Photovoltaik-Anlagen mit Drohne überwachen

| Redakteur: Julia Schmidt

Entdecken kann man Störungen zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera. Die Coburger Wissenschaftler wollen sie mithilfe einer Drohne über das Solarfeld fliegen und Temperaturunterschiede sichtbar machen.
Entdecken kann man Störungen zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera. Die Coburger Wissenschaftler wollen sie mithilfe einer Drohne über das Solarfeld fliegen und Temperaturunterschiede sichtbar machen. (Bild: Hochschule Coburg)

Ausfälle einer Photovoltaik-Anlage sind insbesondere für die Betreiber ärgerlich, sie kosten Geld. Wissenschaftler der Hochschule Coburg wollen deshalb ein mobiles Labor entwickeln, um Störungen auf den Anlagen zu erkennen und Leistungseinbußen zu verhindern.

Eine Millionen Haushalte können die Solarparks des Bad Staffelsteiner Unternehmen IBC Solar im Jahr versorgen. Über 120 Parks sind das weltweit. Sie erbringen eine Gesamtleistung von drei Gigawatt – so viel wie drei sehr große Kohlekraftwerksblöcke.

Umso ärgerlicher, wenn es zu Ausfällen der Photovoltaik-Anlagen kommt. Ab einem Verlust von fünf Prozent wird es kritisch. Dann nehmen die Anlagenbetreiber die Hersteller in die Pflicht. Denn diese garantieren, dass ein PV-Modul in 20 Jahren maximal 20 Prozent seiner Leistung verliert.

Dabei sind die Gründe für einen Leistungsabfall manchmal banal. Brennt sich zum Beispiel Vogelkot zu lange ins Modul ein, entstehen sogenannte Hotspots. An diesen Stellen wird das Photovoltaik-Modul heiß und verliert dadurch Leistung.

Überflug mit der Wärmebildkamera

Entdecken kann man diese Störungen zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera. Die Coburger Wissenschaftler wollen sie mithilfe einer Drohne über das Solarfeld fliegen und Temperaturunterschiede sichtbar machen. Ihnen geht es aber nicht nur darum, mögliche Fehler zu entdecken.

„Wir werden eine Messtechnik für PV-Generatoren entwickeln, die Fehler lokalisiert, die Art des Fehlers identifiziert und die zu erwartenden Ertragseinbußen prognostiziert“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Bernd Hüttl.

Neu daran ist, dass die Messungen im laufenden Betrieb und unter realen Bedingungen erfolgen. Bisher werden Messungen an Solarmodulen vor allem im Labor durchgeführt. Die sind aber zum einen weniger aussagekräftig, zum anderen deutlich teurer, weil die Module dafür abgebaut werden müssen.

„Um die Genauigkeit der Labormessungen zu erreichen, kombinieren wir verschiedene Messverfahren“, erklärt Hüttl. Die Auswertung der Wärmebildkamera wird beispielsweise ergänzt durch Messungen direkt am Modul. Auf Musteranlagen soll das Verfahren dann getestet werden.

Erzeugungsverluste vermeiden

Als Partner hat Prof. Hüttl die Hochschule Nordhausen ins Boot geholt. Die Wissenschaftler dort werden sich vor allem mit den Fehlern beschäftigen, die Ausfälle verursachen und Lösungen suchen, um diese zu verhindern. Diese Arbeit kann auch bei der Weiterentwicklung von PV-Modulen helfen.

„Gelingt es mit dem Projekt, Erzeugungsverluste von nur zehn Prozent zu vermeiden, könnte alleine mit den Solarparks von IBC Solar der Energiebedarf von zusätzlich 100.000 Haushalten gedeckt werden“, sagt Hüttl.

Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaziel der Deutschen Bundesregierung. Denn bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Energiemix 80 Prozent betragen.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einem Budget von 910.000 Euro. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik sowie die Unternehmen IBC Solar (Bad Staffelstein), smart blue (München), TS Solar (Aachen) und Solibro (Bitterfeld-Wolfen).

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