Osram: Vorstand und Aufsichtsrat stimmen der Übernahme zu

| Redakteur: Julia Schmidt

Die US-Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group haben für Osram 3,4 Milliarden Euro geboten. Eine entgültige Entscheidung steht noch aus.
Die US-Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group haben für Osram 3,4 Milliarden Euro geboten. Eine entgültige Entscheidung steht noch aus. (Bild: Osram)

Bain Capital und The Carlyle Group haben nach monatelangen Verhandlungen ein konkretes Übernahmeangebot der Osram Licht AG vorgelegt, von 35 Euro je Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich dafür ausgesprochen, das Angebot anzunehmen.

Vorstand und Aufsichtsrat des Münchner Beleuchtungsherstellers Osram sprachen sich am Donnerstagabend dafür aus, das Unternehmen für knapp 3,4 Milliarden Euro an die zwei US-Geldhäuser Bain Capital und Carlyle zu verkaufen. Das teilte Osram am Donnerstagabend mit. Die Aktionäre müssen noch zustimmen, die Frist läuft bis Ende September. Bedingung ist, dass die Eigentümer von 70 Prozent der Osram-Anteile zustimmen.

Die zwei US-Firmen sicherten zu, die Standorte „der wesentlichen Unternehmensbereiche“ und Arbeitsplätze zu erhalten und Neuinvestitionen zu unterstützen. Betriebsrat und IG Metall hatten schon im Februar langfristige Zusagen eingefordert, um eine Zerschlagung der ehemaligen Siemens-Tochter zu verhindern. Sofern auch die Osram-Aktionäre dem Milliardendeal zustimmen, werden Bain Capital und Carlyle sämtliche der knapp 96,86 Millionen Osram-Anteile für einen Preis von 35 Euro je Aktie übernehmen. Der Vorstand will auch die von Osram selbst gehaltenen 2,66 Millionen Aktien verkaufen. Möglich wird die geplante Übernahme wohl nur, weil Osram inzwischen weniger als halb so viel wert ist wie noch Anfang 2018.

Das vor dem Ersten Weltkrieg gegründete Traditionsunternehmen wird damit voraussichtlich zum zweiten Mal seine Eigenständigkeit verlieren – und zwar in einem Abstand von ziemlich exakt 100 Jahren: 1919 hatte Siemens Osram übernommen und die Zügel bis zum Börsengang 2013 in der Hand behalten.

Originalmeldung vom 4.7.2019

Am Mittwoch bestätigte das Münchner Traditionsunternehmen Osram, dass man „ein verbindliches Angebot der US-Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots und zum Abschluss einer Investorenvereinbarung erhalten habe“. Das geplante öffentliche Übernahmeangebot beläuft sich demnach auf 35 Euro je Aktie; oder nach Reuters auf insgesamt 3,4 Milliarden Euro.

Bereits im Februar hatte Osram Gerüchte um ein mögliches Übernahmeangebot bestätigt, wonach man bereits in Gesprächen mit Bain Capital und der Carlyle Group wäre. Nach den monatelangen Verhandlungen liegt nun ein konkretes Angebot auf den Tisch, über das „die zuständigen Gremien in Kürze beraten“ wollen.

Zuletzt hat Osram immer wieder eine schlechte Geschäftsentwicklung vermeldet. Auch das erste Quartal 2019 startete ungünstig. Im Mai verkündete Osram jedoch die Übernahme von Ring Automotive, einem britischen Zulieferer im Bereich Fahrzeugbeleuchtung, Autoelektronik und Autozubehör. Allerdings will man sich wiederum vom Leuchtengeschäft Siteco trennen, dass an Stern Stewart Capital verkauft wird, was gerade erst Ende Juni bekannt wurde. (Mit Material von dpa)

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Haben die raffgierigen Heuschrecken mal wieder gesiegt und die Geldsäcke (Aktionäre) so richtig...  lesen
posted am 05.07.2019 um 16:33 von Unregistriert


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