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Geschäft mit der Allgemeinbeleuchtung Osram kürzt in Traunreut und plant 1000 neue Stellen in Regensburg

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Bis zu 290 Mitarbeiter sollen bei Siteco in Traunreut ihre Arbeit verlieren und sich für den Standort in Regensburg bewerben. Dort will Osram bis zu 1000 neue Stellen schaffen und sucht bereits Mitarbeiter.

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Der Standort Traunreut: Hier fertigt Siteco Straßenleuchten, Flutlichtstrahler, Büroleuchten und sogenannte Lichtbänder für die Industrie. 290 Mitarbeiter sollen jetzt gehen.
Der Standort Traunreut: Hier fertigt Siteco Straßenleuchten, Flutlichtstrahler, Büroleuchten und sogenannte Lichtbänder für die Industrie. 290 Mitarbeiter sollen jetzt gehen.
(Bild: Siteco)

Am Standort in Traunreut will Osram in den kommenden zwei Jahren 250 bis 290 Arbeitsplätze abbauen. Sozialverträglich, was heißt, dass die Mitarbeiter sich am Standort in Regensburg bewerben können und dort bevorzugt eingestellt werden sollen. In den kommenden Jahren sollen in Regensburg bis zu 1000 neue Stellen im Geschäft mit den optischen Halbleitern (OS) geschaffen werden. Die dortige LED-Produktionsfläche wird um 50 Prozent ausgeweitet. Dafür erfolgte bereits die Grundsteinlegung für die Werkserweiterung. Für die neuen Stellen sucht Osram Produktionsmitarbeiter und Facharbeiter wie Maschinenbediener und -einrichter, Instandhaltungsmitarbeiter, Techniker bis hin zu Ingenieuren. Neben den Ingenieuren sucht man händeringend Facharbeiter mit den Qualifikationen Mechatroniker, Elektriker, Mechaniker – insbesondere mit Zusatzausbildung zur Elektrofachkraft.

Der Standort Traunreut war nicht mehr profitabel

Doch was produziert Osram in Traunreut? Der Geschäftsbereich Leuchten und Lösungen (LS) unter dem Namen Siteco produziert hier Straßenleuchten, Flutlichtstrahler, Büroleuchten und sogenannte Lichtbänder für die Industrie (Industriebeleuchtungen auf Tragschienen). Allerdings hat das Unternehmen nicht mehr profitabel gearbeitet. Vor allem als Folge der Kostenstruktur in Produktion und Verwaltung sowie der Verlagerung der Nachfrage von traditionellen hin zu LED-basierten-Produkten, die inzwischen rund 80 Prozent des LS-Geschäfts ausmachen. Sie erfordern deutlich weniger Produktionsschritte und weisen damit eine weniger personalintensive Fertigung auf.

Siteco profitiert bereits von der Nachfrage nach LED-Produkten: Basierte der Umsatz der Leuchten- und Lösungssparte (LS) von Osram im Jahr 2013 noch zu nur einem Drittel auf LED-Technologie, sind es heute bereits über 80 Prozent. Damit geht allerdings auch eine geringere Fertigungstiefe einher. Straßenleuchten mit LED-Technik benötigen in etwa halb so viele Komponenten wie die konventionellen Vorgänger – trotz der zusätzlichen technischen Möglichkeiten wie Dimmbarkeit, variable Lichtfarbe oder flexibler Ansteuerung. Die gesunkene Fertigungstiefe geht mit einem geringeren Produktions- und Montageaufwand in Traunreut einher.

Investitionen von 10 Mio. Euro bei Siteco

Doch auch Traunreut soll fit werden für die Zukunft: So hat Osram beispielsweise im vergangenen Jahr in eine Silberbeschichtungsanlage für rund 4 Mio. Euro investiert. Das ist eine Reinraumfertigung, in der Reflektoren für Flutlichtanlagen und Straßenleuchten aus PVC gegossen und anschließend mit Silber beschichtet werden. In diesem Jahr sind rund 10 Mio. Euro Investitionsvolumen für die Fertigung in Traunreut vorgesehen. Der Stellenabbau ist leider notwendig, um die Produktionskapazitäten an den Bedarf anzupassen und damit die Kosten des defizitären Bereichs LS zu senken.

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