Plant IBM den Abbau von 8000 Stellen in Europa?

Redakteur: Ulrike Ostler

Die Gerüchte gibt es schon seit Wochen, aber nun verdichten sich die Hinweise: IBM plant offenbar, in Europa rund 8.000 Mitarbeiter zu entlassen. Unter Berufung auf interne Quellen berichten diverse Medien, dass 2.000 davon in Großbritannien und Irland anfallen könnten.

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IMB entlaubt den Bereich Global Business.
IMB entlaubt den Bereich Global Business.
(Bild: malubeng auf Pixabay)

In der vergangenen Woche hat Big Blue dem Vernehmen nach den europäischen Mitarbeitern von Global Business Services (GBS) mitgeteilt, dass sie ab dem 17. Dezember an einem 45-tägigen Konsultationsprozess teilnehmen werden. Dafür ist ein Rat gewählt worden, der sich aus Management- und Personalvertretern zusammensetzt.

Gegenüber dem Medium „The Register“, das in einem Artikel vom vergangenen Freitag darüber berichtet hat, sagte ein IBM-Insider, dass der Grund für die anstehenden Entlassungen „die Umstrukturierung und Neuqualifizierung für die Hybrid-Cloud-, KI- und Intelligent Workflow-Märkte“ sei. „COVID-19 wurde nicht erwähnt.“

Ein weltweiter tiefgreifender Umbau

Auf Nachfrage von DataCenter-Insider heißt es von IBM Deutschland: „Unsere Personalentscheidungen werden getroffen, um unsere Kunden auf ihrem Weg zur Einführung einer offenen Hybrid-Cloud-Plattform und KI-Lösungen bestmöglich zu unterstützen. Wir investieren in unser Geschäft und weiterhin erheblich in die Aus- und Weiterbildung der IBM-Mitarbeitern, um den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden“ – also keine Äußerung zum Thema.

Die Gewerkschaft Verdi weiß Genaueres: Hierzulande dürften im ersten Schritt Freiwillige das Unternehmen verlassen; doch insgesamt soll sich die Anzahl der zu streichenden Stellen auf 2.300 belaufen.

Erst vor wenigen Wochen hatte Big Blue entschieden, den größten Teil von Global Technology Services in eine separat gehandelte Aktiengesellschaft auszugliedern (DataCenter-Insider berichtete). Analysen befürchteten auch zu diesem Zeitpunkt schon, dass dieser Schritt weltweit 20.000 Stellen kosten könnte.

GBS, die Abteilung, die professionelle Dienstleistungen anbietet, wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings vom IBM-CEO Arvin Krishna als strategischer Aktivposten hervorgehoben, der Kunden bei der Beratung in Bezug auf die kurzfristige Zukunft ihrer Infrastruktur unterstützt. Jetzt aber stehen Streichungen an.

Und eventuell nicht nur hier. The Register berichtete, dass auch Vertrieb und der technische Vertrieb und Security ein entsprechend gefürchtetes Memo erhalten hätten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Datacenter-Insider.de.

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