Panasonic verkauft letztes verbliebenes Halbleitergeschäft

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Hauptsitz der Panasonic Corporation im japanischen Osaka. Für 250 Millionen US-$ verkauft der japanische Elektronikkonzern sein Geschäft für Power-Management-Halbleiter und Sensorik an die Nuvoton Technology Corp aus Taiwan. Damit zieht sich Panasonic endgültig aus dem Chipmarkt zurück.
Hauptsitz der Panasonic Corporation im japanischen Osaka. Für 250 Millionen US-$ verkauft der japanische Elektronikkonzern sein Geschäft für Power-Management-Halbleiter und Sensorik an die Nuvoton Technology Corp aus Taiwan. Damit zieht sich Panasonic endgültig aus dem Chipmarkt zurück. (Bild: PanasonicHeadquarters / Pokarin / CC BY-SA 4.0)

Ende der 1980er Jahre war Panasonic einer der weltweit führenden Chiphersteller. Nun zieht sich der japanische Elektronikkonzern aus dem Halbleitermarkt zurück und verkauft sein letztes verbliebenes Chip-Geschäft „Panasonic Semiconductor“ für 250 Millionen US-$ an das taiwanesische Unternehmen Nuvoton Technology.

Panasonic verlässt die Halbleiterbranche: Mit Panasonic Semiconductor verkaufte das japanische Unternehmen seinen letzten in der Chipherstellung aktiven Betrieb. Damit wird ein Schlussstrich unter einen schon mehrere Jahre andauernden Sparkurs gezogen. Panasonic Semiconductor stellt in erster Linie Power-Management-Chips und Sensoren für Smartphones, Sicherheitskameras und den Automotive-Markt her.

Für 250 Millionen US-$ verkauft der japanische Elektronikkonzern nun dieses Geschäft an die Nuvoton Technology Corp aus Taiwan. Nuvoton Technology gehört zu 61% der Winbond-Gruppe, die in erster Linie als Speicherhersteller bekannt ist. Ebenfalls Teil des Verkaufs ist Panasonics Anteil an drei Halbleiter-Fabs, die in einem Joint Venture mit dem israelischen Chiphersteller TowerJazz betrieben werden.

„Das Wettbewerbsumfeld um das Halbleitergeschäft ist durch die aggressive Expansion der Wettbewerber, riesige Investitionen in den Fokusbereich und die Reorganisation der Industrie extrem hart geworden“, teilte Panasonic in einer Presseerklärung anlässlich des Verkaufs mit. Deshalb habe man sich zu der Trennung von der zuletzt schwächelnden Sparte und dem Rückzug aus dem Halbleitermarkt entschlossen.

Japanische Medien mutmaßen zudem, dass auch der weiter andauernde Handelsstreit zwischen den USA und China eine Rolle gespielt haben könnte.

Stückweiser Verkauf eines einstigen Marktführers

Panasonic war 67 Jahre lang (bis 2008 noch unter dem Namen Matsushita) in der Chipindustrie aktiv. Zwischen 1985 und 1990 galt der japanische Elektronikkonzern sogar als einer der zehn umsatzstärksten Halbleiterproduzenten weltweit.

Doch in den letzten Jahren schwächelten die diversen Halbleitersparten des japanischen Konzerns stark. Bereits 2015 hatte Panasonic sein SoC-Geschäft in einem Joint Venture mit Fujitsu in ein separates Unternehmen, Socionext, ausgegründet.

2018 trennte sich das Unternehmen von seinen Halbleiter-Fabrikationsanlagen in Singapur, Indonesien und Malaysia. Im Mai 2019 folgte der Verkauf des Teilbereichs für diskrete Halbleiter.

Doch auch beim letzten verbliebenen Halbleiterbereich konnte die andauernde Talfahrt nicht aufgehalten werden: So verzeichnete Panasonic Semiconductor im laufenden Jahr 215 Millionen US-$ Verlust.

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