Seidel Electronics Group Outsourcing-Spezialisten aus Österreich schließen Geschäftsjahr mit 10% Umsatzsteigerung ab

Redakteur: Claudia Mallok

Der steirische EMS-Anbieter Seidel ist Vorzeigeunternehmen und Marktführer bei Electronic Manufacturing Services in Österreich. Zur dynamischen Firmengruppe, deren Stammwerk in Deutschlandberg in diesem Jahr 15-jähriges Jubiläum feierte, gehören fünf Produktions- sowie zwei Entwicklungsstandorte mit 840 Beschäftigten.

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Ing. Franz Jöbstl, Chairman of the board, Seidel Electronics Group
Ing. Franz Jöbstl, Chairman of the board, Seidel Electronics Group
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei der Bekanntgabe der Gewinner des E²MS-Award* 2007 und „Elektronikdienstleister des Jahres“ fragten sich die Anwesenden „Wer ist Seidel?“. Obwohl die Seidel Electronics Firmengruppe mit Sitz in der Steiermark als Marktführer bei den EMS-Anbietern in Österreich gilt, war Seidel bis dato in Deutschland kaum bekannt.

Ing. Franz Jöbstl, Chairman of the board, der Seidel Electronics Group stellt die Firmengruppe im Interview vor.

Die Seidel Electronics Group beschäftigt 840 Mitarbeiter. Das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Umsatz von ca. 90 Mio. € abgeschlossen werden - das ist eine Steigerung um ca. 10% gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft ist die Wertschöpfungskette von elektronischen Baugruppen und Geräten für Industrieanwendungen, Medizintechnik, Nutzfahrzeuge (Kräne), Transport und Verkehrstechnik, Sicherheitsindustrie und Telekommunikations-Infrastruktur.

Die Produktionsstandorte sind in Deutschlandsberg, Fürstenfeld, Korneuburg, in Ungarn und in der Slowakei; die zwei Entwicklungsunternehmen sind in Korneuburg (A) und in Marburg (SLO) angesiedelt. Wir sind vorwiegend im mitteleuropäischen Raum, wie Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Slowenien und Ungarn sowie in Nordamerika präsent. Das Hauptvolumen des Exports geht nach Deutschland.

Was sind die Stärken der Firma Seidel?

Die Seidel Electronics Group positioniert sich am Markt mit der Strategie der Dienstleistungsführerschaft. Das heißt neben dem besten Preis-Leistungsverhältnis bieten wir Kunden ein rundum Sorglos-Dienstleistungspaket, damit sie sich voll auf ihre eigenen Kernkompetenzen konzentrieren können.

Die Dienstleistungsführerschaft wird mit einem Höchstmaß an aktiver Kommunikation, Flexibilität und Anpassung an die Kundenanforderungen gelebt. Der Kundennutzen ist beste Performance mit kürzesten Lieferzeiten (bis Null Tage) bei hohem Qualitätslevel.

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Für welche Unternehmen ist Ihr Haus der geeignete Outsourcing-Partner?

Unser Fokus ist auf Branchen mit hohen Technologie-, Qualitäts- und Logistikanforderungen ausgerichtet. Die typische Produktstruktur liegt im High-Mix-, Low- bis Middle-Volume-Bereich. Wir sind sehr stark in den Bereichen der Industrieanwendungen, Medizintechnik, Nutzfahrzeuge (Kräne), Transport und Verkehrstechnik, Sicherheitsindustrie und Telekommunikations-Infrastruktur vertreten. In Zukunft werden wir uns auch auf zukunftsträchtige Branchen wie z.B. den Energiesektor und Marine fokussieren.

Mit den 5 Produktionsunternehmen mit anforderungsabhängiger Kompetenzverteilung haben wir die Möglichkeit sowohl Outsourcing-Projekte mit kleinen als auch großen Volumens- und Komplexitätsanforderungen umzusetzen und kundenspezifisch das ideale Setup zu nutzen. Bei erforderlichen Designanpassungen sind die beiden Entwicklungsunternehmen zur Hand. Mehrere umgesetzte Turn-Key Outsourcing-Projekte bieten die notwendigen Erfahrungen für eine effiziente Abwicklung von weiteren Projekten.

Zwei Referenzbeispiele:

1) 250 unterschiedliche Elektronikbaugruppen mit einem aktuellen Gesamtumsatz von 2 Mio. € innerhalb von einem halben Jahr länderübergreifend transferiert.

2) ca. 80 Baugruppen innerhalb von wenigen Monaten im Zuge eines Outsourcing-Projektes innerhalb von Ungarn ins ungarische Werk übernommen - Volumen ca. 1,7 Mio. €.

In beiden Fällen wurde die Liefersicherstellung in der Transferphase voll gewährleistet.

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Was schätzen Ihre Kunden an Ihnen?

Ich durfte persönliche Erfahrungen und Feedback der Kunden erleben, die ein Spiegelbild unserer Wahrnehmung am Markt darstellen. Die Kunden schätzen unsere hohe Flexibilität, die Kommunikation nach dem Grundsatz des „One Face to the customer“, die hohe Performance in Punkten der Logistik, Technologie und Qualität.

Ich möchte jedoch nichts beschönigen, selbstverständlich gibt es da und dort Herausforderungen in puncto Liefertermin und Qualität, jedoch werden die Kundenanforderungen in allen Fällen getroffen.

Der weitere Erfolg liegt darin, wie wird mit diesen Themen in der Kommunikation mit dem Kunden umgehen und welche Lösung wir anbieten. Diesbezüglich bescheinigen uns die Kunden sehr hohes Engagement und Lösungskompetenz.

Im Wirtschaftsleben dreht sich zwar alles sehr schnell, ich bin aber überzeugt, dass wir einen der Grundsätze unseres Unternehmensleitbildes „Mensch bleiben im harten Geschäftsleben“ sehr gut vermitteln können.

Was müssen Unternehmen, die über Outsourcing nachdenken, unbedingt bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Gibt es Aspekte, die erfahrungsgemäß unterschätzt werden?

Die ersten Grundsatzfragen folgen der Strategie eines Unternehmens:

  • Will ich eine hohe Fertigungstiefe aus strategischen Gründen behalten?
  • Will oder muss ich mich auf meine eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren?
  • Bin ich bereit eine Kompetenz aufzugeben?
  • Begleitend zu diesen Grundsatzfragen sind die wirtschaftlichen Fragen zu beantworten:
  • Welche Kompetenzen bei Humanressourcen muss ich zu welchen Kosten aufrechterhalten oder sogar ausbauen?
  • Kann ich die Anlagen kostenoptimal nutzen?
  • Bin ich in der Beschaffung von Komponenten aus Volumengründen wettbewerbsfähig? usw.

Nach Beantwortung dieser und weiterer Kernfragen muss eine klare Entscheidung getroffen werden, die konsequent verfolgt werden muss.

Nach der Entscheidung folgen die realistische Einschätzung des Outsourcing-Projektumfanges und die Planung der Umsetzung mit einem ehrgeizigen jedoch realistischen Zeitplan. Die Einbindung der notwendigen Mitarbeiter zum richtigen Zeitpunkt verhindert unnötige Reibungen. Die Auswahl des richtigen Partners in einer sehr frühen Phase ist erfolgsentscheidend - versprochen wird sehr viel, maßgeblich ist die seriöse Beurteilung des Projektes. Diese Aspekte werden sehr häufig unterschätzt und enden möglicherweise im Misserfolg mit fatalen Auswirkungen auf die Reputation des Outsourcenden auf seinem Markt, wenn die Liefersicherstellung nicht gewährleistet werden kann.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Outsourcing-Partners achten?

Der Outsourcing-Partner muss die Kompetenzen beherrschen, die ein outsourcendes Unternehmen außer Haus gibt. Zudem muss er über die notwendigen Kapazitäten und Ressourcen in den für die zur Herstellung der Produkte notwendigen Technologien verfügen – dies unter langfristiger Betrachtung entsprechend der geplanten Entwicklung des Volumens. Ein wesentlicher Faktor ist, einen Partner zu suchen, der auch hinsichtlich Wertvorstellung, Größe, Organisation und langfristiger Strategie zum outsourcenden Unternehmen passt.

Einer der Hauptaspekte ist die wirtschaftliche Stabilität des Outsourcing-Partners, der auch hinsichtlich der längerfristig zukünftigen Entwicklung betrachtet werden muss. Eine Fehlentscheidung könnte ein Unternehmen gefährden.

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