Osram Licht kämpft weiter mit unruhigen Zeiten

| Redakteur: Hendrik Härter

US-Finanzinvestoren wollen Osram Licht übernehmen. Der Konzern leidet aktuell unter den Turbulenzen in der Lichtbranche.
US-Finanzinvestoren wollen Osram Licht übernehmen. Der Konzern leidet aktuell unter den Turbulenzen in der Lichtbranche. (Bild: Osram Licht)

Eine mögliche Übernahme durch amerikanische Finanzinvestoren und Einbrüche im Automobilgeschäft: Für Osram Licht läuft es auch im dritten Quartal immer noch nicht rund. Konzernchef Berlien versucht die Wogen zu glätten.

Nach den vielen Übernahmegerüchten und -bekenntnissen bei Osram Licht haben sich Anfang Juli Vorstand und Aufsichtsrat geeinigt das Angebot von Bain Capital und The Carlyle Group mit 35 Euro je Aktie zu akzeptieren.

Nach dem Hin und Her einer möglichen Übernahme durch den österreichischen Sensor-Hersteller ams versucht Osram-Chef Berlien jetzt Ruhe in das Unternehmen zu bringen: „Das Angebot der US-Investoren ist attraktiv sowohl für das Unternehmen, die Mitarbeiter und Aktionäre.“ Die Aktionäre von Osram haben bis zum 5. September Zeit, das Angebot anzunehmen.

Doch der ungünstige Markt, allem voran die Automobilhersteller, lassen einen fahlen Beigeschmack zurück. Denn nach den aktuellen Geschäftszahlen konnte Osram Licht im schon eh schwachen dritten Quartal sich nicht erholen. Hier führt Konzernsprecher Torsten Wolf an: „Der Margenrückgang im Bereich Automotive ist einmal auf gesunkene Absätze zurückzuführen, die negative Skaleneffekte mit sich bringen (Fixkosten schlagen bei geringerer Auslastung stärker durch).

Zudem ist der Produktmix auch ungünstiger als im Vorjahr, weil der Anteil an sogenannten Aftermarket-Produkten geringer ist. Diese haben eine höhere Marge als das OEM-Geschäft.“ So sank der Umsatz im Automobilgeschäft um 12,5% auf 431 Mio. Euro. Hinzu kommt das schwächelnde China-Geschäft und schließlich die hohen Anlaufkosten des Joint Ventures von Osram Continental.

Turbulenzen in der Lichtbranche bleiben

Konzernchef Berlien macht aktuell wenig Hoffnung, dass sich die Lage für Osram Licht in den nächsten Wochen und Monaten verbessert. Seiner Meinung nach sind es die aktuellen konjunkturellen Turbulenzen und die beschleunigte Transformation der gesamten Lichtbranche, die eine „mittel- und langfristige Sichtbarkeit stark einschränkt.“ Wirtschaftliche Entwicklungen der Märkte über Jahressicht hinaus sind aktuell nicht belastbar vorherzusehen.

Selbst der ansonsten starke Geschäftsbereich Osram Opto Semiconductors am Standort in Regensburg musste einen Umsatzeinbruch von 21% hinnehmen. Der Konzern strich der Sparte weitere Investitionen. Diese sind notwendig, um neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Konzernsprecher Wolf macht bei der Sparte Opto Semicoductors vor allem den enormen Preisdruck am Markt verantwortlich.

Bereits im letzten Jahr hatte sich Osram Licht von seiner Sparte der Allgemeinbeleuchtung getrennt.

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