Sicherheitsrelais

Paradigmenwechsel in der Bahntechnik

01.09.2009 | Autor / Redakteur: Jürgen Steinhäuser* / Kristin Rinortner

Relais mit zwangsgeführten Kontakten

Relais mit zwangsgeführten Kontakten nach EN 50205 sind nur verwendbar, wenn die Relaiseigenschaften den Vorgaben entsprechen. Bestimmend für Relais in der Bahntechnik ist die EN 50155. Sie geht dezidiert auf Spannungsschwankungen, Umgebungstemperaturen und Umweltbedingungen ein. Neben Schwankungen der Erregerspannung von –30 bis 25% in Temperaturbereichen von –40 bis 85 °C sowie hohe Schock- und Vibrationsfestigkeit sind ebenso Forderungen nach Waschdichtigkeit oder die Fähigkeit, unbeschadet Lackiervorgänge auf der Platine zu überstehen, zu erfüllen.

Bei all diesen Vorgaben ist die Systemstabilität und Einsatzdauer von bis zu 20 Jahren zu berücksichtigen. Somit müssen die Komponenten nicht nur langlebig, sondern auch lange produziert werden. Seriöse Produktpolitik ist daher unabdingbar für Bahnapplikationen.

Herausforderungen bei individualisierten Relais

Wichtig erscheint, dass gerade in der Bahntechnik mit dem Kunden die Relaisauswahl sehr eingehend durchgeführt wird. Mit einfachen Mitteln kann, wenn nötig, die Leistungsfähigkeit der Relais sehr genau auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden. So ist es bei den meisten Applikationen unabdingbar, Muster zur Verfügung zu stellen oder begleitende Tests im eigenen Labor durchzuführen. Anwender können so die Relais individualisieren. Dazu gehören die Bereiche:

  • Relaisantrieb (Spulenarbeitsbereiche, Spulenwiderstände)
  • Kontakte (Kontaktbestückung, Kontaktcodierung, Kontaktmaterialien)
  • Identifizierung (Barcode, Beschriftung)
  • Allgemeine Leistungsdaten (Sonderspezifikationen durch Sonderprüfungen).

An einem Beispiel werden die Anpassungsmöglichkeiten deutlich. Die im ersten Augenblick banale Kundenforderung nach einem Relais mit einem Arbeits- und einem Ruhekontakt, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als nicht ganz so trivial.

Lange Isolationsstrecke gefordert

Zwischen Rückmeldekontakt (RK) und Magnetkreis sollte eine Isolationsstrecke zum Leistungskontakt von mindestens 13,5 mm erreicht werden. Der Lastkreis bestand aus einer kapazitiven Last mit hohem Einschaltstrom von 30 A für 12 ms. Hinzu kam die Forderung nach 1,5 mm Öffnungsweite des Arbeitskontakts im gestörten Zustand des Ruhekontakts. Spulenseitig bestand die Forderung nach sehr geringer Verlustleistung, da bis zu sechs Relais parallel betrieben werden.

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