen. Für kurze transiente Ereignisse steht ein Speicher von 100 MWorten pro Steckplatz bereit.

Bei der Bedienung setzt Yokogawa auf ein Touch-Display. Doch nicht auf einen kapazitiven, sondern auf einen resistiven 8,4-Zoll-Display. Vorteil: Bei Motoren und Umrichtern bleibt so die Messgenauigkeit gewährleistet. Zudem können Anwender das Display mit Handschuhen oder einen Eingabestift bedienen. Zusätzlich verfügt das Gerät über manuelle Triggerung mittels Tasten.

Dank Akku und modularem Aufbau ist der ScopeCorder speziell für den Einsatz im Feld konzipiert. Bei Akkubetrieb garantiert der Hersteller bis zu drei Stunden unabhängigen Betrieb. Allerdings ist dieser nur optional erhältlich. Standard sind Netz- und DC-Betrieb. Ohne Akku wiegt das Gerät knapp 2,6 kg. Voll bestückt mit Akku und zwei 4-Kanal-Modulen kommt die Messeinheit auf knapp 4 kg.

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