Industrial Networking

Optimierung des industriellen Ethernets für die Prozessindustrie

| Redakteur: Gerd Kucera

Katherine Voss: „NAMUR und ODVA gehen davon aus, dass die Installation des EtherNet/IP Proof-of-Concept-Systems im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein wird.“
Katherine Voss: „NAMUR und ODVA gehen davon aus, dass die Installation des EtherNet/IP Proof-of-Concept-Systems im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein wird.“ (Bild: ODVA)

Um den Einsatz des industriellen Ethernets in der Prozessindustrie voranzubringen, planen ODVA (Open DeviceNet Vendors Association) und NAMUR (Anwenderverband von Automatisierungstechnik der Prozessindustrie) ein EtherNet/IP-Proof-of-Concept-System für die Prozessautomatisierung im Industriepark Höchst.

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen NAMUR und ODVA wird eine Initiative zum präziseren Herausarbeiten der formellen Anforderungen an ein Ethernet-Kommunikationssystem in der Prozessindustrie sein. Diese Initiative ist eine Folgemaßnahme des im Februar 2016 herausgegebenen Positionspapiers „Ein Ethernet-Kommunikationssystem für die Prozessindustrie“. In diesem Papier wird EtherNet/IP als eine der Mindestvoraussetzungen eines solchen Systems genannt, neben 32 weiteren Aspekten, die der Arbeitskreis als Ziele für die Akzeptanz des industriellen Ethernets durch die Prozessindustrie in Anwendungen mit klassischen Feldgeräten identifiziert hat.

Ein Bereich der Zusammenarbeit wird die Einrichtung eines EtherNet/IP-Systems im Prozessautomatisierungslabor des Industrieparks Höchst betreffen, einem europäischen Zentrum für Prozessindustrie in Frankfurt am Main. Mit diesem System wird NAMUR- und die ODVA-Interessenten ein Forum für das wechselseitige Lernen bei ihren Initiativen bieten, um die Anwendung des industriellen Ethernets auf die individuellen Anforderungen der Prozessindustrie abzustimmen. Bei dem System wird es sich um ein Multi-Vendor-System handeln, das sich aus Prozessfeldgeräten, Steuersystemen und Infrastruktur von den ODVA-Mitgliedern Cisco Systems, Endress+Hauser, Rockwell Automation und Schneider Electric sowie weiteren Firmen zusammensetzt.

NAMUR-Mitglied Bilfinger Maintenance, ein international tätiger Engineering-Dienstleister in der Prozessindustrie, wird die Verantwortung für die Bereitstellung des EtherNet/IP-Systems übernehmen. Dieses System soll Prozessanwendern eine praktische Umgebung bieten, in der sie mehr über die Vorteile des industriellen Ethernets in Prozessanwendungen allgemein und über EtherNet/IP im Speziellen erfahren und die Anforderungen bezüglich des Einsatzes von Ethernet-basierten Prozessfeldgeräten im Gegensatz zu klassischen feldbus-basierten Prozessfeldsystemen ermitteln können.

Zulieferer im Bereich Automatisierungstechnik hingegen gewinnen ein besseres Verständnis der Anwendungs- und Anwendbarkeitsanforderungen in der Prozessindustrie in Bezug auf das Ethernet allgemein und auf EtherNet/IP insbesondere. Die gemachten Erfahrungen werden an den NAMUR-Arbeistkreis 2.6 Fieldbus und das ODVA Strategic Market Requirements Team für ihre Prozessinitiative übermittelt, um zukünftige Pläne für die Weiterentwicklung der jeweiligen Spezifikationen aufstellen zu helfen.

„Im Rahmen ihrer Initiative zur Optimierung der Prozessintegration hat sich die ODVA dem Ziel verschrieben, die EtherNet/IP-Technologie und deren Standards zu verbessern und so den aufkommenden Anforderungen nachzukommen“, konstatiert Katherine Voss, President der ODVA.

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