Oszilloskop-Architektur: Teledyne LeCroy setzt beim WavePro HD auf 12 Bit und 8 GHz

| Redakteur: Hendrik Härter

Meilenstein in der Messtechnik: Die Serie WavePro HD lässt sich unter anderem für die Leistungsanalyse einsetzen.
Meilenstein in der Messtechnik: Die Serie WavePro HD lässt sich unter anderem für die Leistungsanalyse einsetzen. (Bild: Teledyne LeCroy)

Bei seiner aktuellen Oszilloskop-Serie WavePro HD setzt Teledyne LeCroy auf einen verbesserten Chip, der gleichzeitig die Bandbreite auf 8 GHz anhebt.

Ende März dieses Jahres gab es erste Gerüchte, dass Teledyne LeCroy einen verbesserten Chip und damit auch eine neue Oszilloskop-Serie auf den Markt bringen wird. Jetzt hat der Messtechnik-Spezialist das Geheimnis gelüftet: Die Serie WavePro HD bietet neben einem A/D-Wandler mit echten 12 Bit auch eine Bandbreite bis 8 GHz. Neben dem selbst entwickelten Chipsatz hat Teledyne LeCroy den Geräten eine neue Speicherarchitektur bis zu 5 Gpts spendiert. Bisher war ein Erfassungsspeicher von bis zu 768 Mega-Points auf zwei Kanälen üblich.

Die WavePro HD erfassen Messsignale mit einer Abtastrate von bis zu 20 GS/s. Damit sieht der Entwickler auch kleinste Details über einen langen Zeitraum. Der erwähnte Chipsatz besteht aus Eingangsverstärkern mit gierigem Rauschen und einem A/D-Wandler mit einer Auflösung von 12 Bit. Andere Hersteller am Markt integrieren 10- oder 12-Bit-A/D-Wandler in ihre normale Gerätearchitektur mit Signalwegen von 8 Bit. Oft werden auch Softwaretechniken eingesetzt, die allerdings auf Kosten der Bandbreite eine höhere Auflösung ermöglichen.

Einblick in das Systemverhalten

Dank eines Speichers von 5 Gpt auf zwei Messkanälen sind tiefere Einblicke in das Systemverhalten möglich. Große Speicher und hohe Abtastraten ermöglichen es dem Entwickler, sowohl Trends von wenigen Millisekunden als auch Störungen im Bereich von Pikosekunden zu erfassen. Die Bedienung erfolgt entweder über das Touch-Display oder über mechanische Knöpfe. Die Oszilloskop-Familie erfasst Messdaten im Zeitraum von 250 ms bei voller Abtastrate von 20 GS/s erfassen. Dabei liegen die Daten mit einer Auflösung von 12 Bit vor.

Die analogen Eingänge des Oszilloskops lassen sich optional mit den digitalen MSO-Eingängen kombinieren. Dadurch können verschiedene analoge Sensoren, digitale Logik, Power-Rail oder serielle Daten parallel erfasst werden. Zudem bietet Teledyne LeCroy verschiedene serienmäßige Analyse-Werkzeuge, die ergänzt werden von Serial-Data-Trigger, Decoder, Measure/Graph und Augen-Diagramme. Dazu gehören neben Messfunktionen auch Mathematik-, Analyse- und Dokumentations-Werkzeuge.

Oszilloskop charakterisiert Pulse

Dank des Speichers und der Abtastrate lassen sich zusammen mit dem EMC-Puls-Parameter-Paket präzise EMC-Signale auswerten. Die schnelle Anstiegszeit von Pulsen erfordert Bandbreiten von 2,5 bis 4 GHz bei einer gleichzeitig hohen Abtastrate. Eine der wesentlichen Neuerungen sind die ProBus2-Schnittstellen. Mit ihnen lassen sich die Messdaten bei 8 GHz erfassen. Neue 8- und 6-GHz-Tastköpfe nach dem Standard ProBus2 werden direkt mit dem WavePro HD verbunden. Bestehende und mit ProBus-kompatible Tastköpfe lassen sich problemlos ohne Adapter an die ProBus2-Schnittstelle anschließen.

Insgesamt kommen vier verschiedene Modelle auf den Markt. Die Bandbreite reicht von 2,5, 4, 6 bis 8 GHz. Alle Modelle verfügen über vier Eingangskanäle und einem Speicher von 5 Gpts bei zwei Eingängen. Bei der MSO-Variante kommen noch 16 digitale Kanäle hinzu.

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