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Polymerfaser: Joint Venture entwickelt textile Lichtsysteme

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In einem Joint Venture wollen ein LED-Spezialist und ein Hersteller von technischen Textilen jetzt textile Lichtsysteme entwickeln, fertigen und liefern. Grundlage sind optische Polymerfasern.

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Die CEOs der gründenden Partnerunternehmen von Munda: Rolf A. Königs (CEO Aunde, rechts), Wido Weyer (CEO Mentor, links). Sie wollen textile Lichtsysteme entwickeln, die sich dank optischer Polymerfasern preiswert herstellen lassen.
Die CEOs der gründenden Partnerunternehmen von Munda: Rolf A. Königs (CEO Aunde, rechts), Wido Weyer (CEO Mentor, links). Sie wollen textile Lichtsysteme entwickeln, die sich dank optischer Polymerfasern preiswert herstellen lassen.
(Bild: Mentor / Studio Salewski)

Mithilfe von textilen Lichtsystemen soll Licht als Designelement nicht nur im Fahrzeug Einzug halten. Denn es sind nicht mehr allein die rein funktionalen Elemente wie eine gute Orientierung, die im Fokus bei der Interieursbeleuchtung im Auto steht. Es sind zunehmend auch die emotionalen Aspekte wie Ambiente, Wohlfühlen und auch Wertigkeit. Ebenfalls verstärkt sich der Wunsch der Automobilhersteller, ihre Fahrzeuge mit einer individuellen Beleuchtung bei kleinen Serien auszustatten.

Genau das haben sich zwei Unternehmen jetzt zur Aufgabe gemacht, preiswerte textile Lichtsysteme zu entwickeln, herzustellen und zu liefern. In einem Joint Venture bündeln Aunde und Mentor ihr Wissen und die beiden Unternehmen werden als gleichberechtigte Partner jeweils 50% an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten. Von Aunde fließt das Know-how technischer Textilien ein, während Mentor seine Stärken der LED-Lichttechnik mitbringt. Das neue Unternehmen mit dem Namen Munda (aus Mentor und Aunde) ist am Standort Erkrath zuhause.

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Optische Polymerfaser mit Lichtaustritt

Beide Unternehmen setzen auf den verstärkten Trend, dass so gut wie kein Bereich des Fahrzeuginterieurs außen vor bleibt. Denn es ist gerade der aktuelle Megatrend zum autonomen Fahren, der Licht auch als Designaspekt verstärkt. Aber nicht nur in der Automobilindustrie kommen moderne Lichtlösungen zum Einsatz. Auch in immer multifunktionaler werdenden Produkten vieler anderer Branchen steigt der Bedarf an produktintegriertem Licht, um über funktionale, ästhetische und emotionale Aspekte sinnvollen Mehrwert in den Produkten von morgen zu generieren.

Als Grundlage für die textilen Lichtsysteme ist die optische Polymerfaser, die aus der optischen Datenübertragung bekannt ist. Mit einem speziellen Verfahren lässt sich der Lichtaustritt individuell gestalten, wo immer Licht notwendig und gewünscht ist. Der entscheidende Vorteil ist, dass kein Werkzeug notwendig ist. Mentor hat eine spezielle Software entwickelt, die den Lichtaustritt aus der optischen Polymerfaser optimiert. Das ist gerade bei kleinen Stückzahlen von Vorteil, bei denen eine werkzeugbasierte Technik nicht wirtschaftlich wäre. Da textile Lichtsysteme konfektionier- und drapierbar, also sphärisch verformbar sind, bieten sie Designern ganz unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten sowie Entwicklern einen flexiblen Umgang mit den oft knapp bemessenen Bauräumen.

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