Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Politik für erneuerbare Energien fördert Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze

07.06.2009 | Redakteur: Andreas Mühlbauer

Bild: Reinhard Sandbothe/pixelio.de
Bild: Reinhard Sandbothe/pixelio.de

Positive und negative Effekte auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum

Um einen detaillierten Überblick über den zukünftigen ökonomischen Einfluss erneuerbarer Energien zu liefern, wurden diese zwei Szenarien kombiniert mit drei Szenarien, die die mögliche Bandbreite zukünftiger Weltmarktanteile der europäischen Volkswirtschaften im Bereich erneuerbarer Energietechnologien repräsentieren: ein pessimistisches (PE), ein moderates (ME) und ein optimistisches (OE) Exportszenario. Grundsätzlich wurde in der Studie berücksichtigt, dass ein stärkerer Einsatz erneuerbarer Energien verschiedene Effekte auf die Wirtschaft hat, manche davon sind positiv, während andere negativen Einfluss auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum haben. Die Employ-RES Analyse zeigt Brutto- und Netto-Effekte.

Allgemein gesprochen, beinhalten Brutto-Effekte nur die positiven Effekte im Sektor der erneuerbaren Energien und verwandter Branchen, während Netto-Effekte die Summe von positiven und negativen Einflüssen sind. Für die Netto-Effekte werden alle relevanten wirtschaftlichen Mechanismen berücksichtigt.

Demzufolge lauten zwei ausgewählte Schlüsselergebnisse der Studie:

  • Der Netto-Effekt auf die Beschäftigung in den 27 EU-Mitgliedstaaten beträgt im Vergleich zum hypothetischen Szenario, in dem die Förderung erneuerbarer Energien aufgegeben wird, etwa 115.000 bis 200.000 Beschäftigte im BAU-Szenario und zwischen 396.000 und 417.000 Beschäftigte im ADP-Szenario.
  • Die Netto-Veränderung vom Bruttoinlandsprodukt durch die Förderung erneuerbarer Energien im Jahr 2020 wird sich auf 0,11% bis 0,14% im BAU-ME Szenario (Moderates Export Szenario) und bis zu 0,23% bis 0,25% im ADP-ME Szenario für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten beziffern, wobei sich die Bandbreiten aus den Ergebnissen der zwei verwendeten Modelle ergeben (siehe Link: Vollversion der Employ-RES-Studie).

Positive Effekte bei Beschäftigung und Bruttoinlandsprodukt langfristig aufrechterhalten

Dr. Mario Ragwitz, Leiter des Geschäftsfeldes Erneuerbare Energien am Fraunhofer ISI erläutert: „Instrumente, die technologische Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energien fördern, sind essenziell, um den Wettbewerbsvorteil der Technologieführerschaft der europäischen Industrie im Bereich der erneuerbaren Energien dauerhaft zu stärken. Für den Fall, dass Vorreitermärkte für diese Technologien erfolgreich etabliert werden, kann die Europäische Union einen höheren Weltmarktanteil bei erneuerbaren Energien erreichen und positive Netto-Effekte bei Beschäftigung und Bruttoinlandsprodukt langfristig aufrechterhalten“.

Schlüsseltechnologien wie Fotovoltaik und Solarthermie benötigen mehr finanzielle Unterstützung

Die Studie empfiehlt, dass das starke Wachstum von vergleichsweise kostengünstigen Technologien wie Biomasse und Onshore-Windenergie weiter nachhaltig fortgesetzt wird, weil von diesen Technologien erwartet wird, kurzfristig die stärksten Effekte auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum zu generieren. Zusätzlich benötigen innovativere Technologien wie Fotovoltaik, Offshore-Wind und Solarthermie sowie Biokraftstoffe der zweiten Generation kurzfristig mehr finanzielle Unterstützung, weil genau diese Technologien den Schlüssel zur Erreichung des 20%-Ziels der EU bei den erneuerbaren Energien darstellen.

Dies kann zu größeren Weltmarktanteilen in der Zukunft führen, um die aktuelle Wettbewerbsposition der EU im Weltmarkt mit erneuerbaren Energietechnologien zu erhalten, sowie um mittelfristig Beschäftigung und Bruttoinlandsprodukt zu steigern.

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