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Verkaufsstart PlayStation 4 steigt gegen Xbox One in den Ring

Autor / Redakteur: dpa / Peter Koller

Wenn morgen in Deutschland die PlayStation 4 von Sony auf den Markt kommt – eine Woche nach Microsofts Xbox One –, ist das Rennen der Spielkonsolen-giganten um das Weihnachtsgeschäft endgültig eröffnet.

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Highend bei Prozessor und Grafikspeicher: PlayStation 4
Highend bei Prozessor und Grafikspeicher: PlayStation 4
(Sony/EP)

Microsoft konnte beim Verkaufsstart in 17 Ländern bereits am ersten Tag rund eine Million Exemplare absetzten. Sony gelang beim gleichzeitigen Start der Playstation 4 nur in Nordamerika der gleich Erfolg.

Technisch sind sich die Konsolen nicht unähnlich (siehe auch Bildergalerie). Beide basieren auf einem System on Chip von AMD, das einen 8-Kern-Prozessor mit einem Grafikchip integriert. Dazu kommen 8 GB Grafikspeicher – hier gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied. Während Microsoft Standardmodule vom Typ DDR3 verwendet, setzt Sony den schnellen und teuren GDDR5-Speicher ein. "DDR5-Grafikspeicher hat eine viel höhere Bandbreite als der DDR3 in der Xbox One und kann viel zu einer gesteigerten Grafik-Performance beitragen", so Mike Howar, Senior Principal Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli.

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Die Analysten von IHS iSuppli sehen die Playstationa als ein sehr gelungenes Stück Elektronikentwicklung an. Die Original PlayStation 3 hatte 2006 die Leistung eines Supercomputers zum Preis eines Notebooks. Nach den Analysen von IHS lag damals allein der Materialwert der PS3 bis zu 100 US-$ über dem Verkaufspreis.

Diesmal liegt die Bill of Materials mit geschätzten 381 US-$ zumindest knapp unter dem Verkaufspreis von 399 US-$. Die Xbox One kostet etwa 100 US-$ mehr. "Sony hat sich bei der Verwendung teuerer Komponenten in der PS4 auf den Prozessor und den Grafikspeicher konzentriert und ansonsten die Kosten gut im Griff behalten", so IHS-Analyst Andrew Rassweiler. Die verwendete Festplatte ist zum Beispiel eine ganz normale Notebook-HDD.

Einer aktuellen Umfrage zufolge stoßen die neuen Spielekonsolen von Microsoft und Sony auf großes Interesse bei den Nutzern in Deutschland. Rund vier von zehn Konsolenbesitzer wollten sich in den nächsten zwölf Monaten eine Playstation 4 oder eine Xbox One zulegen, teilte das Beratungshaus PwC mit. Dazu kommen 18 Prozent derjenigen, die bislang noch keine Spielekonsole besitzen. Insgesamt seien damit rund 30 Prozent der Onlinenutzer am Kauf einer neuen Spielekonsole interessiert, teilte die Branchenbeobachter mit.

Nach wie vor seien die Konsole die umsatzstärkste Spieleplattform in Deutschland, sagte Werner Ballhaus von PwC. Zuletzt sei der Erlös jedoch auf unter eine Milliarde Euro gesunken. In den kommenden Jahren bis 2017 werde der Markt aber wieder um im Schnitt 4,5 Prozent pro Jahr auf rund 1,25 Milliarden Euro zulegen, schätzt Ballhaus.

Ein großes Thema bei den neuen Spielekonsolen sind die Möglichkeiten der Vernetzung. So lassen sich Spiele etwa an der Konsole anspielen und auf dem Tablet bruchlos unterwegs weiterspielen. "Der Trend zum vernetzten und zunehmend mobilen Spiel ist Herausforderung und Chance für die Spielehersteller", schätzt Niklas Wilke, Videospiel-Experte bei PwC. Mit neuen Spieletiteln auf mehreren Plattformen auch Umsatz zu generieren, setzte Änderungen am Geschäftsmodell voraus. "Nur wenige Spieler dürften dazu bereit sein, für den gleichen Titel mehrfach zu bezahlen."

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