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Phantom E-Auto: In aller Munde, aber nirgends zu sehen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Jeder spricht darüber, doch kaum einer kennt es aus der Praxis. Eine neue Forsa-Studie hat ermittelt, dass 94 Prozent der Deutschen bisher keinerlei Berührungspunkte mit einem E-Auto hatten. Und auch autonomen Fahrzeugen begegnet deutliche Skepsis.

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Bei den 18- bis 29-jährigen kamen bereits fünf Prozent über den Arbeitgeber-Fuhrpark in direkten Kontakt mit einem Elektroauto.
Bei den 18- bis 29-jährigen kamen bereits fünf Prozent über den Arbeitgeber-Fuhrpark in direkten Kontakt mit einem Elektroauto.
(Bild: CC0 / CC0 )

Die OEMs überschlagen sich mit Ankündigungen neuer E-Autos, Studien werden auf Messen präsentiert und erste Modelle sind auch bereits erhältlich, doch: In Berührung kommt mit den lautlosen Stromern kaum jemand.

Gleiches Spiel beim autonomen Fahren: Zwar präsentierte Audi kürzlich mit dem A8 erstmals die dritte von fünf Fahrstufen des autonomen Fahrens, doch auch hier fehlen die Berührungspunkte zur breiten Masse. Die Folge: Nur jeder Vierte wäre bereit, in ein autonom fahrendes Fahrzeug zu steigen. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt

94 Prozent der Autofahrer haben keine Berührung mit E- oder Hybridautos

Eine umweltfreundlichere Alternative zu benzin- und dieselbetriebenen Autos? Alternative Antriebsformen und Kraftstoffe sollen es möglich machen. Besonders Kraftfahrzeuge mit E- oder Hybridmotoren stehen im öffentlichen Fokus.

94 Prozent der deutschen Autofahrer geben an, weder regelmäßig noch gelegentlich solch ein Auto zu fahren – ob als Privatwagen, vom Arbeitgeber oder Carsharing-Anbieter.
94 Prozent der deutschen Autofahrer geben an, weder regelmäßig noch gelegentlich solch ein Auto zu fahren – ob als Privatwagen, vom Arbeitgeber oder Carsharing-Anbieter.
(Bild: Cosmos)

Tatsächlich mit ihnen in Berührung kommen bisher jedoch die Wenigsten. 94 Prozent der deutschen Autofahrer geben an, weder regelmäßig noch gelegentlich solch ein Auto zu fahren – ob als Privatwagen, vom Arbeitgeber oder Carsharing-Anbieter. Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes erklären den geringen Kontakt: Unter den rund 3,4 Millionen neu zugelassenen Pkws im Jahr 2016 lag der Anteil an Elektroautos und Pkws mit Hybridantrieb gerade mal bei 1,7 Prozent.

Der höchste Anteil an Besitzern von Elektro- oder Hybridautos findet sich mit 3 Prozent in der Altersgruppe der 30- bis 44-jährigen. Auch die Carsharing-Anbieter können kaum einen Beitrag zur Praxiserfahrung leisten. Im Schnitt fuhr nur einer von hundert Befragten bereits einmal ein E-Auto eines Carsharing-Dienstleisters.

Die meisten Berührungspunkte sammelten die Befragten über ihren Arbeitgeber. Bei den 18- bis 29-jährigen kamen bereits fünf Prozent über den Arbeitgeber-Fuhrpark in direkten Kontakt mit einem Elektroauto. In den anderen Altersgruppen waren es jeweils drei Prozent. Auffällig zudem: Männer kamen wesentlich häufiger (3%) als Frauen (1%) mit E-Autos in Berührung.

Autonomes Fahren: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Selbstfahrende Autos sind längst Realität. Auf Teststrecken bewegen sich Modelle verschiedener Hersteller bereits völlig autonom. Bis zu ihrem Einsatz im Straßenverkehr ist es jedoch noch ein weiter Weg.

82 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass autonomes Fahren eine Debatte über ethische Fragen anstoßen wird.
82 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass autonomes Fahren eine Debatte über ethische Fragen anstoßen wird.
(Bild: Cosmos)

Denn jenseits der technischen Machbarkeit existieren noch zahlreiche offene Fragen: 82 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass autonomes Fahren eine Debatte über ethische Fragen anstoßen wird. Hierbei spielte weder das Geschlecht noch die Altersgruppe eine entscheidende Rolle.

Ein anderes Bild offenbart sich hingegen beim Thema Sicherheit: Nur jede dritte Frau glaubt daran, dass autonome Fahrzeuge die Sicherheit im Straßenverkehr spürbar verbessern werden, während 53 Prozent der Männer diese Meinung vertreten.

Noch geringer fällt die Zustimmung aus, wenn nach dem Vertrauen in autonome Fahrzeuge gefragt wird. Nur noch 19 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer würden dieser Aussage zustimmen. Aus dem Durchschnitt heraus ragt die Altersgruppe der 18- bis 29-jährigen, bei denen bereits heute vier von zehn Befragten einem autonom fahrenden Fahrzeug vertrauen würden.

Doch welche Vorteile bieten autonome Fahrzeuge überhaupt? Regelmäßig wird der Aspekt der Zeitersparnis als entscheidender Mehrwert angepriesen. Die Befragten zweifel jedoch auch hier: Nur jeder Dritte Mann (36%) und knapp jede vierte Frau (23%) gaben an, dass sich durch selbstfahrende Autos ihr persönliches Zeitmanagement verbessern lassen könnte.

Für die Forsa-Umfrage wurde im Juli 2017 in Deutschland 1.206 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt, darunter 1.085 Autofahrer.

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