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Pi Desktop: Vom Raspberry Pi zum Desktop-PC für unter 100 Euro

Redakteur: Sebastian Gerstl

Der Pi Desktop von element14 ist ein vollwertiges Desktop-PC-Kit. Damit lässt sich mit wenigen Handgriffen ein Raspberry Pi 2 oder 3 zu einem unschlagbar günstigen Desktop-PC machen. Für die Inbetriebnahme sind jedoch Linux-Shell-Kenntnisse ein Muss.

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Das Pi Desktop Kit umfasst ein Gehäuse, Kühlkörper, Power Controller und eine Echtzeituhr. Das Herzstück - die Raspberry-Pi-Platine - muss separat erworben werden.
Das Pi Desktop Kit umfasst ein Gehäuse, Kühlkörper, Power Controller und eine Echtzeituhr. Das Herzstück - die Raspberry-Pi-Platine - muss separat erworben werden.
(Bild: element14)

Computer-Kits für das Raspberry Pi erfreuen sich großer Beliebtheit. Schon seit zwei Jahren existiert mit dem Pi-Top ein Bausatz, mit dem Anwender in wenigen Handgriffen aus einem Raspberry Pi einen mobilen Laptop machen. Das Laptop-Kit bietet ein eigenes Maker-orientiertes Betriebssystem, einen Kit-Component-Guide sowie unterstützende Software und erlaubt Anwendern sogar, nachträglich das Raspberry-Pi auszutauschen, um so die Hardware des Geräts leicht nachzurüsten.

Mit dem Pi Desktop präsentiert Premier Farnells Technologiemarke element14 nun eine neue Version seines entsprechend Äquivalents für Desktop-PC-Anwender. Mit dem Kit verwandeln Sie in Windeseile einen Raspberry Pi 2 oder 3 in einen Desktoprechner. Der Bausatz umfasst ein Gehäuse mit Kühlkörper und Erweiterungsplatine, einen Leistungsregler, eine Echtzeituhr und eine mSATA SSD (Solid State Drive) Erweiterungskarte, um einen zusätzlichen Speicherplatz von bis zu 1 TByte bereitzustellen. Ebenfalls im Kit enthalten sind alle erforderlichen Abstandhalter und Schrauben.

Nicht enthalten in dem Paket sind Eingabegeräte wie Maus oder Tastatur oder ein Monitor. Auch die Raspberry-Pi-Platine, die das Herzstück des Systems bildet, müssen Bastler selbst bereitstellen oder separat erwerben. Damit ausgestattet bietet der Pi Desktop sämtliche Funktionen eines herkömmlichen PCs, etwa WiFi, Bluetooth, Schnittstellen für Kamera und mSATA-Solid-State-Laufwerk.

Linux-Kenntnisse zwingend erforderlich

Für den ersten Start des Pi Desktop empfiehlt zwar die von element14 bereitsgestellte Anleitung durchaus zunächst die Installation der Standarddistribution Raspbian Jessie.

Um das Debian-basierte erweiterte Softwarepaket zu installieren sollten Anwender allerdings bereits mit der Linux Shell vertraut sein. Auch die weiteren Schritte - etwa das Klonen des Systems auf eine extra angeschlossene SSD mit mehr Arbeitsplatz oder der Anschluss und das Mounten einer Webcam - erfordern vom Nutzer eine Vertrautheit mit der Linux-Befehlszeile. Dafür lässt sich der Pi Desktop nach vollständiger Einrichtung direkt über die mSATA-SSD booten, was für einen deutlich schnelleren Startvorgang sorgt.

1,2-GHz-Desktop-PC zum unschlagbar günstigen Preis

Wer sich diese Schritte zutraut, besitzt am Ende einen günstigen Desktop-PC mit – je nach verwendeter Raspberry-Pi-Version - wahlweise einer 32-Bit-Quadcore-CPU von bis zu 900 MHz (Raspberry Pi 2B) oder einer 64-Bit-Quadcore-CPU mit bis zu 1,2 GHz (Raspberry Pi 3B) und 1 GByte LPDDR2-SDRAM.

Das Kit selbst ist derzeit zum Preis von 47,99 britischen Pfund (ca 55 Euro) auf Farnell element 14's Webseite Forthings.io erhältlich. Erwirbt man zu dem Kit noch separat ein Raspberry Pi 3B hinzu, belaufen sich die Gesamtkosten für den Eigenbau-Desktop-Rechner auf insgesamt etwa 79 Pfund (ca 90 Euro) ohne Versandkosten.

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