Nanoteilchen werden sichtbar Optischer Resonator verfolgt Bewegung von Nanoteilchen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Forschern am KIT ist es gelungen, Nanoteilchen nicht nur aufzuspüren, sondern auch ihre Beschaffenheit zu bestimmen und ihre räumliche Bewegung nachzuverfolgen. Entstanden ist ein empfindlicher und kompakter Detektor.

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Nanoteilchen werden sichtbar: Einen neuartigen Resonator, der immer kleinere Nanoteilchen sichtbar macht, hat die Physikerin Larissa Kohler am KIT entwickelt.
Nanoteilchen werden sichtbar: Einen neuartigen Resonator, der immer kleinere Nanoteilchen sichtbar macht, hat die Physikerin Larissa Kohler am KIT entwickelt.
(Bild: Markus Breig, KIT)

Nanoteilchen sind allgegenwärtig: Viren in der Raumluft, Proteine im Körper, als Bausteine neuer Materialien etwa für die Elektronik oder in Oberflächenbeschichtungen. Wer die winzigen Partikel sichtbar machen will, hat ein Problem: Sie sind so klein, dass man sie unter einem optischen Mikroskop meist nicht sieht. Hier versagen klassische optische Mikroskope, die mit Licht funktionieren. Denn die kleinen Teilchen absorbieren oder streuen kaum Licht.

Optische Resonatoren hingegen verstärken die Wechselwirkung zwischen Licht und Nanoteilchen: Sie halten Licht auf kleinem Raum gefangen, indem es tausende Male zwischen zwei Spiegeln reflektiert wird. Befindet sich ein Nanoteilchen in dem gefangenen Lichtfeld, dann wechselwirkt das Nanoteilchen tausende Male mit dem Licht, so dass die Änderung der Lichtintensität messbar wird. „Weil das Lichtfeld an verschiedenen Stellen im Raum unterschiedliche Intensitäten hat, können wir Rückschlüsse auf die Position des Nanoteilchens im dreidimensionalen Raum ziehen“, sagt Dr. Larissa Kohler vom Physikalischen Institut am KIT.

Faserbasierter Resonator

Und nicht nur das: „Wenn sich ein Nanoteilchen in Wasser befindet, stößt es mit den Wassermolekülen zusammen, welche sich aufgrund von thermischer Energie in willkürliche Richtungen bewegen. Durch die Stöße führt das Nanoteilchen eine Art Zitterbewegung aus. Auch diese Brownsche Bewegung können wir nun nachvollziehen“, so die Expertin.

„Bislang konnte mit einem optischen Resonator nicht die räumliche Bewegung eines Nanoteilchens nachverfolgt werden, sondern man konnte nur sagen, dass sich das Teilchen im Lichtfeld befindet oder nicht“, erläutert Kohler. Obendrein eröffne der neuartige faserbasierte Fabry-Pérot Resonator, bei dem sich die hochreflektierenden Spiegel auf den Endflächen von Glasfasern befinden, die Möglichkeit, aus der dreidimensionalen Bewegung den hydrodynamischen Radius des Teilchens, also die Dicke der es umgebenden Hülle aus Wasser, abzuleiten.

Die Physikerin Larissa Kohler hat den neuen optischen Resonator am KIT entwickelt.
Die Physikerin Larissa Kohler hat den neuen optischen Resonator am KIT entwickelt.
(Bild: Markus Breig, KIT)

Das ist entscheidend, weil diese die Eigenschaften des Nanoteilchens verändert. „Zum Beispiel können aufgrund der Hydrathülle noch Nanoteilchen detektiert werden, die ohne diese Hülle zu klein wären“, sagt Kohler. Ebenso könnte die Hydrathülle um Proteine oder andere biologische Nanoteilchen einen Einfluss bei biologischen Vorgängen haben.

Einblicke in biologische Vorgänge

Einsatzmöglichkeiten für ihren Resonator sehen die Forscher bei der zukünftigen Detektion der dreidimensionalen Bewegung mit hoher zeitlicher Auflösung und der Charakterisierung der optischen Eigenschaften von biologischen Nanoteilchen, wie zum Beispielen Proteinen, DNA-Origami oder Viren. Der Sensor könnte damit Einblicke in noch nicht verstandene biologische Vorgänge ermöglichen.

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