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Per Glasfaser in die Galaxis

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Das Wendelstein Observatorium verfügt über einen der höchsten Glasfaseranschlüsse Deutschlands: In 1.838 Metern Höhe steht nun ein 1 Gbit/s Highspeed-Glasfaseranschluss für die Sternwarte bereit, um ausreichend Bandbreite zur Übertragung ihrer großen Bilddaten aufzubieten.

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Für das Wendelstein Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wurde auf dem Berggipfel in 1.838 Metern Höhe ein M-net Connect 1 Gbit/s Highspeed-Glasfaseranschluss geschalten.
Für das Wendelstein Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wurde auf dem Berggipfel in 1.838 Metern Höhe ein M-net Connect 1 Gbit/s Highspeed-Glasfaseranschluss geschalten.
(Bild: foto-al.de)

Das Wendelstein Observatorium bietet Studenten die Möglichkeit, Geräte wie das 2-Meter-Fraunhofer-Spiegelteleskop vor Ort zu nutzen, und ist somit eine der wichtigsten Ausbildungsstätten in Deutschland. Hier werden Beobachtungen durchgeführt, die mit Langzeitbelichtungen und Mehrfachaufnahmen – teils über mehrere Stunden, teils über mehrere Nächte – erfolgen. Dabei werden Bilddateien unterschiedlichster Größe gesammelt und in einer klaren Nacht Daten von durchschnittlich 80 GB produziert.

Um auf astronomische Phänomene zeitnah reagieren zu können, gehört es außerdem zur Aufgabe der Beobachter, astronomische Vergleichsdaten zu recherchieren. Für all diese Anforderungen ist die LMU München auf eine stabile und schnelle Datenautobahn bis zum Gipfel des Wendelsteins angewiesen. Die gesammelten Daten können vor Ort nur begrenzt zwischengespeichert und müssen möglichst schnell und zuverlässig zur weiteren Auswertung auf die Server der LMU München übertragen werden.

Aus vormals Stunden wurden nun Minuten

In der Vergangenheit nutzte das Observatorium eine relativ instabile und wetteranfällige Richtfunkanbindung von ca. 70 Mbit/s Nutzbandbreite. Diese reichte aber inzwischen nicht mehr aus, um die umfangreichen Bilddaten aus dem All des 2-Meter-Teleskops zeitnah vom Wendelstein zur Universität zu übertragen. Bei längeren Ausfällen der Verbindung stießen die Zwischenspeichermöglichkeiten am Observatorium bisweilen auch an ihr Limit.

Zum Jahresbeginn wurde das Wendelstein Observatorium nun erfolgreich mit einem Connect 1 Gbit/s Glasfaseranschluss des regionalen Anbieters M-Net ausgestattet. Die fest verlegte Glasfaserleitung bietet nicht nur eine höhere Geschwindigkeit, sondern auch eine größere Zuverlässigkeit unabhängig von Witterungsbedingungen gegenüber der alten Richtfunkanbindung. Vor allem aber konnte die Übertragungszeit der Daten aus einer Nacht im Vergleich zum vorherigen Anschluss von teils mehreren Stunden auf nur zehn Minuten verkürzt werden.

Die neue Glasfaserleitung wurde im Auftrag von M-net durch den regionalen Datennetzbetreiber LEW TelNet verlegt. Auf dem Weg vom Tal bis zur Bergstation verläuft das Kabel entlang der Gleise der Wendelsteinbahn, von dort aus geht es aber nochmal rund 150 Meter weiter nach oben zum Observatorium. Auf diesem letzten Stück wurde die Leitung durch den Fußgängertunnel verlegt, durch den die Mitarbeiter und Besucher die Sternwarte erreichen.

Nachtrag: Im ursprünglichen Beitrag hieß es, dass das Wendelstein Observatorium über den höchsten Glasfaseranschluss in Deutschland verfügte. Tatsächlich verfügt die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) auf der Zugspitze, in fast 2700 Metern Höhe, bereits seit Mai 2000 über eine Glasfaserleitung mit 1000 Mbit/s. Diese ist direkt an das TUM-Hochleistungs-Rechenzentrum Garching angebunden.

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