Phoenix Contact erneut über der 2-Mrd.-Euro-Marke

| Redakteur: Kristin Rinortner

Phoenix Contact: Ulrich Leidecker, President Business Area IMA, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück.
Phoenix Contact: Ulrich Leidecker, President Business Area IMA, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück. (Bild: Phoenix Contact)

Phoenix Contact schließt das Geschäftsjahr 2018 mit einem währungsbereinigtem Wachstum von 8 Prozent und einem Umsatz von 2,3 Mrd. Euro ab und knackt mit 2,3 Mrd. Euro wiederum die 2-Mrd.-Euro-Marke.

Phoenix Contact blicke auf ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück, erklärt Ulrich Leidecker, President der Business Area IMA. Die Geschäftslage hätte sich nach einem Wachstum von 11,5% im Vorjahr wiederholt sehr positiv entwickelt. Nachdem in 2017 die zwei Milliarden Umsatzmarke überschritten wurde, wird der Umsatz im Jahr 2018 bei über 2,3 Mrd. € liegen. Das Wachstum in den Märkten war damit wieder deutlich zweistellig, in Euro umgerechnet ergibt sich durch die zum Teil deutlichen Währungsverluste ein Wachstum von etwas über 8%.

Betrachte man die weltweite Umsatzentwicklung, gibt es relativ einheitlich, über alle Märkte hinweg, gute Wachstumszahlen in den Märkten mit jedoch größtenteils negativen Währungseffekten, so Leidecker. Der chinesische Markt hat sich weiter erholt und wuchs wie in 2017 erneut zweistellig. In den USA ist das Wachstum mit über 15% noch etwas besser, liegt damit aber noch knapp unter den Wachstumsergebnissen von Europa, wo – außerhalb von Deutschland – 16% erreicht wurden. Deutschland ist mit über 25% Anteil am weltweiten Umsatz immer noch der bedeutendste Markt für das Unternehmen aus Blomberg.

Erneut starkes Wachstum

Nach einem starken Jahresergebnis 2017 mit über 10% Wachstum wird mit voraussichtlich 7 bis 8% erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Um dieses Wachstum auch zukünftig zu erreichen, baut man die Vertriebsorganisation der Phoenix Contact Deutschland GmbH kontinuierlich weiter aus. Dabei endet das bisherige Handelsvertreterkonzept im Jahr 2019 und die zukünftige Vertriebsorganisation wird mit angestellten Vertriebsmitarbeitern fortgeführt.

Insgesamt liegt das weltweite Wachstum bei ca. 12 %. Umgerechnet in Euro beträgt das nominelle Wachstum deutlich über 8%.

Allerdings habe die teilweise turbulente Marktentwicklung – in einigen signifikanten Bereichen betrug das Wachstum mehr als 20% – zu erheblichen Herausforderungen in der Lieferkette und bei den Kostensteigerungen geführt, so Leidecker. Dieser beträchtlich gestiegenen Absatzentwicklung habe man mit Investitionen in allen Unternehmensbereichen Rechnung getragen und die Kapazitäten deutlich erweitert.

In China entstehen in Nanjing, dem Hauptsitz unserer chinesischen Tochtergesellschaft, auf insgesamt 23.000 m² wesentliche Erweiterungen in den Bereichen Produktion und Logistik. Der Standort wird dabei komplett nach Industrie 4.0 Standard errichtet. Wesentliche Teile des Maschinenparks und insbesondere die neue Logistik werden erstmalig komplett mit PLCnext Technology automatisiert. Das Gesamtvolumen für Investitionen in China belieft sich auf ca. 30 Mio. € in 2018.

Die stark wachsende Nachfrage in Indien erforderte einen deutlichen Ausbau der lokalen Fertigung, deren Kapazität mit den Erweiterungen in 2018 praktisch verdoppelt wird. Die Investitionssumme betrug hier ca. 10 Mio. €.

Die Gesamtsumme der Investitionen wird in 2018 über 200 Mio. € liegen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen wie in den vergangenen Jahren bei rund 7% des weltweiten Umsatzes. Die Mitarbeiterzahl wurde 2018 um rund 1400 auf knapp 17.500 erhöht. In Deutschland gab es – ohne Akquisitionen – einen Personalaufbau von über 500 Mitarbeitern.

Trotz der sich mehrenden Signale in Richtung einer Beruhigung der Märkte in 2019, seien aktuell noch keine Anzeichen für eine Abschwächung der positiven Entwicklung spürbar. Leidecker geht daher von einem Umsatzwachstum im oberen einstelligen Bereich und einem absoluten Wachstum von über 150 Mio. Euro auf dann knapp 2,5 Mrd. Euro zum Jahresende 2019 aus. Das geplante Investitionsvolumen wird in 2019 voraussichtlich wieder über 200 Mio. € betragen.

Agenda 2023 – Basis für die digitale Transformation

Phoenix Contact hat sich in den vergangenen Jahren komplett umstrukturiert. Ein Kern der Unternehmensausrichtung „Agenda 2023“ ist die Zusammenführung von Business Units in Business Areas (BA). Marktansprache, Geschäftsprozesse sowie Organisationsstrukturen wurden in den Geschäftsbereichen 2018 ausgerichtet und aufgestellt. Die Geschäftsführer der Gruppe verantworten dabei übergreifend die Synchronisierung der Strategien und Prozesse sowie die Nutzung von Synergiepotenzialen. Die Verzahnung der Geschäftsführung der Gruppe mit den BA-Boards geschieht institutionell im sogenannten „Executive Committee“.

Diesem Organ gehören neben der vierköpfigen Gesamtgeschäftsführung die Präsidenten der drei BA-Boards an: Dirk Görlitzer (ICE), Thorsten Janwlecke (DC) und Ulrich Leidecker (IMA). Komplettiert wird diese Managementebene durch den Präsidenten der USA-Holding, Jack Nehlig, und den Präsidenten der China-Holding, Jiandang Gu, sowie den Leiter des Unternehmensbereichs Corporate Development und New Businesses, Andreas Rau.

Besonders erwähnenswert ist die bisher größte Akquisition der Unternehmensgeschichte zum 31.12.2018. Aus der SKS-Gruppe, mit der bereits seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit besteht, wurden die beiden Unternehmen SKS Kontakttechnik und Pulsotronic erworben. Die beiden Unternehmen werden die Phoenix Contact-Gruppe um Technologie- und Fertigungskompetenz und natürlich Fertigungskapazität erweitern. Rund 400 Mitarbeiter kommen so zur Phoenix Contact-Gruppe hinzu.

Digitales Produktportfolio und digitale Kundenschnittstelle

Ein Schwerpunkt der Digitalisierungsstrategie liegt in der Bereitstellung eines digitalen Produktportfolios. Dies betrifft alle Produktbereiche, insbesondere die BA Industry Management und Automation (IMA). Nicht zuletzt ist der „Digitalen Zwilling“ für jedes Phoenix Contact Produkt das Ziel und zentraler Bestandteil der „Digitalen Agenda“ von Phoenix Contact. „Nur so wird es für unsere Kunden möglich sein, ihre eigenen Wertschöpfungsketten zu digitalisieren und so die Chancen der Digitalisierung nutzbar zu machen“, so Leidecker.

Wesentliche Grundlage für das Gelingen der digitalen Anstrengungen ist das Vorhandensein universeller Schnittstellen, um system- und herstellerübergreifend optimale Maschinen- und Anlagenkonzepte realisieren zu können. In der digitalen Kommunikationstechnik laufen aktuell international so viele Standardisierungsprojekte wie selten zuvor. Dies betrifft Ethernet, wo sowohl in der IEEE 802.1 die Standards definiert werden, die unter dem Namen TSN (Time Sensitive Networking) subsummiert werden, als auch in der IEEE P802.3cg Task Force ein neuer Standard für Zwei-Draht Ethernet mit 10 MBit/s Geschwindigkeit definiert wird.

Daneben wird in der 3GPP mit 5G der Mobilfunkstandard der Zukunft spezifiziert und im Kontext Industrie 4.0 das Thema IT-Sicherheit betrachtet. Alle Projekte haben maßgeblichen Einfluss auf die industrielle Automatisierung, denn sie werden Systeme ermöglichen, die in Bezug auf Kosten, Datendurchsatz, Latenz und Deterministik alle heutigen Systeme übertreffen.

Zukünftig gelte es, in allen Industrien weitere Möglichkeiten der Digitalisierung in der Automatisierungstechnik nutzbar zu machen, so Leidecker. „Wie wird Sprachsteuerung integriert? Wie implementiert man künstliche Intelligenz, Blockchain, Smart Contracts? Wie schaffen es unsere Kunden, zukünftig Nutzen aus datenzentrierten Geschäftsmodellen zu generieren? Mit all den genannten Herausforderungen sind enorme Entwicklungsaufwände verbunden, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Wie schaffen wir es diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln?“

Heute passiere es viel zu häufig, dass verschiedene Entwickler aus verschiedenen Unternehmen an denselben Themen arbeiten und jeder das Rad für sich wieder neu erfindet. Diesen Aufwand werden wir uns als Branche zukünftig nicht mehr leisten können, wenn wir mit der weltweit stark zunehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit Schritt halten wollen. „Wir brauchen neue Wege, vorhandenes Wissen auf breiterer Basis nutzbar zu machen. Daher liegt der Gedanke nahe, eine Plattform zu schaffen, die Menschen vernetzt und den Austausch und Handel mit bereits realisierten Software-Lösungen bietet“, erklärt Leidecker. Und genau dort setze das neue Produkt PLCnext Store an.

Ausblick auf 2019

Phoenix Contact hat mit der neuen Unternehmensstrukturierung gemäß Agenda 2023 die Grundlage und den Rahmen für die umfassende digitale Transformation des Unternehmens geschaffen. Das Ökosystem PLCnext Technology ist das zentrale Element der Automatisierungsstrategie. Beides entwickelt sich sehr positiv und bildet für Phoenix Contact die Basis Schlüsselpartner für kreative Lösungen auf dem Weg in eine smarte Welt zu sein.

Mit dieser technologischen und strukturellen Aufstellung geht Phoenix Contact gut gerüstet in das Jahr 2019, in dem wir erneut ein Wachstum im oberen einstelligen Bereich anvisieren. // KR

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